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Social-Media-Nutzung in den Investor Relations – Österreich

Die Nutzungsintensität von Social Media in den Investor Relations österreichischer Unternehmen ist bislang kaum umfassend erhoben worden. Einen aktuellen Anhaltspunkt, der zumindest eine tendenzielle Einschätzung der Web-2.0-Nutzung von Aktiengesellschaften in Österreich zulässt, ist das DIRK Stimmungsbarometer Frühjahr 2011. Darin werden unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage von IR-Verantwortlichen aus Unternehmen des CIRA (Cercle Investor Relations Austria) vorgestellt. Auf eine internetgestützte, schriftliche Befragung im April 2011 haben von 60 angeschriebenen CIRA-Mitgliedern 21 (35%) geantwortet und ihre derzeitige Nutzung sowie Einschätzung der Bedeutung mitgeteilt. Die folgenden Aussagen sind demnach kritisch vor dem Hintergrund einer geringen Stichprobengröße zu betrachten.

Steigende Bedeutung des Social Web für die Investor Relations
Von den befragten Unternehmen aus Österreich gaben 23,8% an, Social Media sei als Bestandteil ihrer Investor-Relations-Arbeit im Unternehmen bereits heute wichtig. Erstaunlich ist der extreme Anstieg der Bedeutungsbeimessung für die kommenden zwölf Monate: Im Frühjahr 2012 wird Social Media in den Investor Relations für ganze 71,4% wichtig bis sehr wichtig sein.

Bedeutung von Social Media für österreichische IR-Abteilungen steigt stark an

Bedeutung von Social Media für österreichische IR-Abteilungen steigt stark an

 

Gründe für die Nutzung von Social Media in den IR
Nahezu 50% der österreichischen Unternehmen nutzen Social Media um neue Zielgruppen zu erreichen. Ebenso viele Unternehmen bestätigen, dass die Interaktivität der Kommunikation des Unternehmens durch die Nutzung von Social Media ansteigt. 42,8% sehen den Nutzen darin, Meinungen und Stimmungen des Umfeldes über das Unternehmen aufzunehmen und 52,4% sagen, sie können sich so als innovatives Unternehmen am Kapitalmarkt platzieren. Den größten Nutzen von Social-Media-Kommunikation sehen die IR-Abteilungen mit 71,4% jedoch in dem steigenden Bekanntheitsgrad des Unternehmens. In dieser Einschätzung unterscheidet sich Österreich deutlich von den befragten Aktiengesellschaften aus Deutschland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Der Aussage, dass sich IR relevante Informationen die über Social Media verbreitet werden schneller die definierten Zielgruppen erreichen, stimmen dagegen nur 28,6% der Befragten zu.

Gründe für die Nutzung von Social Media

Gründe für die Nutzung von Social Media

Unternehmen in Österreich nutzen Social Media um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern

Unternehmen in Österreich nutzen Social Media um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern

Zielgruppen der Social-Media-Aktivitäten
Für IR-Abteilungen in Österreich sind Journalisten, Interessenverbände sowie private Investoren die mit Abstand wichtigsten Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation. Die Relevanz von Social-Media-Aktivitäten für diese Zielgruppen schätzen die IR-Manager dabei in den nächsten 24 Monaten als stark zunehmend ein. Diese Ergebnisse decken sich tendenziell mit denen aus Deutschland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Wichtigste Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation

Wichtigste Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation

Social-Media-Strategie österreichischer Unternehmen
Im Bereich der Social-Media-Governance ist Österreich laut der Studie etwas schwächer aufgestellt als die anderen Länder: Lediglich jedes dritte Unternehmen gibt an, über eine Social-Media-Strategie zu verfügen. An der Erstellung einer Social-Media-Strategie beteiligt waren in Österreich, ähnlich wie in den anderen Ländern, am häufigsten die Unternehmensbereiche Public Relations und Investor Relations. Überdurchschnittlich häufig waren in Österreich jedoch auch der Bereich Marketing und der Vorstand beteiligt. Von den Unternehmen, die bislang über keine Strategie verfügen, geben 38,5% an, in den nächsten zwölf Monaten eine solche erstellen zu wollen.

Über Social-Media-Richtlinien (auch Social-Media-Policy genannt) verfügt jedes dritte Unternehmen das Mitglied im CIRA ist und jedes zweite Unternehmen ohne Richtlinien plant, solche in den nächsten 12 Monaten zu erstellen.

Wikis und Social Networks sind beliebteste Anwendungen
Laut dem DIRK Stimmungsbarometer sind Wikis (28,6%) und Social Networks (28,6%) die derzeit beliebtesten Social-Media-Anwendungen österreichischer Aktiengesellschaften. Sie werden gefolgt von Content-Plattformen für Videos (19%), Blogs (19%) und Microblogs (14,3%). Folgende Grafik zeigt, auf welchen Anwendungen die Investor Relations-Abteilungen bereits aktiv sind bzw. wo sie dies in den nächsten 24 Monaten planen.

In Österreich genutzte Social-Media-Anwendungen

In Österreich genutzte Social-Media-Anwendungen

Tendenziell sind die Ergebnisse des DIRK Stimmungsbarometers für Österreich deckungsgleich mit denen für Deutschland. An einigen Punkten ergeben sich dennoch markante Abweichungen. Fest steht, dass sich das Thema in den kommenden Monaten rasant entwickeln wird.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 13. August 2011 | Abgelegt unter Investor Relations,Social Media,Studien | Keine Kommentare

Wikipedia in der Investor-Relations-Kommunikation

Wikipedia gehört weltweit zu den 10 wichtigsten Internetadressen und die deutschsprachige Version ist mit über 1,3 Millionen Artikeln die zweitgrößte (hinter der englischsprachigen Version). Beim diesjährigen DIRK Stimmungsbarometer Frühjahr 2011 gaben ganze 21,8% der börsennotierten Unternehmen an, derzeit Wikis in ihrer Investor-Relations-Arbeit einzusetzen. Diese Zahl ist erstaunlich, liegt sie doch an vorderster Position der gesamten Social-Media-Nutzung für IR-Inhalte – vor den Anwendungen Microblogging (20,8%), Soziale Netzwerke (20,8%) und Video sharing (14,9%).

Jede fünfte IR-Abteilung nutzt Social-Media-Anwendungen

Wiki = Wikipedia?
Sobald man eine Analyse der erhobenen Daten zur Wiki-Nutzung in den IR beginnt, wird es kompliziert, da nicht eindeutig ist, ob die Nutzung eines internen oder externen Wikis gemeint ist. Wikis können mächtige Werkzeuge der internen Kommunikation darstellen, wenn sie richtig in das Intranet des Unternehmens eingebettet und die Mitarbeiter entsprechend in der Nutzung geschult sind. Da die Frage des DIRK jedoch lautete „In welchen Anwendungen sind Sie als Investor-Relations-Abteilung mit einer eigenen Präsenz oder gezielten Maßnahmen derzeit aktiv“, haben vermutlich die meisten Befragten in Bezug auf externe Wikis geantwortet. Auch dort gibt es hunderte verschiedene Wiki-Plattformen die auf unterschiedlichste Wissensbereiche spezialisiert sind. Wikinvest beispielsweise ist ein großes und beliebtes Wiki, das sich ausschließlich um Unternehmen und Aktien dreht. In Deutschland ist Wikipedia jedoch mit Abstand das größte und bekannteste Wiki. Es ist davon auszugehen, dass diese freie Enzyklopädie gemeint ist.

Wikis im Social-Media-Prisma

Wikis im Social-Media-Prisma

Nutzt die Financial Community Wikipedia?
73% aller Internetnutzer und damit vermutlich ein Großteil der privaten Investoren nutzen regelmäßig oder zumindest gelegentlich Wikipedia. Aber auch Wirtschaftsjournalisten und Analysten steigen für eine Recherche oftmals in Wikipedia ein: Sie ermöglicht einen schnellen, aktuellen und neutralen Überblick und bietet Hinweise sowie Links zur weiteren Recherche – sofern der entsprechende Artikel gut gepflegt ist.

Wie IR-Abteilungen Wikipedia nutzen können
Wikipedia hält über Unternehmen in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX umfassende Informationen bereit, wobei sich die Güte der Artikel zu den einzelnen Unternehmen deutlich unterscheidet. Hier können kleinere Indices von den DAX-30-Unternehmen lernen, die im Schnitt über die ausführlichsten und am besten gepflegten Artikel verfügen.

Innerhalb der Artikel wird der allgemeine Trend offensichtlich, dass sich die Bereiche IR und PR immer mehr annähern und teilweise sogar verschmelzen: Allgemeine Informationen zum Unternehmen und seiner Geschichte verschwimmen hier mit Standorten, aktuellen Projekten, der Equity Story, der Aktionärsstruktur und Geschäftszahlen. Die Bandbreite der Unternehmens-Artikel reicht dabei von einer „Minimalversion“ mit wenigen Informationen (z. B. ElringKlinger AG) bis hin zu riesigen Artikeln, die neben der Konzernstruktur auch die Unternehmensphilosophie darstellen sowie auf Produktportfolio, Forschung, Umwelt- und Verbraucherschutz eingehen (z. B. BASF SE). Interessant sind auch die Darstellungen aktueller Großprojekte (z. B. bei der Bilfinger Berger SE) oder spezieller Situationen des Unternehmens (wie beispielsweise bei der Continantal AG).

Wikipedia - Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe

Präsenz und Suchmaschinenoptimierung durch Wikipedia
Dadurch, dass Google Wikipedia-Seiten meist auf den vordersten Positionen der Trefferliste anzeigt, sind Inhalte der Wikipedia im Internet sehr präsent. Links, die aus Wikipedia heraus auf Internetadressen zeigen, sind aufgrund der hohen Relevanz der Seite wertvoll wie „Goldstaub“ für die Suchmaschinenoptimierung. Unternehmen, die Wikipedia für ihre IR-Inhalte zu nutzen wissen, können ihre Präsenz also nicht nur in der Financial Community, sondern gleichzeitig für die Suchmaschinen steigern, sofern sie auf ihre IR-Webseite verlinken.

Wikis stellen aufgrund ihrer Funktionsweise der massenhaften Kollaboration verteilter Nutzer regelrechte „Gallionsfiguren“ von Social-Media-Anwendungen dar, jedoch sind sie für eine direkte Interaktion zwischen Unternehmen und Nutzern kaum geeignet. So kann sich das Unternehmen in Wikipedia zwar präsentieren, jedoch nicht aktuell informieren oder gar in einen Dialog einsteigen.

Wikipedia-in-den-IR

Stolpersteine bei der Nutzung
Einer der Gründe, wieso Wikipedia so beliebt und erfolgreich ist, ist der, dass Unternehmen sich dort nicht so darstellen können, wie sie sich selbst sehen, sondern von der Wikipedia-Community weitgehend objektiv beschrieben werden. Nahezu jeder Unternehmens-Artikel beinhaltet auch die Rubrik „Kritik“. Zwar kann ein IR-Manager jederzeit und ohne Anmeldung einen Wikipedia-Artikel nach seinen Wünschen verändern, doch wird diese Änderung nicht von Dauer sein (So höre ich immer noch von Unternehmen, die ihre Imagebroschüre mehr oder weniger  eins zu eins dort eingepflegt und sich am Tag darauf gewundert haben).

Artikel werden im Normalfall nur Abschnitt für Abschnitt geändert und Unternehmen sollten beispielsweise in den Artikel-Diskussionen immer wieder aktuelles Material und neutrale Fakten anbieten, die der lexikalischen Natur der Wikipedia gerecht werden. Zudem werden Änderungen durch bekannte Nutzer mit eigener Benutzerseite eher akzeptiert, als anonyme Editierungen. Wikipedia in der Investor-Relations-Kommunikation ist also ein längerfristiges Projekt. Unternehmen haben in der Wikipedia nicht mehr und nicht weniger Rechte, als jeder andere Internetnutzer auch.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 30. Juli 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Investor Relations,Social Media,Wikipedia | 1 Kommentar