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@Mr.Disclosure sorgt für Transparenz bei Twitter

Unter Aktienbesitzern befindet sich eine ganze Reihe von aktiven Twitteristi. Sie zwitschern über allerhand und manchmal auch über jene Unternehmen, in die sie investiert haben. Damit diese Tweets vollkommen unverfänglich bleiben und keinen unbemerkt werbenden Eindruck bei den Followern hinterlassen können, hat Andy Cheung den Twitter Bot @MrDisclosure programmiert. Als Twitter Bild hat er dafür einen Weißkopfseeadler gewählt, der zufällig auch Wappentier der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) ist.

@MrDisclosure agiert auf Twitter ähnlich wie eine reale Person und macht mit eindeutigen Tweets darauf aufmerksam, wenn eine Person über ein Unternehmen twittert, in dem sie direkt oder indirekt investiert ist und auf diesen Fakt nicht aufmerksam macht. @MrDisclosure „verlangt“ dann von der mit @Mention angetwitterten Person, zukünftig doch bitte den Hashtag #investor an entsprechende Mitteilungen anzuhängen.

Mr. Disclosure (MrDisclosure) auf Twitter

Obwohl das eingeforderte Vorgehen für Investoren in den USA laut Cheung nicht rechtlich verpflichten ist, finde ich die Idee sehr gut und richtig. Voraussetzung für die Aktivität des Bots ist natürlich eine kleine Datenbank, die dokumentiert, welcher Twitter-Account zu welchem Investoren-Namen und zu welchen investierten Unternehmen gehört. Alles Weitere kann eine Programmroutine automatisiert erledigen. Bislang ist diese Datenbank noch sehr klein, doch jeder kann Cheung über @whereandy weitere Personen und Unternehmen bekannt geben.

Quelle: techcrunch.com

 

Geschrieben von Andreas Köster am 7. Oktober 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Best-Practice,Investor Relations,Rechtliche Vorschriften,Twitter | Keine Kommentare

Studie Investoren erhalten kursrelevante Informationen in One-on-Ones

Was eigentlich schon alle wissen, wurde erneut von einer Studie bestätigt: Professionelle Analysten und Investoren erhalten in vertraulichen One-on-One-Gesprächen mehr Informationen als der Rest der Financial Community, obwohl dieses Informationsgefälle innerhalb des Kapitalmarktes gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstößt.

Wie bereits der IR Web Report berichtete, hat die Rotterdam School of Management in Kooperation mit PwC im Mai 2011 die Studie „Global Analyst and Investor Survey“ veröffentlicht, die auf Befragungen von 400 Analysten und Investoren der ganzen Welt aufbaut. Darin gab mit 47% nahezu die Hälfte aller Befragten an, von Unternehmen im Rahmen von One-on-One-Gesprächen häufig kursrelevante Informationen zu erhalten. Dabei war dieser Prozentsatz in den USA und Kanada geringer als in Asien, Südamerika und Europa, was eventuell auf die striktere Regulierung in Nordamerika zurückzuführen sei. 48% der Analysten und Investoren sagen selbst, dass Unternehmen transparenter mit One-on-One-Gesprächen umgehen sollten.

Unternehmen veröffentlichen kursrelevante Informationen in One-on-Ones

Unternehmen veröffentlichen kursrelevante Informationen in One-on-Ones, Quelle: RSM Global Analyst and Investor Survey

 

Social Media bauen technische Hürden der Gleichbehandlung ab
Gab es zu Zeiten des Web 1.0 noch große Schwierigkeiten technischer Natur, Informationen ohne Zeitverzögerung reichweitenstark zu verbreiten und somit dem Grundsatz der Gleichbehandlung nachzukommen, zählt dieses Argument im Web 2.0 nicht mehr. Über Webcasts, Live-Übertragungen, Podcasts und ähnliche Technologien, die den Online-Investor-Relations heute kostengünstig zur Verfügung stehen könnte jeder User mit Internetzugang erreicht werden. Chats, Twitter und Soziale Netzwerke bieten zudem einen direkten Rückkanal. Die virtuelle Teilnahme an One-on-Ones könnte durch Social Media also theoretisch ohne großen Aufwand jedem Stakeholder ermöglicht werden.

Ein solches Vorgehen würde jedoch nicht nur eine Umbenennung dieses mächtigen IR-Kommunikationsinstrumentes erfordern, sondern auch eine revolutionäre Öffnung der Investor Relations insgesamt bedeuten. Dies ist ohne gesetzlichen Zwang wenig wahrscheinlich. Die Social Media dürften den Druck zu mehr Transparenz und Gleichbehandlung jedoch auch in den Investor Relations dauerhaft erhöhen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 10. September 2011 | Abgelegt unter Online Investor Relations,Quellen,Studien | 1 Kommentar