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Wie Aktiengesellschaften Facebook für Investor Relations nutzen

Die auf Online Investor Relations spezialisierte US-amerikanische Agentur Q4 Websystems hat mit ihrem Whitepaper „Public Company Use of Social Media for Investor Relations – Part 2 Facebook“ einen aktuellen Überblick zur Facebook-Nutzung in den Investor Relations veröffentlicht. Über Part 1 „Richtig twittern für IR-Abteilungen“ hatte ich bereits berichtet. Facebook wird demnach von IR-Abteilungen zunehmend für die Kommunikation genutzt, wobei sechs Trends erkennbar sind und es teilweise zu einer echten Interaktion mit der Financial Community kommt.

Stärkere Social-Media-Nutzung der analysierten Unternehmen
Q4 Websystems hat mehr oder weniger willkürlich (es ist keine wissenschaftliche Untersuchung) 629 Unternehmen weltweit auf ihre Social-Media-Aktivitäten hin untersucht, wobei die meisten Unternehmen aus Nordamerika stammen. Im Vergleich zum Vorjahr, als eine ähnliche Untersuchung stattfand, ist ein deutlicher Aktivitätsanstieg der Unternehmen in den Social Media zu verzeichnen:

  • 67% nutzen Twitter für Investor Relations relevante Inhalte (65% im Vorjahr)
  • 45% nutzen Facebook für Investor Relations relevante Inhalte (37% im Vorjahr)
  • 44% nutzen Slideshare für Investor Relations relevante Inhalte (10% im Vorjahr)
  • 34% nutzen Youtube für Investor Relations relevante Inhalte (29% im Vorjahr)
  • 19% nutzen ihren Corporate Blog für Investor Relations relevante Inhalte (10% im Vorjahr)
  • 87% betreiben eine Unternehmensseite auf Linkedin (93% im Vorjahr)
BMW bindet seine umfassenden Youtube-Videos ansprechend auf Facebook ein

BMW bindet seine umfassenden Youtube-Videos ansprechend auf Facebook ein

 

Facebook als zunehmend beliebter IR-Kanal
476 der 629 Unternehmen betreiben eine Facebook-Fanpage, das entspricht 76%. Nach der Inhalts-Analyse von Q4 Websystems posten dort 45% (216 Unternehmen) IR relevantes Material. Auch hier ist eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Untersuchung vom Juli 2010 zu verzeichnen, in der dies nur bei 37% der Unternehmen festgestellt wurde. Interessant ist, dass Facebook häufiger von kleineren Unternehmen für Investor Relations genutzt wird, als von mittleren und großen Unternehmen. Inhaltlich nutzen Unternehmen das Social Network, um ihr Markt- und Unternehmensumfeld im Kontext darzustellen, um Pressemitteilungen zu streuen, um branchenspezifische News und Berichterstattungen zu verbreiten sowie um mit Videos beispielsweise Quartalsergebnisse oder Unternehmens-Assets darzustellen.

TVI-Pacific bindet seine Slideshare Präsentationen auf Facebook ein

TVI-Pacific bindet seine Slideshare Präsentationen auf Facebook ein

6 Trends in der Facebook-Nutzung

  1. Grafisches Nachbauen und verlinken der Corporate Website über eine Willkommensseite auf Facebook
  2. Automatische Befüllung der Facebook-Seite über RSS-Feeds der IR-Webseite oder des Corporate Blogs
  3. Nutzung von Notizen-Seiten und CSR-Seiten, um Unternehmenswerte darzustellen und Nachhaltigkeitsinitiativen darzustellen
  4. Bereitstellung detaillierter Kommentar-Richtlinien und Nutzungsbedingungen
  5. Verlinkung zu anderen Social-Media-Kanälen und Finanz-Blogs
  6. Verstärkte Nutzung von Multimedia-Elementen wie Videos und Fotos um Ereignisse darzustellen

Haben die Unternehmen Facebook verstanden?
Die ersten beiden Trends sehe ich kritisch. Facebook sollte nicht nur als verlängerter Arm der Webseite dienen, der lediglich Traffic auf die „Hauptseite“ bringt und sowieso nur existiert, weil heute jeder auf Facebook ist. Unternehmen sollten nicht nur mit aller Kraft versuchen, die Nutzerströme auf die Webseite zu lenken, sondern die Möglichkeiten von Facebook nutzen. Auch die automatisierte Fütterung der Fanpage per RSS-Feed ist nicht empfehlenswert. Es ist zwar praktisch, da kein Aufwand anfällt, jedoch reduziert dieses Auto-Posting die Nutzer-Aktivität zum Post um durchschnittlich 70%. Der wertvolle Content sollte also besser liebevoll per Hand übertragen werden, was in der Regel auch besser aussieht.

NetApp verlinkt von seiner Facebook-Fanpage auf weitere Social-Media-Kanäle

NetApp verlinkt von seiner Facebook-Fanpage auf weitere Social-Media-Kanäle

 

Interaktion mit der Financial Community
Von den 216 mit Investor-Relations-Material auf Facebook vertretenen Unternehmen interagieren dort nur 7% aktiv mit Investoren, beispielsweise über Nachrichten oder Kommentare auf der Pinnwand. Die Nutzer müssen sich wohl erst noch daran gewöhnen, dass sie als „Normalsterbliche“ über Facebook mit dem Unternehmen in Kontakt treten können und beispielsweise Fragen stellen können. Hier (ab Seite 34) wird das Whitepaper richtig interessant: Es zeigt eine Menge Beispiele wie IR-Abteilungen auf teilweise verfängliche Fragen der Nutzer antworten (die beispielsweise den Aktienkurs diskutieren möchten oder wissen möchten, wann sich das Investment lohnt ;). In allen dargestellten Fällen, haben die IR-Manger angemessen und klug reagiert. Niemand hat sich zu einer „Kaufempfehlung“ hinreißen lassen und Fragen wurden auf Facebook so beantwortet, wie sich auch per Telefon, E-Mail oder sonst wie beantwortet worden wären.

Fazit
Die von Q4 Websystems aufgezeigten Beispiele der Facebook-Nutzung für die Investor Relations zeigen, welche Möglichkeiten der Information und des Dialoges mit der Financial Community das weltgrößte Social Network birgt. Eine Facebook-Fanpage verhält sich in der Nutzung ähnlich einem „abgespeckten Blog“: Sie bedeutet nicht so viele Möglichkeiten, jedoch auch weniger Aufwand als ein Blog. Die zentrale Bündelung und Darstellung sämtlicher Online-Aktivitäten der IR-Abteilung ermöglicht sie jedoch bei geringst möglicher Hemmschwelle für die Nutzer.

Q4-Whitepaper_Facebook

Geschrieben von Andreas Köster am 13. September 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Facebook,Investor Relations,Social Media,Studien | 1 Kommentar

Social Network „IR Club“ ist online gegangen

Mit dem IR Club startete am 1. September 2011 die erste deutschsprachige Investor-Relations-Community im Social Web. Der IR Club stellt die ganz praktische Zusammenführung von Investor Relations und Social Media dar: Die Online-Community für IR-Spezialisten. Hinter dem Projekt steht der bekannte Vordenker im Bereich Social Media und Investor Relations Patrick Kiss.

Einladung in den IR Club
Der IR Club steht allen offen, die sich für Investor Relations interessieren bzw. sich beruflich oder wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigen. Daher sind neben IR-Managern von börsennotierten Unternehmen auch Berater, Dienstleister, Wissenschaftler, Studenten und auch Praktikanten eingeladen, sich im IR Club zu vernetzen.

Um Beim IR Club Mitglied zu werden, kann unter Angabe von E-Mailadresse und Geburtstag in Kürze ein Konto erstellt werden oder man kann sich über ein bestehendes Facebook- oder Twitter- Konto registrieren. Das Twitter-Konto kann anschließend für automatische Tweets aus dem IR Club heraus verbunden werden und eine eigene Facebook Anwendung existiert ebenfalls. Im Gegensatz zu Facebook können beim IR Club auch nicht angemeldete Nutzer die Plattform teilweise einsehen, beispielsweise die letzten Mitgliederaktivitäten und Forum-Beiträge.

IR Club - Die Investor Relations Community Startseite

Social Network für Investor Relations
Da die Community das Herzstück der Plattform darstellt, kann man sie kurz als „Facebook für Investor Relations“ bezeichnen. Jeder Nutzer verfügt über eine Profilseite, eine Art Pinnwand, eine Blogfunktion sowie die Möglichkeit, Kurznachrichten mit 140 Zeichen zu teilen. Andere Nutzer fügt man als Freund hinzu und kann entweder öffentlich oder per Direktnachricht mit ihnen kommunizieren. Darüber hinaus verfügt der IR Club über ein klassisches Forum und einen Live-Chat. Derzeit wird die Oberfläche um den Twitter-Stream von @IR_Club (der dringend mehr Follower braucht ;) erweitert. Außerdem erscheinen kürzlich hochgeladene Bilder, Videos, Tweets mit dem Hashtag #irchat und Blogbeiträge auf der Startseite. Besonders freut mich, dass neben dem „News Aktuell Blog“ und dem berühmten „IR Web Report“ auch mein Blog als RSS-Feed einen Platz im IR Club gefunden hat.

Mitglieder im Investor Relations Club
Am zweiten Tag nach Onlinestart zählt der IR Club bereits 125 Mitglieder und es werden stündlich mehr. Bislang sind bereits die „üblichen Verdächtigen“ (Gruß an @greiten ;) aus dem Bereich Online-Investor Relations anzutreffen und es macht Spaß, die Entwicklung der Plattform von Anfang an mit verfolgen zu können. Da die Plattformsprache Deutsch ist, wird sich die Nutzerschaft jedoch vermutlich auf den deutschsprachigen Raum begrenzen, sodass sich Mark Zuckerberg bislang keine Sorgen um seine Nutzerzahlen machen muss…

 

Geschrieben von Andreas Köster am 2. September 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Online Investor Relations | 2 Kommentare

Social-Media-Nutzung in den Investor Relations – Österreich

Die Nutzungsintensität von Social Media in den Investor Relations österreichischer Unternehmen ist bislang kaum umfassend erhoben worden. Einen aktuellen Anhaltspunkt, der zumindest eine tendenzielle Einschätzung der Web-2.0-Nutzung von Aktiengesellschaften in Österreich zulässt, ist das DIRK Stimmungsbarometer Frühjahr 2011. Darin werden unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage von IR-Verantwortlichen aus Unternehmen des CIRA (Cercle Investor Relations Austria) vorgestellt. Auf eine internetgestützte, schriftliche Befragung im April 2011 haben von 60 angeschriebenen CIRA-Mitgliedern 21 (35%) geantwortet und ihre derzeitige Nutzung sowie Einschätzung der Bedeutung mitgeteilt. Die folgenden Aussagen sind demnach kritisch vor dem Hintergrund einer geringen Stichprobengröße zu betrachten.

Steigende Bedeutung des Social Web für die Investor Relations
Von den befragten Unternehmen aus Österreich gaben 23,8% an, Social Media sei als Bestandteil ihrer Investor-Relations-Arbeit im Unternehmen bereits heute wichtig. Erstaunlich ist der extreme Anstieg der Bedeutungsbeimessung für die kommenden zwölf Monate: Im Frühjahr 2012 wird Social Media in den Investor Relations für ganze 71,4% wichtig bis sehr wichtig sein.

Bedeutung von Social Media für österreichische IR-Abteilungen steigt stark an

Bedeutung von Social Media für österreichische IR-Abteilungen steigt stark an

 

Gründe für die Nutzung von Social Media in den IR
Nahezu 50% der österreichischen Unternehmen nutzen Social Media um neue Zielgruppen zu erreichen. Ebenso viele Unternehmen bestätigen, dass die Interaktivität der Kommunikation des Unternehmens durch die Nutzung von Social Media ansteigt. 42,8% sehen den Nutzen darin, Meinungen und Stimmungen des Umfeldes über das Unternehmen aufzunehmen und 52,4% sagen, sie können sich so als innovatives Unternehmen am Kapitalmarkt platzieren. Den größten Nutzen von Social-Media-Kommunikation sehen die IR-Abteilungen mit 71,4% jedoch in dem steigenden Bekanntheitsgrad des Unternehmens. In dieser Einschätzung unterscheidet sich Österreich deutlich von den befragten Aktiengesellschaften aus Deutschland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Der Aussage, dass sich IR relevante Informationen die über Social Media verbreitet werden schneller die definierten Zielgruppen erreichen, stimmen dagegen nur 28,6% der Befragten zu.

Gründe für die Nutzung von Social Media

Gründe für die Nutzung von Social Media

Unternehmen in Österreich nutzen Social Media um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern

Unternehmen in Österreich nutzen Social Media um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern

Zielgruppen der Social-Media-Aktivitäten
Für IR-Abteilungen in Österreich sind Journalisten, Interessenverbände sowie private Investoren die mit Abstand wichtigsten Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation. Die Relevanz von Social-Media-Aktivitäten für diese Zielgruppen schätzen die IR-Manager dabei in den nächsten 24 Monaten als stark zunehmend ein. Diese Ergebnisse decken sich tendenziell mit denen aus Deutschland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich.

Wichtigste Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation

Wichtigste Zielgruppen der Social-Media-Kommunikation

Social-Media-Strategie österreichischer Unternehmen
Im Bereich der Social-Media-Governance ist Österreich laut der Studie etwas schwächer aufgestellt als die anderen Länder: Lediglich jedes dritte Unternehmen gibt an, über eine Social-Media-Strategie zu verfügen. An der Erstellung einer Social-Media-Strategie beteiligt waren in Österreich, ähnlich wie in den anderen Ländern, am häufigsten die Unternehmensbereiche Public Relations und Investor Relations. Überdurchschnittlich häufig waren in Österreich jedoch auch der Bereich Marketing und der Vorstand beteiligt. Von den Unternehmen, die bislang über keine Strategie verfügen, geben 38,5% an, in den nächsten zwölf Monaten eine solche erstellen zu wollen.

Über Social-Media-Richtlinien (auch Social-Media-Policy genannt) verfügt jedes dritte Unternehmen das Mitglied im CIRA ist und jedes zweite Unternehmen ohne Richtlinien plant, solche in den nächsten 12 Monaten zu erstellen.

Wikis und Social Networks sind beliebteste Anwendungen
Laut dem DIRK Stimmungsbarometer sind Wikis (28,6%) und Social Networks (28,6%) die derzeit beliebtesten Social-Media-Anwendungen österreichischer Aktiengesellschaften. Sie werden gefolgt von Content-Plattformen für Videos (19%), Blogs (19%) und Microblogs (14,3%). Folgende Grafik zeigt, auf welchen Anwendungen die Investor Relations-Abteilungen bereits aktiv sind bzw. wo sie dies in den nächsten 24 Monaten planen.

In Österreich genutzte Social-Media-Anwendungen

In Österreich genutzte Social-Media-Anwendungen

Tendenziell sind die Ergebnisse des DIRK Stimmungsbarometers für Österreich deckungsgleich mit denen für Deutschland. An einigen Punkten ergeben sich dennoch markante Abweichungen. Fest steht, dass sich das Thema in den kommenden Monaten rasant entwickeln wird.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 13. August 2011 | Abgelegt unter Investor Relations,Social Media,Studien | Keine Kommentare

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