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Social Media Prisma V3.0 auf Deutsch erschienen

Das berühmte Social Media Prisma von ethority ist heute in Version 3.0 für den deutschsprachigen Raum erschienen. Das Prisma veranschaulicht die Vielzahl unterschiedlicher Social-Media-Anwendungen und ordnet sie in 25 Kategorien ein.

Das Team von ethority hat in Anlehnung an Brian Solis und JESS3´s Conversation Prism eine Version für den deutschen Markt entwickelt. Das Prisma zeigt die Landschaft der Social Media in Deutschland mit allen relevanten Konversationskanälen. Die wohl bekannteste Visualisierung der Social-Media-Landschaft in Deutschland wurde nun aktuell in der 3. Version veröffentlicht. Die „Social-Media-Blume“ wurde mit neuen Plattformen wie Google+, Facebook Places und anderen Social-Media-Plattformen aktualisiert.

Social-Media-Prisma v3.0 deutsch

Social-Media-Prisma v3.0 deutsch

 

Damals fing nahezu jede Social Media Agentur-Präsentation mit den Worten an: „Social Media ist mehr als Twitter und Facebook…“ Dazu wurde dann das Prisma als Slide vorgeführt. Doch auch heute noch eignet es sich, um deutlich zu machen, wie unterschiedlich und vielschichtig sich das Social Web auf Anwendungsseite zeigt.

Eine andere schöne Quelle, die ich bei der Gelegenheit nocheinmal verlinken möchte, ist der Social Media Planner. Er zeigt zu über 300 Plattformen Themen, Zielgruppen, Altersgruppen, Reichweite und Aktivitätsindex und kann so Unternehmen bei einer ersten Evaluierung der für sie relevanten Kommunikationskanäle helfen.

 

Das Prisma wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht und steht somit für Präsentationen und Vorträge zur Verfügung. Microsite zum Download.

Geschrieben von Andreas Köster am 20. September 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Social Media | Keine Kommentare

Web 2.0 Anlegerplattformen in den USA

Was sich in Deutschland mit sharewise zu etablieren beginnt, boomt bereits seit einiger Zeit in den USA: Online-Anlegerplattformen, also „social investing“ Webcommunites für Investoren und andere Aktieninteressierte. Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick geben über die Portale Wikinvest, Covestor und Wealthfront (ehemals kaChing).

Web 2.0 Anlegerplattformen in den USA - Wikinvest

Wikinvest
Die kostenlose Social Media Plattform Wikinvest ist, wonach sie sich anhört – ein Wiki zum Investieren. Die Idee dahinter beruht Web 2.0 typisch auf Schwarm-Intelligenz (Weisheit der Vielen). Wie beim Vorbild Wikipedia können sowohl registrierte User als auch Gäste Artikel über Unternehmen und Anlagen schreiben und verändern. Obwohl es ein Prüfsystem mit Sichtung durch Administratoren gibt, kann es wie in jedem Wiki-System daher auch zu manipulierten oder fehlerhaften Einträgen kommen. Wikinvest hofft, sich durch aktive Teilnehmer („Prosumer“) eine Internet Nische für Investitionstätigkeit erobern zu können und ist damit recht erfolgreich. Pro Monat besuchen laut compete.com ca. 300.000 unique visitors die Seite, wobei die Tendenz jedoch momentan fällt. Wikinvest besitzt ca. 10.000 registrierte Benutzer, was für US-amerikanische Unternehmen anscheinend so relevant ist, dass sie sich aktiv um eine optimale Eigendarstellung auf der Plattform bemühen.

Covestor
Covestor ist ein bei der US-Börsenaufsicht SEC (Security and Exchange Commission) registrierter Investment Advisor, der für reale Transaktionen reale Gebühren erhebt. Aktienportfolios können direkt an Eigenkapital-Konten der registrierten Mitglieder gebunden werden (beispielsweise eTrade, Scottrade, etc.). Diese können so unter anderem auch automatisiert Transaktionen erfolgreicher Investoren nachvollziehen. Die Plattform bietet darüber hinaus ein Ranking der Top Performer und ein Blog. Pro Monat besuchen laut compete.com ca. 30.000 unique visitors Covestor.

Web 2.0 Anlegerplattformen in den USA - covestor

 

Wealthfront (ehemals kaChing)
Am 19. Oktober 2010 benannte sich das 2007 gegründete Investorenportal kaChing in Wealthfront um (was deutlich seriöser klingt). Zu diesem Zeitpunkt wurden auch einige Funktionalitäten eingeführt, die den „Finanzinformation-Suchmaschinencharakter“ ändern sollten, hin zu einer Social Media Empfehlungsplattform. Auch Wealthfront ist bei der SEC registriert. Auch hier wird mit echten Werten gehandelt, wobei sich die Benutzer ebenfalls an den Empfehlungen von professionellen Aktienmanagern orientieren können. Neben Onlinemedien berichteten in den USA auch Nachrichtenagenturen und große Zeitungen über das Portal und seine Funktionsweise. Compete.com beziffert die eindeutigen Besucher der Webseite pro Monat mit lediglich 3.000, was ein sehr geringer Wert wäre. Es ist schwer zu sagen, wie es um die Community steht, der Wealthfront Blog wird jedoch aktuell gepflegt.

Diese drei Portale sind nur ein kleiner Ausschnitt des social investing in den USA. Weitere bekannte Plattformen sind beispielsweise das mächtige Seeking Alpha oder das Twitter basierte StockTwits. Die Schwerpunkte der Plattformen sind dabei unterschiedlich gelegt: Interaktionsgrad, Anlagehorizont sowie Informationsmenge und –herkunft unterscheiden sich erheblich und können hier nicht ausführlich dargestellt werden.

Marktvolumen für Internet-Anlegerplattformen in den USA
Fast alle Plattformen dieser Art wurden 2007 gegründet und verfügen über eine starke Einbindung von Social Media-Elementen wie Twitter und Facebook. Über das US-Marktvolumen privater Kleinanleger, die selbstständig über das Internet handeln, schreibt techcrunch.com Ende 2010:

“There are 33 million households who collectively invest $7 trillion in the stock market in the “mass affluent” segment of the market Wealthfront is targeting, or people with liquid net worths of between $100,000 and $1.5 million.”

Auswirkungen des social investing auf die Investor Relations
Ich denke, dass es für Investor Relations Manager auch hierzulande wichtig ist, diese Trends und Entwicklungen zu verfolgen und insbesondere die immer stärker werdende Komponente des social investing nicht zu ignorieren. Portale dieser Art nehmen für Private Investoren die Rolle eines Hubs und gleichzeitig Gatekeepers ein. Was andere Investoren (seien es institutionelle oder private) über ein Unternehmen und seine Bewertung denken, wird durch Social Media zunehmend transparenter und für jeden zugänglich. IR Abteilungen sollten daher zumindest in der Lage sein, durch Monitoring entsprechender relevanter Kanäle einen aktuellen Überblick über die Beurteilung des eigenen Unternehmens zu gewinnen. Die Zahl von veröffentlichten Meinungen, Einschätzungen und Empfehlungen, die nicht vom Unternehmen selbst stammen, werden in Zukunft vermutlich rasant ansteigen.

Überspitzt könnte man sagen: Für IR-Manger entsteht zunehmende Komplexität, wenn sie nicht mehr die alleinigen „Verlautbarer“ sind (oder im intimen Kreis einer Analystenkonferenz Fragen beantworten), sondern wenn der Dialog mit dem und über das Unternehmen weltweit eröffnet wird.

Was sagen Sie?

 

Geschrieben von Andreas Köster am 11. März 2011 | Abgelegt unter Finanzkommunikation,Online Investor Relations,Social Media | 2 Kommentare