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SEO für Investor Relations 1 – Google Analyse

In Deutschland werden fast 90 Prozent aller Internetsuchen von dem Quasi-Monopolisten Google abgewickelt. Die meisten Internetnutzer geben sogar ihnen bekannte Internetadressen nicht mehr umständlich in der Adresszeile des Browsers ein, sondern gleich in das Google Suchfeld. Das ist nicht verwunderlich, da die Mehrheit der Deutschen Google als Startseite eingerichtet hat und die Google Suche ihre Tür in das Internet darstellt. Dank der Techniken Google Instant und Google Vorschau erscheint die gesuchte Seite oft schon nach Eingabe der ersten Buchstaben.

Online-Investor-Relations-Google-Yahoo

Suchmaschinenoptimierung in den Online Investor Relations
Google stellt somit einen überaus mächtigen Gatekeeper zwischen dem Internetuser und den Inhalten im Internet dar. In den Investor Relations könnte man sagen, Google steht zwischen Investoren und Unternehmens- bzw. Aktieninformationen. Die Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) ist für die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit im Internet aufgrund der rasant wachsenden Konkurrenz immer wichtiger. Investor Relations Manager fragen sich eventuell: Wonach suchen Investoren im Internet und was geben sie in der Google Suche ein? Wie sehen die Trefferlisten im Bereich Finanzkommunikation aus und gibt es aktuelle Suchtrends für meine Online Investor Relations?

Für die Beantwortung dieser Fragen bietet Google selbst einige aufschlussreiche und kostenlose Tools an, die ich in meinen nächsten Blogartikeln kurz vorstellen möchte. Heute: Die Google Trends und die Google Insights for Search.

Google Trends kann für gewichtige Suchbegriffe Trends in der Suchhäufigkeit anzeigen. Diese Suchtrends lassen sich bis in das Jahr 2004 zurück verfolgen und auf Länder, Bundesländer und sogar Städte genau bestimmen. Beispielsweise ergibt sich für den Suchbegriff „Aktie“, auf Deutschland bezogen, folgendes Bild:

Google Trends für Aktie - www.online-investorrelations.de

Google Trends für "Aktie" in Deutschland

Es wird im oben abgebildeten Verlauf deutlich, dass das Suchvolumen über die Jahre zunimmt. Der untere Verlauf zeigt, wie viele News (beispielsweise Pressemitteilungen oder Meldungen) in dieser Zeit zu diesem Suchbegriff erschienen sind. Deutlicher noch als beim Suchvolumen sind hier die Einbrüche zur Weihnachtszeit und die Spitzen zum Quartalswechsel ersichtlich. Nach dem selben Prinzip der regionalen Suchhäufigkeit funktionieren übrigens auch die Google Grippe Trends, bzw. Schweinegrippe Trends usw.

Google Insights for Search bietet ähnliche Informationen zur Auswertung von Suchbegriffen. Es wird aus den Suchvolumina nicht nur der Grad des Interesses geschätzt. Man kann über einen Filter auch spezielle Kategorien separieren, in deren Zusammenhang der Suchbegriff ausgewertet wird. Beispielsweise existieren für die Oberkategorie „Finanzen und Versicherung“ unter anderem die Unterkategorien „Banken und Finanzierung“, „Buchführung und Steuerwesen“, „Investitionen“, „Kredite“ sowie „Währungen und Devisenkurse“. Wenn das Suchvolumen jedoch eine kritische Masse unterschreitet, sind keine genaueren Analysen möglich.

In diesem Beispiel scheint der Suchbegriff „Aktie“ (mit dem Filter „Investitionen“) im Oktober 2008 besonders relevant gewesen zu sein, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg.

Google Insights für Aktie - www.online-investorrelations.de

Google Insights für "Aktie" in Deutschland

Zudem zeigt das Tool Google Insights for Search die aktuellen Top-Suchanfragen an, die mit dem analysierten Suchbegriff inhaltlich in Zusammenhang stehen, sowie aktuell stark zunehmende Suchanfragen (Trending Topics):

Monitoring von Trends in den Online IR
Über das gemessene Suchverhalten der Masse von Internetnutzern lassen sich auch im Bereich der Investor Relations interessante Entwicklungen beobachten. Diese Art von Monitoring  wird natürlich besonders spannend, wenn Suchbegriffe zu einzelnen Unternehmensaktien (wie beispielsweise „Aktien bmw“ oder „Aktien Daimler“) untersucht werden. Für die konkrete Suchmaschinenoptimierung in den Online Investor Relations stellen solche Analysen erste Grundlagenarbeit dar. In meinem nächsten Artikel soll es konkreter um SEO für Investor Relations Webseiten und das mächtige Google Keywordtool gehen.

Geschrieben von Andreas Köster am 20. Januar 2011 | Abgelegt unter Aktuelles | 3 Kommentare

Best-Practice: Investor Relations Webseiten 2010

Investoren und Anleger nutzen die Investor Relations Webseite eines Unternehmens intensiv. Analysen der auf IR Erhebungen spezialisierten Rivel Research Group haben für den US-amerikanischen Markt ergeben, dass mehr als 75 Prozent der institutionellen Investoren und Analysten die für sie relevanten Unternehmenswebseiten wöchentlich besuchen. Außerdem nutzen mehr als 95 Prozent der Finanzjournalisten die Unternehmenswebseite und Investor Relations Webseite, um an Informationen über das Unternehmen zu gelangen, über das sie berichten. Inhaltlich und technisch optimal gestaltete und auf die Zielgruppen zugeschnittene IR Webseiten gehören für große börsennotierte Unternehmen inzwischen zum kommunikativen Standard.

Das in den USA für Beratung und Umsetzung im Bereich Online IR bekannte Unternehmen Q4 Web Systems hat am 13. Januar 2011 ein 84 Seiten starkes Whitepaper veröffentlicht: „IR Website Best Practices Winter 2011“. Es kann nach einer Registrierung kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

In diesem aktuellen Grundlagendokument zeigt Q4 Web Systems auf, wie Unternehmen ihren Investor Relations Webauftritt verbessern können und betont dabei natürlich die eigenen Online Kompetenzen und zeigt teilweise Kundenreferenzen.

Die moderne Investor Relations Webseite
Eine Best-Practice IR Webseite bietet heute deutlich mehr als den Aktienkurs, ein Pressearchiv und PDF Dokumente als Zweitverwertung des gedruckten Geschäftsberichtes (Die NetFederation hat für diese Art Webseite den passenden Ausdruck „PDF-Friedhof“ erfunden). Sie hält vielmehr Hintergrundinformationen, Unternehmenseinblicke und interaktive Tools für unterschiedliche Investorengruppen bereit und bietet Ausblicke und Prognosen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung. Q4 betont den Wert von Branchenanalysen, Positionsbestimmungen des Unternehmens sowie die Darstellung wertschöpfender Strategien, die glaubhaft machen, dass das Management und das gesamte Unternehmen das Vertrauen der Investoren und Analysten verdienen. Unter anderem empfehlen die Berater ausdrücklich den Einsatz von Social Media und multimedialen Formaten.

Die sechs wichtigsten Leitsätze für eine Best-Practice IR Webseite:

1. Verschaffen Sie Investoren einfachen Zugang zu Inhalten und Informationen

2. Vermitteln Sie ein überzeugendes Investitionsangebot

3. Verwenden Sie Datenformate, die Investoren einladen und einbinden

4. Seien Sie leicht zu erreichen und bieten Sie mehrere Kontaktmöglichkeiten an

5. Bieten Sie nützliche und zielgruppengerechte IR-Tools und Informationspakete

6. Legen Sie Wert auf Social Media Kanäle und arbeiten Sie mit multimedialen Inhalten

Zielgruppen der Online IR
Das Whitepaper unterscheidet grundsätzlich drei Typen von Investoren, die die IR Webseite nutzen: Potenzielle Investoren (zukünftige Anleger), Neue Investoren und treue Investoren (die seit langer Zeit Aktien besitzen). Es liegt nahe, dass diese unterschiedlichen Benutzer über sehr unterschiedliches Vorwissen verfügen und entsprechend unterschiedliche Informations- und auch Navigationsanforderungen an die Webseite haben. Zu diesem Aspekt, wie auch jedem weiteren, zeigt Q4 mehrere Praxis-Beispiele von Unternehmen mit ihren Lösungen auf der IR Webseite. Dank eingebetteter Links gelangt der Leser des Whitepaper mit einem Klick zu den erwähnten Best-Practice Seiten und kann sich selbst ein Bild machen. Die Empfehlungen können meiner Meinung nach ohne Weiteres auf börsennotierte Unternehmen in Deutschland übertragen werden, da es lediglich um die ansprechende Darstellung von Inhalten sowie die Usability (Benutzerfreundlichkeit) der IR Webseite geht und nicht um Anforderungen an Publizitätspflichten.

Social Media und IR Webseiten
Sofern ein Unternehmen IR relevante Informationen auch über Social Media Kanäle anbietet, sollten diese Kanäle auf der Webseite übersichtlich zusammengefasst werden. Die Ford Motor Company beispielsweise fasst ihre Accounts auf Twitter, Youtube, Flickr, Facebook, Delicious usw. unter der Überschrift „Follow the Story“ prominent in einem Infokasten der Seitenspalte zusammen. Andre Unternehmen, wie beispielsweise PPG Industries, zeigen diese Kontaktmöglichkeiten sogar dauerhaft auf der gesamten Unternehmenswebseite.

Dies macht es den Benutzern einfach, sich mit dem Unternehmen auf Twitter, Facebook, YouTube, SlideShare etc. zu verbinden. Auch kann sich der Benutzer leicht für E-Mail Alerts registrieren und unterschiedliche RSS-Feeds abonnieren.

Einbindung von Social Media auf der IR Webseite

Einbindung von Social Media auf der IR Webseite

In der Aggregation von Social Media Kanälen auf diese Weise sehe ich weitere Vorteile:

  1. Die Verlinkung der Unternehmenswebseite (mit einem üblicherweise hohen Page-Rank) wirkt sich positiv auf das Ranking und damit die Auffindbarkeit der einzelnen Kanäle aus.
  2. Ein Teil der Benutzerströme wird auf die Social Media Kanäle gelenkt und beschleunigt dort den Friends/Follower-Aufbau.
  3. Der Social Media affine Benutzer nicht lange suchen und auch der weniger interessierte Benutzer erlebt das Unternehmen mit seine Webpräsenz mutmaßlich am Puls der Zeit (Imageeffekt).

Als Beispiele für eingebettete Social Media Inhalte nennt Q4 Fotos (Flickr), Präsentationen (SlideShare) und Videos. Bei den Videos finde ich interessant, dass nicht nur (wie sonst oft standardmäßig) Youtube, sondern Vimeo als Plattform genannt wird. Das 2004 gegründete US-amerikanische Videoportal für nicht-kommerzielle Videos gewinnt auch in Deutschland langsam an Bedeutung. Videos dürfen bei Vimeo ausschließlich von Personen hochgeladen werden, die an der Produktion wesentlich beteiligt waren und die Plattform besitzt hierzulande bislang ein etwas besseres Image als das zum Teil doch recht trashige Youtube.

Anregungen und Tipps für IR-Manager
Im Grunde präsentiert das Whitepaper lediglich eine Sammlung gelungener IR Webseiten. Jedoch ist gerade das vermutlich besonders hilfreich für Investor Relations Verantwortliche, die für ihre eigene IR Webseite über die Zeit etwas „betriebsblind“ geworden sind. Zudem entwickeln sich die Webtechnologie und Verbreitungen von neuen Formatstandards enorm schnell weiter, sodass die beste IR Webseite ohne ständige Anpassung und Weiterentwicklung spätestens nach drei Jahren komplett veraltet.

Die gezeigten Praxisbeispiele machen außerdem Spaß, weil sie den IR Bereich der Unternehmenswebseite nicht als lästige Pflicht kommunizieren. Sie stellen vielmehr die Kompetenzen und Stärken der Unternehmen überzeugend dar und runden dieses positive Bild mit innovativer Online Technik ab.Best-Practice Investor Relations Webseiten 2010

Quelle: Q4 Web Systems Blog


Geschrieben von Andreas Köster am 15. Januar 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Online Investor Relations | Keine Kommentare

StockTwits twittert automatisch generierte Finanznachrichten

Die Microblogging Plattform für Investoren StockTwits hat maschinell und in Echtzeit generierte Finanznachrichten über Twitter angekündigt. Der kostenpflichtige Dienst „Live Earnings“ soll zusammen mit dem Internetunternehmen Selerity realisiert werden. Die Echtzeit-Suche der Selerity Plattform ermöglicht demnach Kurznachrichten, die auf die Bedürfnisse von Investmentunternehmen, Hedgefonds, Banken und Handelsterminals abgestimmt sind.

Die über Twitter verbreiteten Nachrichten werden automatisch aus von Selerity ausgewählten „Primärquellen“ im Internet erstellt (zum Beispiel Unternehmenswebseiten, E-Mail-Newslettern, Regierungsinformationen, Medienveröffentlichungen und Pressemitteilungen). Theoretisch denkbar währen auch alle Arten von RSS-Feeds oder Blogs. Von Nachrichtenagenturen verbreitete Nachrichten sollen dagegen nicht als Quelle dienen.

Selerity Dienst Live Earnings für StockTwits

Da StockTwits in erster Linie ein Twitter basierter Informationsdienst für Investoren ist, werden alle Nachrichten mit maximal 140 Zeichen als Tweets ausgeliefert. Selerity Analysten werden dabei die Bereitstellung der Nachrichten überwachen und diese um  Kommentare ergänzen. Der LiveEarnings Dienst soll Investoren Zugang zu aktuellen Nachrichten, Unternehmensinformationen und Kommentaren von Selerity Analysten bieten, die zuvor nur professionellen Händlern und Analysten vorbehalten waren.

Meiner Meinung nach könnte dieses Projekt, das der erfolgreichen Investoren Plattform StockTwits noch mehr Bedeutung verschaffen wird, der Startschuss für ähnliche Echtzeit Implementierungen im Social Media Bereich sein. Die verfügbare Technik und die eingesetzten Protokolle bieten solche Aggregationsmöglichkeiten schon seit längerer Zeit. Es wird darauf ankommen, welche der unzähligen Informationsquellen in welcher Form herangezogen werden und wie qualitativ hochwertig das Ergebnis ist.

Quelle: Securities Technology Monitor


Geschrieben von Andreas Köster am 11. Januar 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Stocktwits,Twitter | 1 Kommentar

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