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Umfrage: Wie Journalisten im Social Web recherchieren

Rund 40 Prozent der Journalisten recherchiert bereits aktiv in sozialen Netzwerken. Besonders relevant sind dabei Facebook, Youtube, Google+ und Twitter. Das ergab die Journalistenumfrage „Recherche 2012“ der news aktuell GmbH.

Der Befragungszeitraum der anonymen Onlinebefragung lag im November und Dezember  2011. Insgesamt haben 1.412 Journalisten aller Mediengattungen teilgenommen.

Recherche in den Social Media
Erstaunlich ist zunächst, dass ganze 29,2% aller befragten Journalisten überhaupt noch nicht in Social-Media-Plattformen recherchieren und somit eine interessante und besonders aktuelle Informationsquelle gänzlich ausklammern. Dafür suchen jedoch 40,7% regelmäßig, das heißt mindestens einmal pro Woche, in den Social Media nach Informationen. Der Rest der Befragten nutzt diese Kanäle lediglich unregelmäßig. Ebenfalls Interessant: 26,8% nutzen regelmäßig RSS-Feeds, welche praktisch von jeder Social-Media-Anwendung angeboten werden und die insbesondere eine permanente Überwachung von Quellen ermöglichen.

Häufigkeit der Recherche in Social-Media-Plattformen

Google+-Nutzung bereits vor Twitter-Nutzung
Die wichtigsten Quellen der Social-Media-Recherche stellen laut Befragung Facebook (29%) und Youtube (26%) dar. Bereits an dritter Stelle und damit noch vor Twitter rangiert das noch relativ junge Netzwerk Google+ (16%).

Wie Journalisten im Social Web recherchieren

Multimediale Inhalte immer gefragter
Insgesamt zeigt die Journalistenumfrage, dass die Zeiten von alleine stehenden PR-Texten vorbei sind. Journalisten sind auf der Suche nach multimedialem Material – was der Verbreitung hoch technisierter Endgeräte und dem steigenden Anspruch der Rezipienten Rechnung trägt. Um textliche Inhalte aufzuwerten, werden begleitend Bilder, Links, PDFs und Infografiken verwendet. Eine nackte Meldung ohne Bild und weiterführendem Link eignet sich auch kaum für Soziale Netzwerke wie Facebook.

Aufwertung von Investor-Relations-Inhalten
Den in der Umfrage „Recherche 2012“ tendenziell bestätigten Trend hin zu multimedialen Inhalten sollten auch Investor-Relations-Abteilungen bei ihrer Arbeit berücksichtigen. Insbesondere, wenn diese bislang eher selten mit IR fremden Agenturen und Grafikern zusammengearbeitet haben. Wieso sollten nur Marketing und Corporate Communications auf diese Unterstützung zurückgreifen?

Auch wenn der Inhalt (und damit Kennzahlen und Bilanzen) im Mittelpunkt steht, so ist die Financial Community sicherlich nicht unbeeinflusst von der Form. So wie Journalisten häufiger berichten, wenn Bild- und Video-Material verfügbar ist, so klicken User auf Facebook und Google+ häufiger auf Beiträge mit ansprechender Grafik. IR-Abteilungen, die sich nicht nur als „Zahlenlieferant“ sehen, können diese Studie als Anreiz nehmen, wie sie im Social Web neue Zielgruppen erreichen können.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 7. März 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Quellen,Studien | Keine Kommentare

Nutzen Finanzjournalisten Social Media?

Bei der Frage nach dem grundsätzlichen Nutzen von Social Media in den Investor Relations muss geklärt werden, inwiefern die Financial Community das Web 2.0 nutzt bzw. in absehbarer Zeit nutzen wird. Bezogen auf Deutschland besteht hier erheblicher Forschungsbedarf: Es gibt zwar einige Anhaltspunkte, jedoch keine verlässlichen empirischen Daten darüber, wie Investoren, Analysten und Finanzmedien Social Media für ihre Zwecke anwenden.

Was institutionelle Investoren und Analysten angeht, arbeitet Patrick Kiss momentan an einer europaweiten Umfrage „about their use, perceptions, expectations, needs, restrictions, fears et cetera related to social media“, auf die ich gespannt bin. Doch was ist mit den Finanzjournalisten?

Studien zum Journalismus von news aktuell
In verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten zu Social Media und Journalismus wird die media studie 2007 – „2.0 und dann? Journalismus im Wandel“ der news aktuell GmbH herangezogen. Darin wird untersucht, was Journalisten von den aktuellen Trends im Internet halten und wie sie die Zukunft der Medien sehen. Im Gegensatz zu anderen Studien aus dieser Zeit wurde hier bereits schwerpunktmäßig auf das Web 2.0 eingegangen. Die dpa-Tochter wertete dazu die Antworten von insgesamt 1.195 Journalisten aus. 59 Prozent aller Teilnehmer davon waren im Printbereich tätig, 19 Prozent bei einem Onlinemedium und 21 Prozent arbeiteten für Hörfunk, Fernsehen oder sonstige Medien. Zwei Drittel der Teilnehmer waren männlich und das Alter der Befragten lag hauptsächlich zwischen 30 und 50 Jahren.

Ergebnisse dieser Studie können sicherlich nicht eins zu eins auf Finanzjournalisten übertragen werden, die wahrscheinlich nur einen kleinen Teil der Stichprobe darstellen. Es ist jedoch legitim, die Erkenntnisse zumindest tendenziell für diese spezielle journalistische Gruppe anzunehmen.

 

Relevanz von Web 2.0 Angeboten für Journalisten 2007

Relevanz von Web 2.0 Angeboten für Journalisten 2007 - Quelle: news aktuell

Journalistische Relevanz des Web 2.0 in 2007
Im Jahr 2007 hatten Web 2.0 Angebote für 52 Prozent der befragten Journalisten geringe und für 9 Prozent gar keine Relevanz. Dagegen hatten sie für 5 Prozent sehr hohe und für 25 Prozent hohe Relevanz. Journalisten standen den damals neuen Trends im Web, bezogen auf den eigenen Arbeitsbereich, also noch sehr abwartend gegenüber. Während sich die Nutzung von Blogs zur Themenfindung oder als Quelle teilweise bereits etabliert hatte, war die Nutzung von Podcasts noch selten. Ein Viertel aller Befragten nutze Blogs im redaktionellen Alltag gelegentlich oder sogar häufig zur journalistischen Themenfindung. Laut Studie schätzen Journalisten die Meinungsvielfalt in Blogs, sehen sie jedoch nicht als vertrauenswürdige Quelle an.

Aktuelle Datengrundlage erforderlich
Die Onlinebefragung fand bereits im Mai 2007 statt, sodass die Ergebnisse heute kaum mehr sinnvoll verwendet werden können. Die news aktuell GmbH hat zusammen mit der Faktenkontor GmbH jedoch eine ähnliche jährliche Studie namens „Medien-Trendmonitor“ etabliert, die zuletzt im März 2010 veröffentlicht wurde. Sie ist damit deutlich aktueller und durch 2.682 teilnehmende Journalisten verschiedener Medien auch vermeintlich repräsentativer. Die Studie trägt den Untertitel „Journalismus in einem neuen Informationszeitalter“ und greift schwerpunktmäßig ebenfalls Social Media auf.

Welche Relevanz hat Social Media 2010 für die journalistische Arbeit?
Die Ergebnisse aus 2007 und 2010 lassen sich nicht direkt vergleichen, da die Befragten kein konstantes Untersuchung-Panel bilden und die Fragen leicht abweichend gestellt wurden. Trotzdem ist eine Trendwende in den gegebenen Antworten kaum abzustreiten: 55 Prozent der Journalisten gaben 2010 an, dass Social Media hohe bis sehr hohe Relevanz für ihre Arbeit besitzt. Nur noch 35 Prozent sehen geringe bis gar keine Relevanz. Jeder zehnte Journalist weiß es nicht zu beurteilen. Da die Studie „Medien-Monitor“ eine Sampleaufteilung nach Medienbereich bietet, wird deutlich, dass im Online und Multimedia Bereich die Relevanz überdurchschnittlich hoch eingeschätzt wird.

 

Relevanz von Social Media für Journalisten 2010

Relevanz von Social Media für Journalisten 2010 - Quelle: news aktuell

Von Journalisten genutzte Social Media-Dienste
Die Top 4 der von Journalisten genutzten Plattformen überraschen nicht: Es sind Youtube, Xing, Facebook und Twitter. Selten genannt sind Flickr, Studi/Schüler/MeinVZ, Picasa, LinkedIn, Mister Wong, Delicious, Sevenload und Slideshare. Die Sampleaufteilung nach Medienbereichen verrät hier eine besonders starke Nutzung von Twitter durch Online und Multimedia Redaktionen sowie von Nachrichtenagenturen und eine schwache Nutzung von Zeitschriftenredaktionen. Ebenfalls Interessant: Bereits 45 Prozent der Journalisten nutzen Smartphones für ihre Arbeit. Mit diesen Geräten können sie theoretisch sämtliche genannten Kanäle auch mobil nutzen.

Fazit
Die aktuellen sowie mit großen Stichproben arbeitenden Studien der news aktuell GmbH bieten für meine Arbeit eine wichtige empirische Grundlage zur Beurteilung der Nutzungsart und des Nutzens von Social Media im Finanzjournalismus in Deutschland. Der rasante Bedeutungszuwachs von sozialen Medien für Journalisten in den letzten drei Jahren ist bemerkenswert. Leider geht der „Medien-Trendmonitor“ 2010 nicht mehr auf Blogs ein, die für die Investor Relations momentan an Bedeutung gewinnen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 8. März 2011 | Abgelegt unter Social Media,Studien | 2 Kommentare