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Umfrage bei Analysten und Investoren zur Social Media Nutzung

Die US-amerikanische Corporate Communications und Investor Relations Beratung Brunswick erhebt regelmäßig Trends in der Social Media Nutzung durch die Financial Community. Vor kurzem habe ich hier bereits die Studie „Brunswick Group Survey Findings on New Media Usage by the Investment Community” von September 2009 vorgestellt (Studie: Social Media Nutzung durch die Investment Community). Jetzt bin ich bei meinen Recherchen auf die Neuauflage der Umfrage vom Herbst 2010 gestoßen: „Analyst and Investor Survey: use of Social Media and Digital Media“. Sie ist leider weder auf Slideshare oder Scribd noch auf einer anderen Web 2.0 Plattform verfügbar und wird somit von Google kaum gefunden. Dieser Post auf meinem WordPress Blog wird das hoffentlich ändern.

Umfrage bei Analysten und Investoren zur Social Media Nutzung - Quelle Brunswick

Auswertung der Studie
Mit der Darstellung und Bewertung der Studie möchte ich mich diesmal kurz fassen. Mit 401 befragten Financial Professionals aus Europa, Nordamerika und dem Rest der Welt ist die Stichprobengröße um etwa 50 Personen kleiner als in 2009. Die Aufteilung zwischen Buy- und Sell side, Unternehmensgröße und Alter der Befragten ist ähnlich ausgeglichen wie im Vorjahr.

Nutzung einiger Social Media Kanäle leicht zurückgegangen
Im Vergleich zu 2009 ist die Social Media Nutzung und die ihr zugeschriebene Bedeutung größtenteils gleich geblieben, jedoch in einigen Bereich leicht rückläufig. Während 2009 11 Prozent der Befragten angaben, dass Social Media wie Blogs und Social Networks zu ihren drei wichtigsten Informationsquellen gehören, waren dies in 2010 nur 6 Prozent. Die Nutzung insgesamt von Blogs und Social Networks durch die Financial Community ist dagegen weiter gestiegen: 47 Prozent der Befragten lesen Blogs auf der Suche nach beruflich relevanten Informationen (8% posten selbst auf Blogs) und 17 Prozent lesen solche Informationen auf Sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook (5% posten dort selbst).

Bedeutung von Social Media für Investmententscheidungen - Quelle Brunswick

Wachsende Bedeutung von Twitter
Die Relevanz des Microblogging Dienstes Twitter bildet nun auch Brunswick in seiner Umfrage ab. So wurde in 2010 erstmalig erhoben, dass 11 Prozent der Investment Community Informationen auf Twitter lesen und knapp die Hälfte davon (5%) dort selbst twittert. Ebenfalls 11 Prozent gaben an, durch Twitter auf interessante Investmenmöglichkeiten aufmerksam geworden zu sein und ganze 4 Prozent haben aufgrund einer Twitterinformation bereits eine konkrete Handlungsentscheidung getroffen. Die Zahlen zu Twitter stellen eine echte Bereicherung der Studie dar und werden hoffentlich weitergeführt.

 

Die wichtigsten Online Informationsquellen für Analysten und Investoren - Quelle Brunswick

Die wichtigsten Online Informationsquellen für Analysten und Investoren - Quelle Brunswick

Geschrieben von Andreas Köster am 18. April 2011 | Abgelegt unter Social Media,Studien,Twitter | 1 Kommentar

Studie: Social Media Nutzung durch die Investment Community

Deutsche Unternehmen stellen bei der Entscheidung, ob sie Social Media in den Investor Relations einsetzen sollten, stets die Frage nach der Nutzung dieser Sozialen Medien durch die Investment Community. Valide Zahlen in diesem Bereich zu finden ist schwierig. Insbesondere in Deutschland gibt es wenige darauf spezialisierte Beratungen, die aktuell Studien in größerem Rahmen durchführen (Ausnahme ist z. B. NetFederation).

Glücklicher Weise decken die Erhebungen der großen US-amerikanischen Corporate Communications und Investor Relations Beratung Brunswick auch Europa mit ab. Die Studie „Brunswick Group Survey Findings on New Media Usage by the Investment Community” von September 2009 wird eine der zentralen Quellen für meine Masterarbeit sein, um die Relevanz von Social Media für institutionelle Investoren, Buy-Side Analysten und Sell-Side Analysten zu diskutieren.

Teilnehmer und Erhebungsart
Von mehreren tausend angeschriebenen, antworteten 455 verantwortliche Personen in einem relativ ausgeglichenen Verhältnis von Investoren, Buy-Side Analysten und Sell-Side Analysten. Die Antworten kamen etwa zur Hälfte aus den USA und zur Hälfte aus Europa, wobei leider keine näheren Länderangaben gemacht werden. Blogs, message boards, Soziale Netzwerke wie Facebook und micro-blogging Dienste wie Twitter wurden in der Studie als „New Media“ zusammengefasst.

Kernaussagen der Studie bezogen auf Social Media

  • Informationsquelle: Für 4 Prozent aller Befragten sind New Media (Blogs, message boards, Soziale Netzwerke und micro-blogging Dienste) die wichtigste Informationsquelle überhaupt. Soziale Netzwerke wurden von 13 Prozent als zunehmend wichtig für die tägliche Arbeit eingestuft. Blogs werden von 43 Prozent der Investoren und Analysten gelesen und 5 Prozent posten aktiv beispielsweise Kommentare. Auf die Frage, wieso ggf. keine Informationen aus Sozialen Netzwerken gezogen werden gaben 67 Prozent an, dass sie die Informationen dort nicht für verlässlich halten und 22 Prozent haben schlicht auch keinen Zugang zu Social Networks.
  • Informationsmedium: Besonders bei Befragten höheren Alters stehen nach wie vor Printprodukte wie beispielsweise Geschäftsberichte hoc h im Kurs. Blogs dagegen werden insbesondere von Mitarbeitern von Technologieunternehmen bevorzugt.
  • Handlungsbeeinflussung: Die Studie fragte ausdrücklich, ob in Social Media wie Sozialen Netzwerken oder Blogs schon einmal Informationen gefunden wurden, welche eine Investment Entscheidung entweder betroffen hat (read information)oder gar zu einer Entscheidungsfindung geführt hat (made decision). Soziale Netzwerke haben demnach bei 4 Prozent und Blogs bei 20 Prozent aller Befragten bereits mindestens eine Investmententscheidung ausgelöst.

Nutzung von Blogs und Sozialen Netzwerken durch Investment Community

Zukunftsperspektiven für Social Media
Wenn auch etwas zurückhaltender als die US Investoren, gab die Mehrheit der europäischen Investoren an, dass Social Media für Investitionsentscheidungen wahrscheinlich (41%) oder sicher (11%) eine immer bedeutendere Rolle spielen werden.

Zukünftige Bedeutung von Social Media für Investment Community

Investor Relations vor neuen Herausforderungen
Beeindruckt hat mich Brunswick in Bezug auf die Nutzwert Diskussion von Social Media in den Investor Relations bereits – auf einem Seminar des Deutschen Aktieninstituts (DAI). In seinem Vortrag „Aktuelle Trends in der Kapitalmarktkommunikation“ sagte Gundolf Moritz (Brunswick Group GmbH) die von Unternehmen geführte Aufwand-Nutzen Diskussion sei grundsätzlich engstirnig vor dem Hintergrund, eines fundamentalen gesellschaftlichen Wandels.

Dem stimme ich persönlich voll und ganz zu. Nichts desto trotz werde ich in meiner Masterarbeit selbstverständlich fundiertes Zahlenmaterial für eben diese Diskussion liefern.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 6. April 2011 | Abgelegt unter Quellen,Studien | 1 Kommentar

Investor Relations Pages auf Facebook?

Dass Facebook durch seine über 600 Millionen aktive Nutzer per se relevant für Unternehmen und ihre Kommunikation ist, muss ich nicht weiter erläutern. Doch wie sieht es speziell in Deutschland und noch spezieller bezogen auf die Investor Relations Kommunikation aus? Der Artikel soll in aller Kürze einen aktuellen Status Quo zur Facebook Nutzung für die Finanzmarktkommunikation aufzeigen.

Investor-Relations-auf-Facebook

Deutschland ist „Facebook Entwicklungsland“
Zwar nutzen in Deutschland mittlerweile mehr als 15 Millionen Menschen Facebook doch die Penetrationsrate liegt noch deutlich unter der von beispielsweise der Schweiz, Österreich oder Dänemark mit ca. 80 Prozent aller Internetanwender. Onlineexperten sind sich sicher, dass in den kommenden Monaten insbesondere die Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren, wie in anderen europäischen Ländern, auch hierzulande explosionsartig wächst. Durch weit verbreitete Techniken wie Facebook Connect und Facebook Open Graph dehnt sich das Netzwerk immer weiter außerhalb der eigentlichen Plattform aus. Der Facebook Account wir zu einer Art „Internet-Pass“. Mit diesem Pass kann sich ein Nutzer authentifizieren, anmelden und sein Freundschaftsnetzwerk integrieren. Kurz: Facebook kann für Internetnutzer relevanter als Google sein. Ein dafür meiner Meinung nach wichtiger Indikator ist die Internetbrowser Startseite.

Alle börsennotierten Unternehmen sind in Social Media vertreten
Zumindest passiv sind sämtliche in Deutschland börsennotierten Unternehmen auf Kanälen wie Twitter und Facebook vertreten. Das passiert durch automatisierte Dienste von PR-Dienstleistern, welche beispielsweise Ad-hoc Meldungen in Social Media Kanälen streuen. In Twitter sind das zum Beispiel @investorsms und auf Facebook news aktuell. Unternehmen die bisher nicht wenigstens Webmonitoring betreiben, also „beobachten“ oder „zuhören“, könnte diese Tatsache überraschen.

Doch automatisierte Dienste werden der wertvollen Zielgruppe der Investoren kaum gerecht. „Twitter-Bots“ und „RSS-Schleudern“ sind nicht geeignet, um in einen Dialog einzutreten. Dafür wäre eine gut gepflegte Facebook Fanpage notwendig.

Investor Relations – auf deutschen Facebookseiten Fehlanzeige
Eine der wenigen empirisch-wissenschaftlichen Studien zur allgemeinen Social Media Nutzung deutscher Unternehmen ist die Untersuchung „Wie nutzen Deutschlands größte Marken Social Media?“ der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Agentur construktiv und Prof. Dr. Alexander Nicolai aus Dezember 2009. Nach dieser Inhaltsanalyse (N=100) ist Twitter der beliebteste Social Media-Dienst: 39% der Marken nutzen ihn, gefolgt von YouTube mit 37%, Facebook mit 28% und Corporate Blogs mit 12%.

Social-Media-Nutzung-Deutscher-Unternehmen-nach-Plattformen

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Aktieninstituts und der NetFederation halten 76 Prozent der befragten börsennotierten Unternehmen (N= 75) eine Facebook Fanseite als innovatives Instrument der Finanzkommunikation für nicht nützlich. Diese recht abwehrende Haltung spiegelt sich in der tatsächlichen Nutzung von Facebook für die Investor Relations wider:

Die Deutsche EuroShop AG ist meines Wissens das einzige deutsche Unternehmen mit dediziertem IR Reiter (Unterseite) auf Facebook. Patrick Kiss (Head of IR & PR) ist für sein Engagement in diesem Bereich bekannt. Eine solche FBML programmierte Einbettung des 12-Monats-Aktienkurs-Charts hat bisher kein DAX Unternehmen.

DES_AG IR Fanpage auf Facebook

Screenshot des DES_AG IR Reiters auf Facebook

Social Media bisher nur für Marketing und Co. genutzt
DAX-Unternehmen trauen sich nur langsam auf die viel zitierte „Social Media Party“. Sie sammeln in Deutschland bislang in erster Linie Erfahrungen in den Bereichen Marketing, Customer Relation Ship/ Support und Human Resources, jedoch noch nicht in den Investor Relations. Beispiele für diese Einschätzung sind die Fanpages der Daimler AG, Deutsche Post, Bayer oder BASF. Wobei BASF durch Informationen über Produkte und Lösungen auffällt, was durchaus zu IR relevanten Softfacts zählt.

Fazit
Im Gegensatz zu amerikanischen oder kanadischen Unternehmen (z. B. die viel gelobte TVI Pacific Inc. mit ihrer IR Fanpage) müssen Investoren interessante IR Fanpages bei deutschen Unternehmen bislang mit der Lupe suchen. Da Facebook weiter an Relevanz für sämtliche Kommunikationsbereiche zunehmen wird und in anderen Unternehmensbereichen immer mehr Erfahrung mit Social Media gewonnen wird, ändert sich dieses Bild vermutlich in den kommenden Monaten und Jahren.

Geschrieben von Andreas Köster am 14. Februar 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Facebook,Social Media | 1 Kommentar

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