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Was IROs über Facebook und Twitter wissen sollten

Heute möchte ich kurz auf einen Guide des IR Magazine für Investor Relations Manger von November 2010 hinweisen. Das IR Magazine hat Büros in London und New York und stellt zusammen mit seiner IR Onlineplattform Inside Investor Relations eine der wichtigsten englischsprachigen Quellen dar. Mit dem 12seitigen, locker geschriebenen Guide sollen gestandene IROs (Investor Relations Officer) behutsam an das Thema Social Media herangeführt werden.

Facebook und Twitter verstehen
Einleitend wird daher nochmals erklärt, was Facebook und Twitter sind, wieso sie immer relevanter werden und weshalb Investor Relations Abteilungen Social Media Kommunikation nutzen sollten („Fishing where the fish are“). Vielfach ist noch der Irrglaube verbreitet, es gäbe spezielle Regeln, wie und was man in Twitter und Facebook genau kommunizieren sollte. Dabei kann ein Unternehmen wie in anderen Kanälen auch, einfach frei auf die gewünschte Zielgruppe eingehen – entsprechende Personen werden schon bald zuhören, wenn es ihnen einen Nutzen welcher Art auch immer bringt. In der Regel dauert es nicht lange, eine eigene, passende „Unternehmens-Tonalität“ und entsprechende Inhalte zu finden. In diesem Zusammenhang stellt das IR Magazine eine kurze Social Media Policy Checklist vor, in der neben der Disclaimer Thematik auch Verlinkungen auf Quellen Dritter angesprochen werden.

Social Media Policy Checklist

Social Media Policy Checklist - Quelle: IR Magazine

Fragen und Antworten zu Social Media in IR
In einem Interview mit einer IR Agentur wird besprochen, wie Social Media die Investor Relations beeinflusst und wie Unternehmen den Einstieg schaffen und entsprechende Fans und Follower für sich gewinnen können. Der Artikel betont die Relevanz von direktem Feedback der Anteilseigner für das Unternehmen und bringt erneut den Hinweis, man solle nichts über das Unternehmen twittern, was man nicht auch auf der Titelseite der New York Times verkraften könne – die potenzielle Reichweite der Kommunikationskanäle ist ähnlich.

Social Media im Issues Management
Interessant finde ich auch den Artikel „When social media really count“, in dem es um Krisenkommunikation im Web 2.0 geht. Es ist bekannt, dass leise Signale in Social Media mit entsprechendem Monitoring automatisiert und frühzeitig wahrgenommen werden können. Wahrscheinlich setzten Abteilungen wie Marketing oder HR bereits Web-Monitoring für das Unternehmen ein. Ein rechtzeitiges Eingreifen in Social Media (beispielsweise bevor aus einzelnen Vorwürfen und Kritik laute Signale werden, die auf andere Medien übergreifen) ist jedoch fast ausschließlich mit einer etablierten Repräsentanz wie beispielsweise einer Facebook Fanpage oder einem Twitteraccount möglich. Neben der Chance, dass dort aktive Brand Advocates des Unternehmens Vorwürfe und Kritik eigenständig widersprechen, ist so ein authentischer Dialog möglich (Hier eine nette Übersicht über den Nutzertyp des Brand Advocate).

Fazit
Der vorgestellte Guide des IR Magazine bringt keine wirklichen Neuigkeiten, bereitet jedoch Grundlagen von zwei der wichtigsten Social Media Kanäle kurzweilig für Investor Relations Manager auf. Ich denke, die Summe solcher kleiner Veröffentlichungen trägt dazu bei, dass beispielsweise in den USA die „Entmystifizierung“ neuer Kommunikationsarten in sehr klassischen Unternehmensbereichen wie IR weit fortgeschritten ist. Es sollte abseits von Hype und Vorurteilen über Social Media in den Investor Relations diskutiert werden.

Was IROs über Facebook und Twitter wissen sollten

 

 

Geschrieben von Andreas Köster am 19. März 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Quellen | 1 Kommentar