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Mit 7 Schritten in den IR-Social-Media-GAU

Seit Monaten beschäftige ich mich nun schon mit Social Media in den Investor Relations und bin auf der Suche nach Best-Practice-Lösungen. Obwohl Finanzkommunikation grundsätzlich ein ernstes Thema ist, sind doch alle Personen, mit denen ich bisher in diesem Zusammenhang Kontakt hatte, humorvolle Menschen, die die folgende Anleitung für den „IR-Social-Media-GAU“ vielleicht erheitern wird. IR-Manager, die die Fertigstellung meiner Masterarbeit nicht abwarten möchten, sollten einfach folgende Schritte unternehmen ;)

Investor Relations Social Media GAU

1. Legen Sie sofort los
Monitoring, Zielgruppenanalysen und seitenlange Konzepte sind etwas für Langweiler und Aussitzer. Das Web 2.0 wartet nicht – seien Sie mit Ihrer Investor Relations Kommunikation noch heute dabei. Konten bei Facebook, Twitter und Youtube sind mit ein paar Klicks innerhalb von Minuten angelegt und sofort können die ersten Infos rausgehauen werden.

2. Fans und Follower locken
Das Maß aller Dinge im Web 2.0 ist die Anzahl der Follower und Fans. Gleich tausende davon kann man im Paket von Agenturen in Indien oder Vietnam einkaufen. Billiger ist es jedoch, die Financial Community mit Insiderinformationen auf die eigenen Kanäle zu locken (Best-Practice ist hier sicherlich der Rapper „50 Cent“). Dass Ihr Unternehmen beispielsweise „heiße Infos“ twittert, wird sich wie ein Lauffeuer herumsprechen und Sie werden sich in Kürze vor Followern kaum noch retten können. Enorme Aufmerksamkeit ist Ihnen ebenfalls sicher, wenn Sie den Quartalsbericht einige Stunden früher auf Ihren IR-Blog hochladen.

3. Nicht vollquatschen lassen
Durch die wachsende Masse von Web-2.0-Nutzern sind immer mehr Labertaschen und Wichtigtuer dabei, die unbedingt Ihre Aufmerksamkeit wollen und einen „intensiven Dialog“ fordern. Auf so etwas sollten Sie sich alleine aus Zeitgründen nicht einlassen! Nur weil einer auf sharewise auf Aktienkenner macht oder irgendein komisches Blog betreibt, gibt ihm das noch lange nicht das Recht, einen hochbezahlten IR-Manager von der Arbeit abzuhalten.

4. Arbeiten Sie wirtschaftlich
Social Media ist ein ausgezeichnetes, kostenloses Marketing-Tool. Ohne Aufwand können Sie über Ihre Social Media Kanäle sämtliche Online-Inhalte automatisch per RSS-Feed verbreiten lassen. Je mehr Nachrichten die Investoren von Ihnen erhalten, desto besser. Auch lassen sich die Konten untereinander verbinden, sodass beispielsweise jedes gesehenes Youtube-Video automatisch bei Twitter gepostet und von da aus wiederum automatisch bei Facebook allen Fans gezeigt wird. Wenn Sie dann den Rest von einem motivierten Praktikanten erledigen lassen, hat Ihr Unternehmen Social Media zum Nulltarif!

5. Überformalisierung vermeiden
Social Media ist ein flippiges Medium und soll einfach nur Spaß machen. Vermeiden Sie es, zusammen mit einer überteuerten Agentur in einem elend langen Prozess irgendwelche unnötigen „Social Media Guidelines“ zu erarbeiten, die die Mitarbeiter sowieso nur verwirren. Sie werden schon ihre eigenen Erfahrungen machen. Wenn ein User dumm kommt, kriegt er beispielsweise eine deftige Ansage und dank Ihrer schlagkräftigen Rechtsabteilung sitzen Sie sowieso am längeren Hebel. Sollten Ihren eigenen IR-Mitarbeitern ab und zu mal ein kleiner Tweet herausrutschen, der Ärger macht – seinen Sie nachsichtig, das wird sich mit der Zeit schon einspielen.

6. Von anderen Abteilungen abheben
Bestimmt bildet sich die Marketing- und Vertriebsabteilung auch in Ihrem Unternehmen mächtig etwas darauf ein, schon länger in Social Media aktiv zu sein und ach so „wertvolle Erfahrungen“ gesammelt zu haben. Die Marketingfuzzis werden sich noch wundern, wenn sie rechts überholt werden! Für den Überraschungseffekt und den Triumph ist es jedoch wichtig, dass die anderen Abteilungen im Voraus nichts von den Investor Relations Accounts mitbekommen.

7. Gerüchteküche anheizen
Social Media kann hervorragend dazu genutzt werden, hier und da einige (für die Wettbewerber ungünstige) Gerüchte zu streuen. Legen Sie dazu einfach ein paar Fake-Accounts auf Twitter und Facebook an. Über Posts, Kommentare und negative Erwähnungen können Sie so vollkommen anonym bei Mitbewerbern den geprellten Anleger mimen bzw. das eigene Unternehmen hochleben lassen! Diese Arbeit können Sie auch an externe Agenturen (z. B. Burson-Marsteller) outsourcen – aber eigentlich sollte Social Media immer kostenlos bleiben…

Zu Erweiterungen der Liste lade ich in der Kommentarfunktion ausdrücklich ein.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 17. Mai 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Organisatorisches | 1 Kommentar