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Edelman Trust Barometer 2012: Deutschland ist und bleibt skeptisch

Die Bevölkerung in Deutschland ist im internationalen Vergleich gesehen extrem skeptisch. Gegenüber den Klassischen Medien sowie gegenüber der Finanzdienstleistungsbranche ist das Vertrauen im vergangenen Jahr sogar noch einmal extrem gesunken, wie die Studie „Edelman Trust Barometer 2012“ zeigt.

Misstrauen gegenüber Banken und Finanzdienstleistern
Die angesehene Studie, die in 25 Ländern je 1.000 Personen nach ihrer Einstellung befragt, ergab schon im Jahr 2011 deutlich negative Ergebnisse für den Finanzsektor: Im Vergleich aller Branchen landeten die Finanzdienstleister auf dem vorletzten Platz (ihnen vertrauten lediglich 32% der Befragten). Banken landeten sogar auf dem letzten Platz mit nur 23% Vertrauen. Laut den heute von Edelmann veröffentlichten Daten belegen nun die Finanzdienstleister mit nur noch 14% den letzten Platz, was einen Einbruch um 18% bedeutet. Banken vertrauen nur noch 19% der Bundesbürger.

Vertrauen in Branchen - Edelman Trust Barometer 2012

 

Vertrauenseinbruch auch bei Klassischen Medien
Die Skepsis der Deutschen wird auch bei der Auswertung des Vertrauens bezogen auf unterschiedliche Medien deutlich: Während im internationalen Durchschnitt das Vertrauen in traditionelle Medien (z. B. Zeitung und Rundfunk) sowie in Online-Medien relativ hoch ist, zeigen die Studienergebnisse für Deutschland ein komplett anderes Bild. Das Vertrauen in Klassische Medien ist hier um 14% eingebrochen. Der ohnehin sehr geringe Prozentsatz an Personen, die Online-Quellen Vertrauen schenkt ist ebenfalls um 7% gesunken und liegt aktuell bei nur noch 13%.

Am wenigsten glauben die Befragten hierzulande Informationen aus den Social Media. Auch wenn der Wert sich hier von 3% auf 5% steigerte, so misstrauen immer noch 95 von 100 Befragten den Inhalten aus Social Media.

Vertrauen in Medien - Edelman Trust Barometer 2012

 

Starke Unterschiede im internationalen Vergleich
Die globalen Ergebnisse der Studie hatte Edelmann bereits Ende Januar 2012 publiziert. Wie stark die jetzt veröffentlichten Werte für Deutschland davon abweichen, ist erstaunlich. International gesehen vertrauen immerhin fast dreimal so viele Menschen (14%) den Social Media als Informationsquelle wie hierzulande (5%).

Die Studie hilft somit zu verstehen, wieso Entwicklungen im Bereich Social Media gerade im Banken- und Finanzdienstleistungssektor nur so langsam vorankommen. Es liegt wohl in erster Linie an den Unternehmen der Branche, sich hier wieder Vertrauen für sich und ihre Inhalte aufzubauen.

2012 Trust Barometer: Germany Results from Edelman Insights

Geschrieben von Andreas Köster am 15. November 2012 | Abgelegt unter Finanzkommunikation,Quellen,Studien | Keine Kommentare

Studie „DIRK-Stimmungsbarometer 2011“: Social Media hält Einzug in IR

Die Studie „DIRK-Stimmungsbarometer“ gibt der Deutsche Investor Relations Verband (DIRK) zweimal im Jahr zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) heraus. Sie basiert auf der Befragung von mehr als 700 Investor-Relations-Abteilungen börsennotierter Gesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Großbritannien. Die aktuelle Befragung des Stimmungsbarometers Frühling 2011 wurde auf der 14. DIRK-Jahreskonferenz vorgestellt und hat den Themenschwerpunkt „Die Rolle und Bedeutung von Social Media in der Unternehmenskommunikation“.  Die Rücklaufquote beträgt in Deutschland 36 %, in Österreich 35 %, in der Schweiz 39 % und in Großbritannien 11 %. Für 43 % der börsennotierten Gesellschaften in Deutschland sind Social Media bereits Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Allen voran nutzen DAX-Unternehmen (59 %) die interaktiven Kanäle und Plattformen. Ein ähnliches Bild wie in Deutschland zeigt sich im Nachbarland Österreich sowie in Großbritannien. In der Schweiz liegt der Anteil der Unternehmen, die soziale Medien nutzen, sogar bei 62 %.

Studie ergibt: Social Media ist strategisch verankert
Die Vielfalt der sozialen Medien, ihr rasantes Wachstum und die sich ständig wandelnden Anwendungsmöglichkeiten sorgten in den Anfängen des Social Web dafür, dass Unternehmen teilweise nach den Prinzipien von „Versuch und Irrtum“ und „dabei sein“ handelten. Mittlerweile basiert die Nutzung von Sozialen Medien nicht mehr auf Aktionismus, sondern ist strategisch im Unternehmen verankert: In Deutschland verfolgen bereits 45 % aller Befragten – bei DAX-Gesellschaften sind es sogar 65 % – eine Social-Media-Strategie. Weitere 21 % planen, eine solche Strategie in den kommenden zwölf Monaten aufzusetzen. In Österreich hat über die Hälfte, in Großbritannien und der Schweiz jeweils zwei Drittel der Unternehmen ein entsprechendes Strategiepapier ausgearbeitet oder plant diesen Schritt innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Gründe für eine Social Media Nutzung in Unternehmen
Die Gründe, soziale Medien in die Informations- und Kommunikationskultur einzubinden, sind vielfältig, die Prioritäten innerhalb der befragten Länder ähnlich gelagert. Aus Sicht der deutschen Unternehmen macht die Einbindung und Nutzung von Social Media hauptsächlich deshalb Sinn, weil über diese gezielten und kanalisierten Informationen neue Zielgruppen erreicht werden. Dieser Meinung stimmen 42 % der Befragten zu. Hinzu kommt, dass im Social Web „Meinungen und Stimmungen über das eigene Unternehmen“ aufgenommen werden (41 %) und sich das Unternehmen als „innovativ“ am Kapitalmarkt positionieren kann (36 %). Auf Rang vier und fünf der Motivliste folgen die Argumente „Anstieg der Interaktivität“ und „Anstieg des Bekanntheitsgrades“ mit 34 beziehungsweise 31 % Zustimmung. Für die Unternehmen in Österreich ist der „Anstieg des Bekanntheitsgrades“ mit 71 % Zustimmung der treibende Faktor. Für die schweizerischen Unternehmen steht „Anstieg der Interaktivität“ mit 57 % Zustimmung an erster Stelle.

Gründe für Unternehmen Social Media zu nutzen

Journalisten und private Investoren als wichtigste Zielgruppe
Über alle Länder hinweg gelten Journalisten als wichtigste Zielgruppe in der Social-Media-Kommunikation, dicht gefolgt von privaten Investoren und Interessen-Vereinigungen. Weniger als ein Drittel aller Befragten hält politische Parteien, Eigen- und Fremdkapitalgeber, Branchenverbände sowie Analysten und institutionelle Investoren für wichtige bis sehr wichtige Informationsempfänger und Dialogpartner. In der Vorausschau auf die nächsten zwei Jahre gibt es zwar keine Veränderung in der Reihenfolge. Für die Befragten steht jedoch fest, dass die Bedeutung von Social Media für alle der genannten Unternehmenszielgruppen zukünftig steigen wird.Zielgruppen der Online Investor Relations

 

Bedeutung für Investor Relations steigt im kommenden Jahr rasant an
Nur 12 % der deutschen Unternehmen halten Social Media als Bestandteil der derzeitigen Investor-Relations-Arbeit für wichtig. In Österreich und der Schweiz liegt der Anteil bei jeweils 24 %. Der größte Zuspruch kommt von Seiten der Briten: 26 % der Befragten hält Social Media als Bestandteil der derzeitigen Investor-Relations-Arbeit für wichtig bis sehr wichtig. Dass die Bedeutung in naher Zukunft stark zunehmen wird, zeigt der Blick auf die nächsten 365 Tage: 71 % der österreichischen, 62 % der schweizerischen, 61 % der britischen und 46 % der deutschen Unternehmen schätzen Social Media als Bestandteil der Investor-Relations-Arbeit in einem Jahr als wichtig bis sehr wichtig ein.

Schweizer Investor Relations Abteilungen führend
Vorreiter in der Nutzung von Social Media basierten Anwendungen sind derzeit die Investor-Relations-Abteilungen in der Schweiz. In Deutschland, Österreich und Großbritannien nutzt nicht mal ein Drittel der Befragten die sich bietenden Möglichkeiten. Zu den Top 3 der meistgenutzten Social Media basierten Anwendungen zählen Online-Lexika wie Wikipedia, Microblogging-Seiten wie Twitter und soziale Netzwerke wie Facebook, XING und LinkedIn.

Für IR genutzte Social-Media-Anwendungen

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Quellen: dirk.org, presseportal.de

Geschrieben von Andreas Köster am 5. Juli 2011 | Abgelegt unter Investor Relations,Organisationen,Quellen,Social Media,Studien | 4 Kommentare

Deutsche Online Börsen- und Finanzportale

Für Online Investor Relations haben Börsen- und Finanzportale im Internet wachsende Bedeutung. Dort werden dem Nutzer nahezu in Echtzeit Börsennews, Unternehmenszahlen und Aktiencharts, sowie Analystenmeinungen und Hintergrundberichte zusammengestellt. Tabellen und Informationen sind flexibel und übersichtlich nach den Interessen des Nutzers gestaltbar. Nach Anmeldung können verschiedene Newsletter abonniert oder eigene virtuelle Aktien-Portfolios angelegt werden. In Foren und Communities schreiben Nutzer über Unternehmen und deren Aktienwert. Sie beeinflussen damit andere Nutzer und eben den Aktienwert.

Deutsche Online Börsen- und Finanzportale - www.online-investorrelations.de

Millionen Nutzer tummeln sich auf Onlineportalen
Die Vielzahl unterschiedlicher Plattformen für Börsen- und Aktieninformationen hat insgesamt eine relativ hohe Bedeutung für die Internetnutzung in Deutschland. Das entnehme ich den Ergebnissen der Markt-Media-Studie internet facts 2010-IV[1] der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V. (AGOF). Diese listet knapp 20 der größten Online-Angebote auf, die theoretisch in Summe 14,5 Prozent aller Internetnutzer in den vergangenen drei Monaten erreichten bzw. eine theoretische Netto-Reichweite von über sieben Millionen Usern pro Monat erreichen. Die tatsächlichen Summen sind jedoch vermutlich geringer, da ein einzelner finanzinteressierter User eher mehrere der Portale parallel nutzt.

Die Markt-Media-Studie internet facts 2010-IV berücksichtigt nicht relevante Dienste ausländischer Unternehmen (wie beispielsweise Google Finance), Plattformen, die nicht separat ausgewiesen sind (z. B. Yahoo! Finance von Yahoo! Deutschland) und Plattformen von Nicht-Mitglied Unternehmen der AGOF (z. B. Sharewise GmbH). Nutzer dieser Plattformen kommen also noch hinzu.

Redaktionelle Inhalte vs. nutzergenerierte Inhalte
Knapp die Hälfte der Portale setzt teilweise auf User Generated Content und damit auf die Beteiligung der Internetgemeinde im Social Web. Für meine Untersuchung von Social Media in den Investor Relations sind diese Portale besonders interessant, da sie nicht ausschließlich auf klassische redaktionelle Inhalte wie Ad-hoc Meldungen, Agenturmeldungen und Analystenbewertungen aufbauen, sondern jeder angemeldete Nutzer seine Meinung, Bewertung und Analyse zu einer beliebigen Unternehmensaktie publizieren kann. In solchen Online Communities verlieren die bekannten Gatekeeper wie Investor Relations Abteilungen, Nachrichtenagenturen und Fachmedien ihre Deutungs- und Verlautbarungshoheit. Jeder kann schreiben, bewerten und prognostizieren.

Angebot Reichweite in % 

(bezogen auf Internetnutzer

letzte 3 Monate)*

Netto-Reichweite 

in Mio Unique User je Durchschnittsmonat*

User Generated Content
finanzen.net (http://www.finanzen.net/) 2,90 1,47 Forum
OnVista Finanzportal (http://www.onvista.de/) 1,90 0,97 nein
wallstreet-online.de (http://www.wallstreet-online.de/) 1,50 0,76 Forum
Finanzhorizonte (http://www.finanzhorizonte.de/) 1,30 0,64 nein
FinanzNachrichten.de (http://www.finanznachrichten.de/) 1,20 0,61 nein
Ariva (http://www.ariva.de/) 1,10 0,58 Forum
Reuters.de (http://de.reuters.com/) 0,80 0,41 nein
Finanztreff.de (http://www.finanztreff.de/) 0,70 0,35 nein
boersennews.de (http://www.boersennews.de/) 0,70 0,34 Forum
boerse-online.de (http://www.boerse-online.de/) 0,40 0,23 Forum
boerse.de (http://www.boerse.de/) 0,40 0,22 nein
boerse-frankfurt.de (http://www.boerse-frankfurt.de) 0,30 0,16 nein
Boerse Stuttgart (https://www.boerse-stuttgart.de/) 0,30 0,16 nein
stock-world (http://www.stock-world.de/) 0,20 0,12 Forum
Wertpapier Forum (http://www.wertpapier-forum.de/) 0,20 0,11 Forum
Sbroker (http://www.sbroker.de/) 0,20 0,09 nein
DAF Deutsches Anleger Fernsehen (http://www.daf.fm/) 0,20 0,09 nein
Aktienboard (http://www.aktienboard.com/) 0,10 0,07 Forum
aktiencheck.de (http://www.aktiencheck.de) 0,10 0,05 Forum
Summe 14,5 7,43

* Daten stammen aus den Ergebnissen AGOF Markt-Media-Studie internet facts 2010-IV

Dinosaurier des Social Web
Foren existieren schon fast so lange wie das Internet selbst. Sie gaben den Nutzern frühzeitig über einen Rückkanal die Möglichkeit, etwas aktiv im Netz zu „verändern“. Foren werden daher auch Dinosaurier des Social Web genannt. Dass diese Dinosaurier bei Börsen- und Finanzportalen in Deutschland alles andere als ausgestorben sind, zeigt sich deutlich.

Foren sind jedoch statisch und werden durch ihre eindimensionale Ordnung (nach dem Veröffentlichungszeitpunkt der Einträge) mit zunehmender Größe unübersichtlich. Ein fortschrittlicheres Web-2.0-Konzept bietet beispielsweise die Aktiencommunity Sharewise. Dieses Angebot der Sharewise GmbH ist von der AGOF Studie nicht erfasst und setzt mit ca. 0,38 Mio. Usern im Monat nahezu ausschließlich auf User Generated Content.

Ausblick in die USA
Die Situation in den USA unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht deutlich. Aufgrund der Bevölkerungsgröße sowie der höheren Bedeutung von privaten Investoren insgesamt existiert dort eine noch größere Anzahl von Börsen- und Finanzportalen. Alleine SeekingAlpha erreicht pro Monat weit über drei Millionen User. Die Portale Wikinvest, Covestor, StockTwits und Wealthfront sind ebenfalls groß. Zudem sind einige der Community-Portale auf reale Transaktionen ausgelegt, bei denen Aktienkäufe und -verkäufe nicht in einem virtuellen Portfolio nachgespielt, sondern über eine kooperierende Bank tatsächlich durchgeführt werden (Real-Trading). Die technische Form eines einfachen Forums (welches theoretisch mit wenigen Klicks eingerichtet werden kann) findet dabei kaum Verwendung. Vielmehr handelt es sich um komplexe Social Media Applikationen mit API Schnittstellen zu anderen Social Media Plattformen wie Twitter oder Facebook.

Ausblick
Vor dem Hintergrund des rasanten Wandels von Finanzkommunikation und Social Media sowie den Entwicklungen in den USA, prognostiziere ich insgesamt eine zunehmende Nutzung und Anzahl von Börsen- und Finanzportalen in Deutschland. Dabei werden klassische Foren nach und nach von modernen Web-2.0-Konzepten verdrängt und Real-Trading-Plattformen für Privatanwender entstehen. Der Anteil von User Generated Content wird langsam aber sicher steigen. Dies nötigt Emittenten nicht nur dazu, Web-2.0-Plattformen zu monitoren, sondern sich auch aktiv darin darzustellen und mit privaten Investoren zu kommunizieren.

 


[1] Basis für die Ergebnisse der AGOF ist der sogenannte Weiteste Nutzerkreis (WNK) der Online-Nutzer, d.h. Personen, die das Internet innerhalb der letzten drei Monate mindestens einmal genutzt haben. Der WNK umfasste in 2010 insgesamt 50,67 Millionen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren – das entspricht 71,9 Prozent. Mit dieser Reichweite dokumentiert der WNK die breite Nutzung des Internets als Informations-, Kommunikations- und Transaktionsmedium in Deutschland.

AGOF Markt-Media-Studie internet facts 2010

 

Geschrieben von Andreas Köster am 28. April 2011 | Abgelegt unter Quellen,Studien | 3 Kommentare

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