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Sensus Interview mit Patrick Kiss über Social Media und IR

Die schweizer Full-Service-Agentur für Wirtschaftskommunikation Sensus hat kürzlich ebenfalls Patrick Kiss zum Thema Social Media und Investor Relations befragt. Kiss ist in diesem Gebiet als Vorreiter aus der IR-Praxis ein gefragter Interviewpartner und bringt wieder einmal verschiedene Aspekte für börsennotierte Unternehmen auf den Punkt. Hier die besten Empfehlungen für Unternehmen, die mit der Social-Media-Kommunikation in den Investor Relations noch zögern, und natürlich das vollständige Interview.

Die Nutzerstruktur von Social Media entspricht immer besser den Zielgruppen von Investor Relations. Daher gilt für IR und Social Media: „Fish where the fish are!“

Ich erwarte, dass das Einbeziehen von Social Media bald schon zur Best Practice gehört.

Meiner Meinung nach sind für Investor Relations die Social-Media-Dienste Twitter, SlideShare und YouTube und mit Einschränkungen auch Facebook interessant.

IR-Manager und Vertreter kleinerer börsenkotierter Unternehmen sollten sich trotz aller Zeitknappheit wenigstens (passiv) mit Social Media beschäftigen, bevor sie in einer Situation plötzlich gezwungen sein könnten, die neuen Kanäle (aktiv) zu nutzen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 5. November 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Interviews,Investor Relations,Social Media | Keine Kommentare

Voestalpine AG zeigt Best-Practice in der Social-Media-Nutzung

Bei meiner bislang eher ernüchternden Suche nach vorbildlicher Social-Media-Kommunikation von österreichischen Aktiengesellschaften bin ich nun auf die Voestalpine AG gestoßen. Da der umfassende Einsatz von Social Media bei diesem (B-to-B-)Unternehmen teilweise auch die Investor Relations umfasst und in vielen Bereichen Vorbild-Charakter besitzt, möchte ich in diesem Post darauf aufmerksam machen.

Der Wikipedia-Artikel
Der Voestalpine-Konzern ist ein weltweit agierender Stahlkonzern und hat seinen Hauptsitz im österreichischen Linz. Die Voestalpine AG notiert seit 1995 an der Wiener Börse und ist eines der best performing ATX-Unternehmen, wie der umfassende und aktuell gepflegte Wikipedia-Artikel zu berichten weiß. Neben der Beschreibung einzelner Geschäftsbereiche finden darin sogar Innovationen des Unternehmens in Form von geschützen Eigenentwicklungen Platz. Dies mag vielleicht nicht jedem Wikipedianer gefallen, ist aus Sicht der Unternehmenskommunikation jedoch eine nicht zu unterschätzende Leistung.

voestalpine – Wikipedia

Die Facebook-Fanpage
Die Unternehmens-Fanpage hat derzeit über 3.300 Fans, ist aktuell gepflegt und aggregiert Inhalte aus dem Unternehmen sowie von externen Informationsquellen. Investor Relations relevante Inhalte sind bis auf eingebundene Youtube-Videos z. B. zur Geschäftsentwicklung nicht vorhanden. Das allgemeine Management der Seite und Details wie einer „Netiquette“-Seite machen einen Besuch für Kommunikationsverantwortliche dennoch lohnenswert.

Neben Facebook ist die Voestalpine AG auch auf Xing und LinkedIn vertreten.

Der Twitter-Account
Der im Corporate-Design gehaltene Twitter-Account @voestalpine hat über 700 Follower und ist mehr als 70 Mal gelistet. Er verlinkt die Unternehmensseite und stellt die beiden Twitterer Gerhard Kürner (@kuerner) und Andrea Zajicek (@social_comm) mit Bild vor. Das Unternehmen nutzt den Linkkürzer bit.ly und setzt @Mentions und #Hashtags passend ein. IR relevante Inhalte wurden bislang leider kaum getwittert.

voestalpine auf Twitter

Der Corporate-Blog
Ein Highlight stellt sicherlich der Corporate-Blog dar, der sich um das Thema Innovation dreht. Er verfügt über umfassende Inhalte, typische Blogfunktionen und stellt insgesamt die Innovationsstärke des Unternehmens ausführlich und überzeugend dar. Das Betreiben eines Blog kann als „Königsklasse“ der Social-Media-Kommunikation bezeichnet werden, da er die meisten Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten bietet, jedoch auch den größten Aufwand verursacht und umfangreiche Kenntnisse voraussetzt.

voestalpine-Innovation-Blog

Ein netter Nebeneffekt zur direkten Erreichung potenzieller Zielgruppen ist die hohe Relevanz von Blogs für Suchmaschinen. Beispielsweise rankt der Voestalpine-Blog mit dem Suchbegriff „Stahl Innovation“ auf Platz zwei der organischen Suchergebnisse bei Google-Deutschland. Andere Unternehmen müssen viel Geld an Google-Adwords zahlen, um zumindest in der Werbespalte angezeigt zu werden.

Google-voestalpine

Besonders interessant finde ich die Nutzung der Social-Bookmark-Plattform digg. Hier sammelt die Voestalpine relevante und interessante externe Links und integriert diese wiederum in den Corporate-Blog. Ein derartiges Vorgehen kenne ich bei keinem anderen Unternehmen. Dadurch, dass digg in Europa kaum verbreitet ist und Nutzer für eine Bewertung des Links (ein „digg“ ist vergleichbar mit einem „+1“ oder „gefällt mir“) registriert und angemeldet sein müssen, ist hier jedoch leider keine Beteiligung aus dem Social Web zu verzeichnen.

voestalpine Innovation digg

Der Slideshare-Account
Auf Slideshare stellt Voestalpine bislang 16 Präsentationen (jeweils einige hundert bis einige Tausend Views) und 12 Dokumente (einige hundert Views) bereit. Die Konzerndarstellungen und Aktionärsbriefe sind zweifelsohne IR bezogen und auch die Tagcloud der Seite identifiziert Slideshare als Informations-Kanal für die Financial Community.

Der Youtube-Kanal
Der Kanal der Voestalpine AG auf Youtube existiert seit September 2009 und zählt insgesamt fast 32.000 Videoabrufe. Der im Corporate Design gehaltene Kanal bietet auch etliche IR relevante Videos wie zur Geschäftsentwicklung, zu Quartalsergebnissen, Interviews mit dem CEO und Beiträgen zu Innovationen des Unternehmens. Hier ein Beispiel:

 

Social Media Integration auf der Webseite
Den überzeugenden Eindruck der Social-Media-Aktivitäten auf einer Vielzahl von Kanälen runden der Social-Media-Newsroom und die übersichtliche Verlinkung auf der Webseite ab. Hier können interessierte Nutzer die Meldungen themenbasiert durchsuchen. So gibt es beispielsweise die Rubrik „Finanz- und Investthemen der voestalpine“. Lediglich entsprechende separate RSS-Feeds habe ich vergeblich gesucht. Sämtliche Inhalte sind zudem für einfaches Teilen und Weiterleiten, beispielsweise in Facebook und Twitter, ausgelegt.

Social Media Governance
Dass im Unternehmen eine stark ausgeprägte Social Media Governance vorherrscht, lassen diverse Videos auf Youtube sowie das „voestalpine Social Media Manual“ schlussfolgern. Ich habe insgesamt den Eindruck, dass das Unternehmen seit ca. 2 Jahren intensiv an seiner Kommunikation im Social Web arbeitet und, dass das Ergebnis heute als Best-Practice auch über die Grenzen Österreichs hinaus gesehen werden kann.

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Geschrieben von Andreas Köster am 5. September 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Facebook,Linkedin,Slideshare,Social Media,Twitter,Wikipedia,Xing,Youtube | 1 Kommentar

Richtig twittern für IR-Abteilungen

Die auf moderne Online Investor Relations spezialisierte US-amerikanische Agentur Q4 Websystems hat mit ihrem aktuellen Whitepaper „Public Company Use of Social Media for Investor Relations – Part 1 Twitter & StockTwits“ einen hervorragenden Überblick zur Best-Practice Twitter-Nutzung in den Investor Relations veröffentlicht. Die anschaulichen Beispiele von 600 internationalen Unternehmen erläutern, wie und mit welchen konkreten Inhalten IR-Abteilungen das zunehmend wichtiger werdende Microblog Twitter bespielen können.

Die Ergebnisse des Whitepaper decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen und Einschätzungen. Die wichtigsten Trends möchte ich kurz vorstellen:

Unternehmen verlinken ihre sonstigen Social Media Kanäle und lotsen ihre Follower dorthin
Viele der twitternden IR-Abteilungen sind parallel auf Youtube, Slideshare, LinkedIn und anderen Kanälen aktiv. Um die Financial Community darauf aufmerksam zu machen, und sicherlich nicht zuletzt aus Gründen der Suchmaschinenoptimierung (SEO), verweisen Tweets inzwischen häufig auf die weitere Plattformen. Twitter ist ein hervorragendes Tool, um schnell die Präsenz und Reichweite im Internet zu steigern.

Unternehmen binden Fotos und Videos von Social Media Kanälen ein
Seit einiger Zeit sehen aus Youtube verlinkte Videos und aus Slideshare verlinkte Präsentationen bei Twitter besonders ansprechende aus, da sie als Vorschau direkt in Twitter eingebunden werden. Zudem verfügen Unternehmen oft über einen großen Fundus an Videosequenzen und IR-Präsentationen, die über diesen Weg zusätzliche Verbreitung finden.

Daimler IR-Twitter - www.online-investorrelations.de

Unternehmen verbreiten Links zu Downloads wie beispielsweise IR-Apps für Smartphones
Was wäre ein IR-Manager ohne technisches Spielzeug. Wenn es schon kein iPad ist, dann zumindest ein Smartphone der neuen Generation. Daher stehen nutzerfreundliche und grafisch ansprechende Investor Relations Apps momentan hoch im Kurs. Doch nicht nur auf diese wird verlinkt. Theoretisch kann die Reichweite jeglichen IR-Downloads per Twitter ohne nennenswerten Aufwand erhöht werden.

Unternehmen begleiten Veranstaltungen wie Hauptversammlungen und Investorentage mit live-tweeting
Das Publikum von Präsenzveranstaltungen wird immer häufiger um die Twitter-Community erweitert. Wirtschaftsjournalisten, Investoren und andere Interessierte haben auf diese Weise einen „Heißen Draht“ z. B. direkt in die Hauptversammlung. Im Gegensatz zu Deutschland finden in den USA Analysten-Telefonkonferenzen nicht hinter geschlossenen Türen statt: Über live-tweeting erhalten alle Teile der Financial Community die wirklich interessanten Informationen unverzerrt aus erster Hand.

Unternehmen verlinken auf externe Analysen und Aktieninformationen
Kürzlich habe ich darüber geschrieben, wie Social Media Kontexte für Investoren bieten kann, wenn nicht ausschließlich aus dem Unternehmen über das Unternehmen berichtet wird. Investoren interessieren sich natürlich sehr für externe Analysen und Aktienbewertungen. Wieso sollte nicht das Unternehmen selbst darauf aufmerksam machen und den Investoren so die Arbeit erleichtern? Dabei jedoch ausschließlich auf positive und nicht auf negative Bewertungen hinzuweisen, widerspräche nicht nur den Grundsätzen der Investor Relations Arbeit sondern würde von den Investoren auch sehr schnell durchschaut.

Unternehmen teilen branchenrelevante Nachrichten und verlinken auf Beiträge in Finanzblogs
Auch aktuelle Branchenentwicklungen sind für Investoren hochinteressant und ein wichtiger Kontext, vor dem die Unternehmenszahlen zu betrachten sind. Auch hier kann Twitter schnell und unaufdringlich informieren. Finanzblogs und Web-2.0-Investment Communities wie Stocktwits und SeekingAlpha sind in den USA mittlerweile mächtige Multiplikatoren, die direkte Auswirkungen auf den Aktienkurs haben können. Unternehmen beobachten diese Quellen daher nicht nur, sondern verlinken und reagieren aktiv auf Artikel, die sich auf das Unternehmen beziehen.

Unternehmen nutzen Twitter um Investorenfragen einzuholen und zu beantworten
Twitter ist mit seinen 140 Zeichen kein für einen echten Dialog geeignetes Medium. Dennoch können kurze Fragen und Antworten darüber ausgetauscht werden. Dazu animieren besonders Unternehmen aus den USA, wo Investoren dazu aufgerufen sind, Twitter als Interaktionskanal zu nutzen und beispielsweise Fragen einzubringen, die in der nächsten Telefonkonferenz thematisiert werden sollen.

Im Gegensatz zu allen anderen beschriebenen Trends in Twitter, die sich lediglich auf Präsenz und Information beziehen, besitzt der Dialog eine eigene Qualität. Er erfordert von den IR-Abteilungen viel Zeit, exzellentes Fachwissen sowie tiefe Einblicke in das Unternehmen. Dies schließt eine Betreuung durch einen externen Social Media Manager, wie es eventuell in anderen Unternehmensbereichen praktiziert wird, kategorisch aus.

Professionalisierung der IR-Twitterer
Insgesamt ist nicht nur eine Verstärkung der Nutzung von Twitter in der Investor Relations Kommunikation festzustellen, sondern ebenfalls eine Professionalisierung im Umgang mit Twitter. Dies lässt sich u. a. am souveräneren Gebrauch der @mentions, #hashtags, RTretweets und Linkkürzer-Dienste (z. B. bit.ly) als noch vor einem Jahr erkennen. Beispielsweise werden für live-tweeting kurze und eindeutige hashtags konsequent verwendet, was die Übersichtlichkeit und Auffindbarkeit der Tweets deutlich erhöht. Von mehreren Tweets, die einleitend auf seitenlange Disclaimer verlinken, scheinen die IR-Abteilungen ebenfalls abgekommen zu sein – es wird nur getwittert, was auch über anerkannte Veröffentlichungskanäle verfügbar ist.

Q4 Whitepaper - Public Company Use of Social Media for Investor Relations

Minimale Kritikpunkte an dem Q4 Websystems Whitepaper:
Die Grundgesamtheit der 600 untersuchten Unternehmen wird nicht erklärt und ist vermutlich leider nicht per Zufallsstichprobe sondern willkürlich ausgewählt worden. Daher macht auch die Auswertung der Social Media Nutzung nach Region keinen Sinn (Wenn fast ausschließlich Unternehmen aus den USA untersucht wurden, kommt dabei wenig überraschend heraus, dass die Nutzung in den USA am stärksten ist).

Die Links zu den einzelnen Tweets sollten um die Zeichenfolge #!/ bereinigt werden (z. B. http://twitter.com/#!/ATK/status/60029970998763520), da diese nichts mit der eigentlichen URL zu tun hat, sondern lediglich anzeigt, dass Q4 Twitter in der neuen Ansicht verwendet. Ähnliches passiert auch immer wieder mit ellenlangen Facebook-URLs, die nicht nur auf eine Fanpage verlinken, sondern gleichzeitig Informationen darüber enthalten, auf welchen Seiten vorher gesurft wurde…

 

Geschrieben von Andreas Köster am 2. Juni 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Investor Relations,Social Media,Stocktwits,Twitter | 1 Kommentar

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