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Twitter und Stocktwits in den Investor Relations

Twitter ist die international am häufigsten genutzte Social-Media-Plattform in der Investor-Relations-Kommunikation. Unternehmen nutzen Twitter, um zuvor veröffentlichten Informationen eine größere Reichweite zu verschaffen sowie um live von Hauptversammlung und anderen Veranstaltungen zu berichten. Dabei wird Twitter immer intensiver und professioneller von den Unternehmen eingesetzt.

Dies sind Ergebnisse der neusten Studie von Q4 Web Systems  die die aktuelle Nutzung von Twitter und Stocktwits in der IR-Kommunikation untersucht. Dazu wurden insgesamt 807 Unternehmen untersucht, von denen 789 (98%) einen Twitter-Account betreiben (Anmerkung: Sie wurden leider nicht zufällig sondern willkürlich ausgewählt). Von den untersuchten Unternehmen nutzen 494 (63%) Twitter für Investor Relations relevante Informationen.

Aktuelle Nutzung von Twitter

Die Studie fand weiter heraus, dass 65% der Unternehmen auf ihrer Website auf die Social-Media-Aktivitäten verweisen und verlinken. Ein Drittel von ihnen verfügen sogar über einen Social-Media-Newsroom oder  ähnliche Aggregationsform von externen Social Media Inhalten auf ihrer Website.

Besonders interessant finde ich die Auswertung, welche Inhalte die Investor-Relations-Abteilungen auf Twitter am häufigsten kommunizieren:

  • Teilen von Brancheninformationen aus klassischen Medien sowie von Blogs
  • Fotos und Videos von Konferenzen und anderen Veranstaltungen
  • Links auf Analysten Reports und Handelsdaten
  • Verbreitung von Corporate News wie z. B. neue Produkte oder CSR Informationen
  • Begleitung der Quartalsberichterstattung, beispielsweise in Form von Fragen und Antworten oder Live-Tweeting
  • Live-Berichterstattung von Hauptversammlung, Analysten- und Investoren-Tagen
  • Einbindung und Aktivierung der Follower, beispielsweise über direkte Fragen und direkte Ansprache
  • Verweis auf andere Social-Media-Kanäle (Verknüpfung, cross pointing)

Kurz: Es wird auf Twitter proaktiv alles mit der Financial Community geteilt, was interessiert und die Arbeit für die eigene Recherche reduziert – natürlich nur was bereits öffentlich ist und was keine Insider-Informationen sind.

Aktuelle Nutzung von Stocktwits

Von den untersuchten Unternehmen sind bereits ganze 64% auf der Plattform Stocktwits aktiv. Diese auf dem Twitter-Prinzip basierende und mit Twitter eng verknüpfte Plattform dreht sich ausschließlich um Aktien und Unternehmen und ist insbesondere in den USA sehr erfolgreich. Zusätzlich zu den von Twitter bekannten #Hashtags werden hier Tweets zu Aktien mit einem entsprechenden $Ticker Symbol gekennzeichnet. Unternehmen besitzen einen eigenen Account und kommunizieren direkt und öffentlich mit Analysten und Investoren. Dabei kann optional jeder Stocktwits-Tweet mit einem Klick auch an Facebook, Linkedin und Twitter gesendet werden. Umgekehrt ist es nur registrierten Stocktwits Usern möglich, einen Twitter-Tweet an Stocktwits zu senden, indem das $Ticker Symbol verwendet wird.

BASF IR auf Stocktwits

BASF IR auf Stocktwits

Die Analyse der Unternehmensaktivitäten auf Stocktwits ergab unter anderem folgende Insights:

  • Die passenden #Hashtags und $Ticker Symbole werden von den Unternehmen zielgerichtet eingesetzt, um Informationen optimal zu verbreiten.
  • Live-Tweeting während der Bilanzpressekonferenz und anderen Veranstaltungen wird besonders häufig eingesetzt. Durch viele Tweets und Retweets wird über den „trending ticker“ (ähnlich dem „trendig topic“ bei Twitter) zusätzliche Aufmerksamkeit generiert. Zuvor werden diese Veranstaltungen rechtzeitig angekündigt und beworben.
  • Einbindung von Aktionären und potentiellen Investoren über Q&A Sessions, häufig in Verbindung mit Live-Tweets.
  • Nutzung von Disclaimern und „safe harbors“ in Form von einführenden Tweets und in Form von Texten auf dem Stocktwits Unternehmensprofil.

Die 63-seitige Studie „Public Company Use of Social Media for IR – Part 1 Twitter & StockTwits“ steht zum kostenlosen Download bereit und ist aufgrund ihrer Praxisnähe und der vielen Best Practice Beispiele für IR-Manager sehr empfehlenswert.

Studie - Twitter und Stocktwits in den Investor Relations

Geschrieben von Andreas Köster am 14. Juli 2012 | Abgelegt unter Best-Practice,Investor Relations,Stocktwits,Studien,Twitter | Keine Kommentare

Best Practice: Online-Zielgruppenbefragung der BASF SE

Jede Investor-Relations-Abteilung möchte die an ihr interessierte Financial Community gerne bestmöglich kennen. Das stellt insbesondere online häufig eine Herausforderung dar, da die Zuordnung von Nutzern in klassische Zielgruppen nur begrenzt möglich ist.

Die für ihre herausragenden Online-Investor-Relations mehrfach ausgezeichnete BASF zeigt, wie eine entsprechende Onlinebefragung aussehen kann. Sie geht dabei insbesondere auf die Social Media als Kommunikationskanal ein.

Da die IR-Abteilung der BASF bereits seit geraumer Zeit auch Social-Media-Kanäle in ihre Kommunikation einbindet, handelt es sich bei der übersichtlich strukturierten Online-Befragung nicht um eine initiale Erhebung, sondern dient der fortlaufenden Evaluation und Verbesserung des Kommunikationsangebotes.

Eigene Fragenbatterie zu Social Media
Um die Frage nach der Zielgruppe beantworten zu können, wird zunächst nach deren Zugehörigkeit gefragt: Die Auswahl reicht von Analyst über Journalist, Mitarbeiter oder zukünftigen Mitarbeiter bis hin zu Shareholder und lässt eine Mehrfachauswahl zu. Anschließend wird die Nutzungshäufigkeit einzelner Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook, FlickR, YouTube und Slideshare abgefragt, wobei in einem Freitextfeld auch andere Plattformen Platz finden. Auch die Nutzung des IR-Twitter-Account @BASF_IR wird abgefragt. Ebenfalls von Interesse für die BASF ist es, welche Art von Informationen sich die Nutzer vom Unternehmen in diesen Kanälen wünschen und als wie wichtig sie insgesamt betrachtet werden.

BASF IR Online Umfrage 2012

BASF IR Online Umfrage 2012

 

Die Befragung kann anderen Unternehmen, die eine ähnliche Befragung planen, hilfreiche Anregungen bezüglich Form und Inhalt geben. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und darauf, ob weitere Unternehmen sich für kurze Online-Zielgruppenbefragungen dieser Art entscheiden werden.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 18. Februar 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Best-Practice,Online Investor Relations | Keine Kommentare

IR 2.0 – TecDAX Unternehmen zeigt Best Practice in der Implementierung

Die QSC AG ist ein im TecDAX gelisteter, integrierter ITK-Provider (Informations- und Telekommunikationstechnologie) für den Mittelstand, der jedoch auch zunehmend außerhalb seiner speziellen Branchenkreise auf sich aufmerksam macht: Mit erfolgreicher Implementierung von Social-Media-Kommunikation. Und das insbesondere im Bereich der Investor Relations.

Auf der Investor Relations Lounge 2011 der NetFederation präsentierten Arne Thull (Leiter Investor Relations) und Sascha Aßbach die Social-Media-Strategie der QSC AG. Der darin aufgezeigte Weg vom IR-Twitter-Account bis zur umfassenden Social-Media-Präsenz ist ein Beispiel dafür, wie auch kleinere Aktiengesellschaften mit lediglich zwei bis drei IR-Managern und begrenzten Ressourcen erfolgreich in das Web 2.0 einsteigen können.

Ganz praktisch sieht das beispielsweise so aus, dass die gehaltene Präsentation wenige Stunden später auf der Dokumentenplattform Slideshare hochgeladen war und sofort für verschiedene Google-Suchanfragen (z. B. nach „qsc ir slideshare“) ganz oben in der Trefferliste erscheint. Die Präsentation ist automatisch auch für die Betrachtung auf mobilen Endgeräten optimiert und kann von Betrachtern einfach empfohlen und weitergeleitet werden. Ein Blog (wie das, in dem Sie gerade lesen) kann die Präsentation mit wenigen Klicks einbinden und so die Reichweite weiter erhöhen. Die Statistikfunktion von Slideshare gibt zudem genaue Auskunft, wie häufig die Präsentation bereits betrachtet, heruntergeladen und empfohlen wurde.

 Social-Media-Eco-System der QSC AG

Social-Media-Strategie
Aber zurück zum strategisch geplanten Einstieg des Unternehmens in das Web 2.0. Ein Social-Media-Monitoring gab zunächst darüber Aufschluss, wer bereits wo über welche Inhalte im Zusammenhang mit dem Unternehmen im Social Web diskutiert. Hier stellten die IR-Manager des B-to-B Unternehmens überraschenderweise fest, dass sich das Diskussionsvolumen mit 43% in erster Linie um Investor Relations relevante Themen dreht. Anschließend wurden im Rahmen der Strategie klare Ziele der Social-Media-Aktivität festgeschrieben, was von Unternehmen sonst leider häufig vergessen wird. Einige der Hauptziele sind, die Bekanntheit des Unternehmens zu erhöhen, den Dialog mit Kunden und der Öffentlichkeit auf diese Kanäle zu erweitern, sowie sich zu Fachthemen zu positionieren und die Reputation zu steigern.

Monitoring der Diskussionen zu Investor Relations relevanten Themen

Social-Media-Guidelines
Zentraler Baustein der auf gut 30 Seiten dokumentierten Strategie sind für das gesamte Unternehmen verbindliche Guidelines, wie Mitarbeiter im Social Web kommunizieren dürfen. Sie ermuntern ausdrücklich dazu, beruflich wie privat in den Social Media aktiv zu sein, dabei jedoch zehn einfache und klare Regeln zu beherzigen.

Umfassende Nutzung interner sowie externer Anwendungen
Die konkrete Maßnahmenplanung sah die Nutzung der folgenden Kanäle vor, die implementiert bzw. aktiv genutzt werden sollten und wurden:

  • Mehrere (insgesamt fünf) themenspezifische Twitter-Kanäle. Begonnen wurde im Februar 2009 als Early Mover mit IR-Twitter-Accounts. Bereits im April 2009 wurde QSC dafür in der FAZ in einem Atemzug mit der Telekom und SAP genannt, was als Übersprung in die Printmedien einen beachtlichen Erfolg darstellt (hier der Artikel in der Online-Ausgabe).
  • Ein CorporateBlog mit IR relevanten Inhalten, auf dem beispielsweise der Vorstand interviewed wird, und der mit einem Google Pagerank von 5 für eine massive Sichtbarkeit im WWW sorgt.
  • SlideShare und Scribd für Präsentationen und Dokumente, wie sie massenhaft in den Investor Relations erstellt werden.
  • Flickr als zentrale Plattform für visuelle Eindrücke des Unternehmens (leider ohne die Einräumung von Nutzungsrechten).
  • YouTube für Unternehmens-Videos.
  • Xing um geschäftliche Kontakte zu vernetzen.
  • Die Pflege und Aktualisierung des Wikipedia-Eintrages, weil dort früher oder später jeder landet, der sich über das Unternehmen informieren möchte. (Wieso ein erfolgreiches Bearbeiten der Wikipedia durch Unternehmen einen kleinen Zwischenapplaus wert ist, habe ich bereits beschrieben)
  • Die Pflege des Accounts bei der Arbeitgeber-Bewertungs-Plattform kununu, weil sich dort potenzielle Mitarbeiter informieren, ob sie sich bei QSC bewerben sollten.
  • Und schließlich den Social-Media-Newsroom, der als zentrale Anlaufstelle sämtliche Social-Media-Aktivitäten gebündelt darstellt, für die Netzwerkerweiterung auf den einzelnen Kanälen sorgt und diese durch die Verlinkung als offizielle Unternehmenskanäle verifiziert.

Weitere Website-Funktionen wie umfassende RSS-Feeds, Kommentarmöglichkeiten, ausführliche Datenschutz- und Lizenzhinweise sowie datenschutzrechtlich vorbildlich eingerichtete Buttons zum Teilen und Weiterleiten sind ebenfalls vorhanden.

Die Erfolgsmessung zeigt den IR-Managern Arne Thull und Sascha Aßbach eine wachsende Anzahl von Twitter-Followern sowie von Abrufen der Dokumente und Videos. Wieso sollten also nicht auch andere IR-Abteilungen unter verhältnismäßigem Aufwand von den Möglichkeiten des Web 2.0 profitieren?

Abschließen möchte ich diesen Blogeintrag mit den von QSC genannten 6 Erfolgsfaktoren im Web 2.0, die ich gerne unterschreibe:

  1. Offenheit
  2. Transparenz
  3. Authentizität
  4. Aktives Engagement
  5. Mehrwert bieten
  6. Relevante Themen für die jeweilige Zielgruppe

Geschrieben von Andreas Köster am 19. November 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Online Investor Relations,Slideshare,Social Media,Twitter,Wikipedia,Xing,Youtube | 1 Kommentar

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