Archiv für das Tag 'Befragung'

Du suchst im Moment im Archiv von Online Investor Relations.

European Communication Monitor 2012 – die Ergebnisse

Der European Communication Monitor ist eine renommierte Befragung von über 2.000 Kommunikationsprofis, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ansgar Zerfass bereits seit 2007 kontinuierlich aktuelle Trends in der Unternehmenskommunikation erhebt.

Ich bin ein Fan dieser Studie und finde, dass  ihr zu wenig Aufmerksamkeit zu Teil wird. Hier nur zwei Aspekte der 124 Slides mächtigen Präsentation „European Communication Monitor 2012“:

  • Die wichtigste strategische Herausforderung für das Kommunikationsmanagement bis 2015 wird sein, mit der digitalen Entwicklung und den Social Media Schritt zu halten. Das sagen 46 Prozent der befragten Kommunikationsprofis. (Slide 54)
  • Die fünf wichtigsten Social-Media-Tools im Kommunikationsmanagement sind Communities/Social Networks (76%), Videoplattformen (67%), Social Apps/Mobile Webs (66%), Microblogs (56%) und Blogs (45%). (Slide 64)

Social-Media-Tools im Kommunikationsmanagement

 

Vollständige Präsentation des European Communication Monitor 2012:

European Communication Monitor – ECM 2012 – Results from communicationmonitor

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie als Video:

Geschrieben von Andreas Köster am 23. Juli 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Social Media,Studien | Keine Kommentare

Ergebnisse der Online-Befragung von Bayer zur Zielgruppenrelevanz von IR2.0

Die Investor-Relations-Abteilung der Bayer AG entscheidet sich nach einer Online-Befragung seiner Zielgruppen dazu, vorerst keine Social-Media-Kanäle für die Finanzkommunikation einzuführen.

Vor einigen Monaten habe ich die vorbildliche Zielgruppenanalyse in den Online-Investor-Relations der Bayer AG beschrieben. Das Unternehmen konnte über diese analysieren, inwieweit ein Web-2.0-Angebot von der Financial Community erwünscht bzw. erwartet wird – und ist dabei zu dem Schluss gekommen, ein solches vorerst nicht zu etablieren.

Im Rahmen der NetFed Investor Relations Lounge 2011 durfte ich an der erstmaligen Präsentation der Befragungsergebnisse teilnehmen.

Strategische Situationsanalyse
Bei der Bayer AG gibt es eine Reihe externer Social-Media-Kanäle für einzelne Konzernbereiche, die Themen wie beispielsweise Karriere, Nachhaltigkeit oder Teilkonzerne abdecken und somit in gewissem Maße auch IR relevant sind. Es gibt jedoch keine dedizierte Bayer Investor-Relations-Präsenz. Die Situation gestaltet sich somit ähnlich wie derzeit bei den meisten großen Aktiengesellschaften in Deutschland. Auch für Bayer war, bis Anfang dieses Jahres, der Bedarf von Social-Media-Kommunikation für seine Investoren und Analysten unklar.

Bayer AG entscheidet sich gegen zusätzliche Social Media Kanäle für die IR

Bayer Investor Relations Social Media-Umfrage
Die initiale Umfrage wurde zwischen Dezember 2010 und Mai 2011 durchgeführt und hatte insgesamt 115 Teilnehmer, die zu 21% deutsch und zu 79% englisch sprechen. Es nahmen zu 26% institutionelle Investoren, zu 31% Privatanleger, und zu 35% Finanzjournalisten teil. Auf die Online-Umfrage aufmerksam gemacht wurde über die IR-Website sowie in E-Mails und Newslettern.

Nutzungsintensität von Social Media-Plattformen
Die Hälfte der institutionellen Investoren, 43% der Finanzanalysten und 9% der Privatanleger nutzen Social Media demnach seltener als wöchentlich, also eher selten. Mindestens einmal pro Woche wird am häufigsten Facebook genutzt (Investoren 16%, Finanzanalysten 24%, Privatanleger 35%). Ebenfalls stark genutzt wird Youtube (Investoren 13%, Finanzanalysten 16%, Privatanleger 24%). In der Gesamtnutzung liegt Xing an dritter Stelle, was angesichts der überwiegend englischsprachigen Umfrageteilnehmer etwas verwundert. Die Twitter-Nutzung der befragten Financial Community liegt mit 7% deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt der deutschen Online-Nutzer (3%, laut ARD-ZDF-Onlinestudie 2011). In der Befragung wurde leider nicht zwischen privater und beruflicher/professioneller Nutzungsart differenziert, wenngleich diese Unterscheidung auch schwer zu treffen gewesen wäre.

Kluft in der gewünschten Kommunikationspolitik zwischen professionell und privat
Die vielleicht interessanteste Erkenntnis generieren die Antworten auf die Frage: „Auf welchen Social Media-Plattformen wünschen Sie Kommunikation von Bayer IR?“. Ganze 73% der institutionellen Investoren und sogar 79% der Finanzanalysten lehnen eine zusätzliche Social-Media-Kommunikation seitens des Unternehmens ab. Über die Gründe lässt sich spekulieren, sie dürften jedoch im weitesten Sinne mit der komfortablen Informationssituation dieser Zielgruppen zu tun haben, die in der Regel auf verschiedene Informations- und auch Dialogkanäle zurückgreifen können.

Ganz anders das Bild bei den befragten Privatanlegern: Hier wünschen sich 81% Social Media in den Investor Relations (29% auf Facebook, 13% auf Youtube, 13% auf Slideshare, 10% auf Twitter und 8% auf Xing). Insgesamt gaben 61% an, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass sie Social Media für Inhalte der Bayer IR nutzen würden.

Relevante Inhalte
Die Antworten auf die Frage, welche kommunikativen Inhalte grundsätzlich von Interesse seien, lassen sich in zwei Bereiche zusammenfassen. Zum ersten Information (z. B. IR News, Stimmrechtsmitteilungen, Konsensus, Events) und zum zweiten in Dialog (mit dem Unternehmen, aber auch mit anderen Aktionären oder Analysten).

Zusammenfassung und Fazit
Etwas mehr als die Hälfte der Investoren und Analysten nutzen regelmäßig Social Media, jedoch wünschen mehr als zwei Drittel der Investoren und Analysten derzeit keine Kommunikation von Bayer Investor Relations auf Social-Media-Plattformen und würde sie nach eigenen Angaben auch nicht in Anspruch nehmen. Die Privataktionäre auf der anderen Seite fragen zwar IR2.0-Kommunikation nach, machen jedoch lediglich rund 12 Prozent im Grundkapital-Anteil von Bayer aus. Nach entsprechenden Kosten-Nutzen-Überlegungen wurde daher beschlossen, dass eine Bayer Investor-Relations-Präsenz auf Social Media-Plattformen zum heutigen Zeitpunkt nicht zwingend notwendig ist. (Man hält jedoch eine Wiederholung der Umfrage zu einem späteren Zeitpunkt für sinnvoll.)

Ich halte den Weg, den die IR-Abteilung der Bayer AG geht, für richtig und sinnvoll. Man hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und in der Analyse offensichtlich festgestellt, dass die neuen Kommunikationsmöglichkeiten im Blick auf die Aktionärsstruktur sowie weitere individuelle Faktoren zum heutigen Tage noch nicht effizient wäre. Wichtig ist jedoch, die sich rasch vollziehenden Veränderungen im Social Web permanent zu beobachten und diese Entscheidung regelmäßig zu überprüfen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 27. November 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Best-Practice,Online Investor Relations,Social Media,Studien | 4 Kommentare

Risiken von Social Media verursachen hohe Kosten für Unternehmen

Befragung erhebt rund vier Millionen Dollar Schaden pro Jahr und Unternehmen durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Das auf IT-Security spezialisierte Unternehmen Symantec Corp. hat kürzlich die Ergebnisse seiner Umfrage “2011 Social Media Protection” veröffentlicht, die große Unternehmen befragt, wie sie sich gegen mögliche negative Konsequenzen ihrer Social-Media-Nutzung schützen. Die internationale Umfrage (n= 1.225) ergab, dass Social-Media-Anwendungen die Unternehmen bereits umfassend durchdrungen haben, aus Sicht der IT-Sicherheit jedoch eine Reihe von Risiken bergen. So kam heraus, dass die befragten Unternehmen innerhalb des letzten Jahres bereits mehrfach negative Zwischenfälle zu beklagen hatten, verursacht durch Social-Media-Nutzung. Besonders häufige negative Auswirkungen dabei sind ein Reputationsschaden des Unternehmens, Vertrauensverlust bei den Konsumenten, Datenverlust sowie Umsatzeinbußen. Symantec errechnete, dass sich der finanzielle Schaden durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung im letzten Jahr pro Unternehmen im Schnitt auf vier Millionen Dollar summiert.

Die verantwortlichen Unternehmensvertreter sehen folgende Risiken:

Allgemeine Risiken von Social Media in Unternehmen

  • Mitarbeiter veröffentlichen/teilen zu viele Informationen (46%)
  • Verlust bzw. Veröffentlichung von vertraulichen Informationen (41%)
  • Schaden/Verlust von Markenwert und Reputation (40%)
  • Probleme durch Rechtsstreitigkeiten (37%)
  • Malware (Schadsoftware) (37%)
  • Verletzung rechtlicher Rahmenbedingungen (36%)

Risiken von Social Media aus Sicht der IT-Sicherheit

  • Einhaltung staatlicher Datenschutzauflagen (45%)
  • Einhaltung interner Datenschutz-Richtlinien (45%)
  • Probleme mit eDiscovery[1] (37%)

Finanzieller Schaden durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Mehr als 90% der Unternehmen entstand durch Zwischenfälle in den Social Media bereits finanzieller Schaden in nicht unerheblicher Höhe. Folgende Kosten entstanden am häufigsten:

  • Verminderter Aktienpreis (durchschnittl. Kosten: 1.038.401 Dollar)
  • Prozesskosten (durchschnittl. Kosten:  650.361 Dollar)
  • Direkte finanzielle Aufwendungen (durchschnittl. Kosten:  641.993 Dollar)
  • Markenschaden/Reputationsschaden/Verlust von Kundenvertrauen (durchschnittl. Kosten:  638.496 Dollar)
  • Umsatzeinbußen (durchschnittl. Kosten:  619.360 Dollar)

Fehler durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Risikomanagement in der Social-Media-Kommunikation

Symantec befragte die Unternehmen, wie die Risiken am besten zu minimieren seien und welche Schritte für eine risikoarme Social-Media-Nutzung notwendig seien. Am häufigsten wurden dabei genannt:

  • Social-Media-Policy
  • Mitarbeiterschulungen
  • Prozesse um vertrauliche Informationen zu schützen
  • Schutz gegen Datenverlust
  • Technologieverbesserungen in der Datenhaltung
  • Archivierung von sensiblen Daten

Die Umfrage macht deutlich, dass erst ein kleiner Teil der Unternehmen entsprechende Schutz-Maßnahmen implementiert hat. So fühlt sich über die Hälfte der Befragten noch unsicher auf Social Networks, Dokumenten-Plattformen, Foren, Blogs, Podcast- und Microblogging-Plattformen.

 

Fazit: Auch wenn die Umfrage “2011 Social Media Protection” nicht wissenschaftlich durchgeführt wurde und die Methodik im Dunklen bleibt, sind die Ergebnisse dennoch wertvoll. Sie zeigen in der Tendenz relevante Risiken und durch sie entstehende Kosten für Unternehmen auf. Da Unternehmen ungerne und höchst selten öffentlich zu Misserfolgen und Fehltritten stehen, bietet diese Umfrage anderen Unternehmen eventuell die Möglichkeit, dieselben Fehler zu vermeiden.

 


[1] Aufgrund von „Electronic Discovery“-Regelungen können Unternehmen verpflichtet werden, elektronisch gespeicherte Informationen zu reproduzieren, wenn diese als Beweismittel in einem Gerichtsverfahren in Betracht kommen.

Infografik: Wieso sich die IT um Social Media im Unternehmen kümmern sollte

Infografik: Wieso sich die IT um Social Media im Unternehmen kümmern sollte, Quelle: Symantec

 

Geschrieben von Andreas Köster am 10. August 2011 | Abgelegt unter Online Investor Relations,Risiken,Social Media,Studien | Keine Kommentare