Archiv für das Tag 'Anleitung'

Du suchst im Moment im Archiv von Online Investor Relations.

Der 5-Minuten-Einstieg in IR2.0

Twitter-Liste zum Thema Online Investor Relations

Immer noch haben sich viele Investor-Relations-Manager nicht dazu durchringen können, selbst das Web 2.0 zu betreten, um sich dort aktiv umzuschauen, welche Möglichkeiten sich für sie und ihr Unternehmen eröffnen. Doch jetzt gibt es keine Ausrede mehr – der 5-Minuten-Einstieg über Twitter ist wirklich unkompliziert und wenig aufwändig:

1. Twitter Account anlegen
Einfach bei Twitter einen anonymen Testaccount anlegen (Hilfe gibt es hier) und nur die nötigsten Daten angeben. So kann man ganz ungezwungen ausprobieren.

2. Erste interessante Twitterer finden
Bei Twitter verhält es sich ähnlich wie beim Fernsehprogramm: Es gibt tausende von Sendern und viele senden einfach Schrott, bzw. die Inhalte interessieren nicht. Es geht also zunächst darum, sich ein Programm aus den interessantesten und passendsten Sendern (Twitterern) zusammenzustellen. Als Einstieg in das Gebiet „Online-Investor-Relations“ mit Fokus auf Social Media in IR schlage ich folgende zehn Accounts vor, bei denen man auf „Follow“ klicken sollte:

@darrellheaps Darrell Heaps (Mitbegründer und Geschäftsführer der US-Agentur Q4WebSystems)

@DWalshIR Dennis Walsh (Senior Investor-Relations-Berater und passionierter Twitterer)

@greiten Thorsten Greiten (Geschäftsführer bei der deutschen Agentur NetFederation)

@IR_Club IR Club Deutschland (Eine von Patrick Kiss gegründete Investor-Relations-Community)

@IR_community DIRK (Deutscher Investor Relations Verband e.V.)

@irwebreport Dominic Jones (US-amerikanischer Blogger und Verfechter innovativer Online-Investor-Relations)

@netfed NetFederation GmbH (Führende Agentur für digitale Unternehmenskommunikation)

@pkiss Patrick Kiss (Vorreiter in IR2.0 und Investor-Relations-Manager bei der Deutschen Euroshop AG)

@q4websystems Q4 Web Systems (Agentur für Social Media, Online-Investor-Relations und IR-Websites in den USA)

@webIR webIR (US-Agentur für Investor-Relationship-Management)

3. Zuhören/Mitlesen
Jetzt ist man schon mitten drin und kann sich einfach anschauen, was in diesem (noch sehr überschaubaren) persönlichen Netzwerk so getwittert wird. Zweimal täglich, beispielsweise mittags und abends, kann man innerhalb weniger Minuten alle Meldungen (den sogenannten Twitter-Stream) überfliegen und schauen, ob etwas Interessantes dabei ist.

4. Netzwerk erweitern
Nur so wenigen Accounts zu folgen wird schnell langweilig. Um weitere interessante Twitterer zu finden, gibt man einfach die Namen von Unternehmen, bekannten IR-Managern oder Konkurrenten in der Twittersuche ein und schaut, wer sonst auf Twitter aktiv ist. Außerdem kann man sich von jedem Account auf Twitter anschauen, wem dieser folgt.

5. Selbst aktiv werden
Durch das Zuhören sieht man schnell, wie man „richtig twittert“ und bekommt vielleicht Lust, einen besonders interessanten Tweet (Beispielsweise eine Studie über die eigene Branche oder ein guter Fachartikel) zu retweeten, also weiterzugeben. Oder man möchte jemanden erwähnen oder ihn direkt ansprechen. Das funktioniert, indem man den Twitternamen inklusive dem @ im Tweet verwendet. Da es sich nur um einen Testaccount handelt, gilt die Regel: Alles kann, nichts muss.

Der 5-Minuten-Einstieg in IR2.0

Appell an die ganz Skeptischen: Die geringe Zeitinvestition lohnt sich wirklich. Twitter ist leicht zu verstehen und eignet sich umso besser, je spezieller die Interessengebiete sind und je knapper die Zeit ist. Das dürfte für viele IR-Verantwortliche relevant sein ;)

 

Geschrieben von Andreas Köster am 7. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Online Investor Relations,Social Media,Twitter | Keine Kommentare

Mit 7 Schritten in den IR-Social-Media-GAU

Seit Monaten beschäftige ich mich nun schon mit Social Media in den Investor Relations und bin auf der Suche nach Best-Practice-Lösungen. Obwohl Finanzkommunikation grundsätzlich ein ernstes Thema ist, sind doch alle Personen, mit denen ich bisher in diesem Zusammenhang Kontakt hatte, humorvolle Menschen, die die folgende Anleitung für den „IR-Social-Media-GAU“ vielleicht erheitern wird. IR-Manager, die die Fertigstellung meiner Masterarbeit nicht abwarten möchten, sollten einfach folgende Schritte unternehmen ;)

Investor Relations Social Media GAU

1. Legen Sie sofort los
Monitoring, Zielgruppenanalysen und seitenlange Konzepte sind etwas für Langweiler und Aussitzer. Das Web 2.0 wartet nicht – seien Sie mit Ihrer Investor Relations Kommunikation noch heute dabei. Konten bei Facebook, Twitter und Youtube sind mit ein paar Klicks innerhalb von Minuten angelegt und sofort können die ersten Infos rausgehauen werden.

2. Fans und Follower locken
Das Maß aller Dinge im Web 2.0 ist die Anzahl der Follower und Fans. Gleich tausende davon kann man im Paket von Agenturen in Indien oder Vietnam einkaufen. Billiger ist es jedoch, die Financial Community mit Insiderinformationen auf die eigenen Kanäle zu locken (Best-Practice ist hier sicherlich der Rapper „50 Cent“). Dass Ihr Unternehmen beispielsweise „heiße Infos“ twittert, wird sich wie ein Lauffeuer herumsprechen und Sie werden sich in Kürze vor Followern kaum noch retten können. Enorme Aufmerksamkeit ist Ihnen ebenfalls sicher, wenn Sie den Quartalsbericht einige Stunden früher auf Ihren IR-Blog hochladen.

3. Nicht vollquatschen lassen
Durch die wachsende Masse von Web-2.0-Nutzern sind immer mehr Labertaschen und Wichtigtuer dabei, die unbedingt Ihre Aufmerksamkeit wollen und einen „intensiven Dialog“ fordern. Auf so etwas sollten Sie sich alleine aus Zeitgründen nicht einlassen! Nur weil einer auf sharewise auf Aktienkenner macht oder irgendein komisches Blog betreibt, gibt ihm das noch lange nicht das Recht, einen hochbezahlten IR-Manager von der Arbeit abzuhalten.

4. Arbeiten Sie wirtschaftlich
Social Media ist ein ausgezeichnetes, kostenloses Marketing-Tool. Ohne Aufwand können Sie über Ihre Social Media Kanäle sämtliche Online-Inhalte automatisch per RSS-Feed verbreiten lassen. Je mehr Nachrichten die Investoren von Ihnen erhalten, desto besser. Auch lassen sich die Konten untereinander verbinden, sodass beispielsweise jedes gesehenes Youtube-Video automatisch bei Twitter gepostet und von da aus wiederum automatisch bei Facebook allen Fans gezeigt wird. Wenn Sie dann den Rest von einem motivierten Praktikanten erledigen lassen, hat Ihr Unternehmen Social Media zum Nulltarif!

5. Überformalisierung vermeiden
Social Media ist ein flippiges Medium und soll einfach nur Spaß machen. Vermeiden Sie es, zusammen mit einer überteuerten Agentur in einem elend langen Prozess irgendwelche unnötigen „Social Media Guidelines“ zu erarbeiten, die die Mitarbeiter sowieso nur verwirren. Sie werden schon ihre eigenen Erfahrungen machen. Wenn ein User dumm kommt, kriegt er beispielsweise eine deftige Ansage und dank Ihrer schlagkräftigen Rechtsabteilung sitzen Sie sowieso am längeren Hebel. Sollten Ihren eigenen IR-Mitarbeitern ab und zu mal ein kleiner Tweet herausrutschen, der Ärger macht – seinen Sie nachsichtig, das wird sich mit der Zeit schon einspielen.

6. Von anderen Abteilungen abheben
Bestimmt bildet sich die Marketing- und Vertriebsabteilung auch in Ihrem Unternehmen mächtig etwas darauf ein, schon länger in Social Media aktiv zu sein und ach so „wertvolle Erfahrungen“ gesammelt zu haben. Die Marketingfuzzis werden sich noch wundern, wenn sie rechts überholt werden! Für den Überraschungseffekt und den Triumph ist es jedoch wichtig, dass die anderen Abteilungen im Voraus nichts von den Investor Relations Accounts mitbekommen.

7. Gerüchteküche anheizen
Social Media kann hervorragend dazu genutzt werden, hier und da einige (für die Wettbewerber ungünstige) Gerüchte zu streuen. Legen Sie dazu einfach ein paar Fake-Accounts auf Twitter und Facebook an. Über Posts, Kommentare und negative Erwähnungen können Sie so vollkommen anonym bei Mitbewerbern den geprellten Anleger mimen bzw. das eigene Unternehmen hochleben lassen! Diese Arbeit können Sie auch an externe Agenturen (z. B. Burson-Marsteller) outsourcen – aber eigentlich sollte Social Media immer kostenlos bleiben…

Zu Erweiterungen der Liste lade ich in der Kommentarfunktion ausdrücklich ein.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 17. Mai 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Organisatorisches | 1 Kommentar

Anleitung: Web 2.0 und Social Media für IR managen

Neben den USA ist auch in Kanada die Social Media Nutzung in den Investor Relations relativ weit fortgeschritten. Dies zeigt sich unter anderem in einer Reihe von Praxisstudien und Practical Guidance Anleitungen, die dort von offiziellen Stellen für börsennotierte Unternehmen erarbeitet wurden. Im Juni 2010 hat das CICA (Canadian Institute of Chartered Accountants) innerhalb seiner dreiteiligen Veröffentlichung „Using the internet in corporate reporting“ eine solche Anleitung herausgegeben: „Practical Guidance for Managing Web 2.0 and Social Media“

Neue Dialog- und Feedbackmöglichkeiten für Unternehmen
Im Netz wird permanent über Unternehmen und ihren Wert gesprochen. Das Paper betont, dass dabei Investoren und andere Key Stakeholder von Journalisten, Bloggern und anderen im Internet aktiven Personen beeinflusst werden. Diese schreiben, bloggen und twittern über Industriezweige, Unternehmen, Wettbewerber und Kunden – gänzlich unabhängig davon, ob ein Unternehmen selbst am Dialog teilnimmt oder nicht.

Der Wert von Web 2.0 Kommunikation wird dabei als sehr hoch eingestuft. Unternehmen haben erstmals die Möglichkeit direkt zu spüren, wie sie von anvisierten Öffentlichkeiten wahrgenommen werden und können mit diesen in einen öffentlichen und direkten Dialog einsteigen. Social Media bietet dabei nicht nur die Möglichkeit, Botschaften weit zu streuen und somit viele Investoren und Stakeholder zu erreichen, sondern auch die Möglichkeit direkt mit ihnen sprechen zu können. Nur eigene, vertrauenswürdige Unternehmensaccounts stellen für die Zielgruppen verlässliche Quellen dar. Zudem erwarten Stakeholder von Unternehmen heute zeitnahe Informationen über eine große Bandbreite an Kanälen, wie beispielsweise Audio- und Video-Podcasts, Blogs, Online Foren oder Social Networks.

Anleitung - Web 2.0 und Social Media für IR managen

Hohe Bedeutung von Social Media Guidelines
Wie die meisten Quellen, betont auch das Paper „Practical Guidance for Managing Web 2.0 and Social Media“ die Wichtigkeit von verbindlichen Social Media Richtlinien im Unternehmen. Für die Entwicklung einer solchen Richtlinie muss nicht zwangsläufig eine Unternehmens- oder Kommunikationsberatung engagiert werden. Eine fähige IR oder PR Abteilung kann das zum Beispiel nach Sichtung einer Social Media Policies Datenbank durchaus intern erarbeiten.

Tipp: langsam einsteigen
Um das Risiko eines Fehlschlages in Social Media möglichst gering zu halten, gibt auch das CICA die Empfehlung, zunächst zuzuhören und zu beobachten, wer in welchen Kanälen was über das Unternehmen, seine Produkte oder seine Aktien sagt. Als zweiter Schritt käme die Social Media Policy ins Spiel und erst danach sollte ein eigener Kanal geöffnet werden. Viele Unternehmen sammeln zunächst mit dem Microblogging Dienst Twitter Erfahrungen, bevor sie ihre Web 2.0 Aktivität auf Youtube, Facebook, LinkedIn, Flickr oder sogar einen eigenen Blog ausbauen. Ein Investor Relations Blog kann anschließend eine zentrale Hub-Funktion einnehmen und Social Media Inhalte bündeln bzw. effizient verbreiten.

Social Media Monitoring zur Risikofrüherkennung
In meinem Artikel Rechtliches zu Social Media in IR hatte ich bereits die Notwendigkeit angesprochen, im Rahmen eines Risikomanagements das auch Reputationsrisiken berücksichtigt, ein umfassendes Monitoring zu betreiben. Das CICA betont, dass es ein signifikantes Risiko für ein Unternehmen darstellt, nicht zu wissen, was im Internet über es gesagt wird. Explizit werden Wettbewerber, Gerüchte, Fehlinformationen und potentielle Kommunikationskrisen angesprochen. Nach der Erhebung „Canadian Social Media Survey“ von 2009 tracken in Kanada bereits 61 Prozent der befragten Unternehmen ihre Online-Reputation. Die Erhebung ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da keine Informationen zur Stichprobengröße und Erhebungsmethodik verfügbar sind.

Beispiele und Anleitungen zum Umgang mit Social Media
Wie häufig in solchen Papers, werden eine Reihe von Beispielen der Social Media Nutzung durch Unternehmen gegeben. Durch diese Praxisnähe, etliche nützliche Links und Verweise auf kostenlose Tools sowie Kurzbeschreibungen der wichtigsten Web 2.0 Plattformen ist das Paper für Unternehmen und Investor Relations Abteilungen geeignet, die einen Einstieg in Social Media suchen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 8. April 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Investor Relations,Organisationen,Quellen,Social Media | 1 Kommentar