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Anlegerstudie: Informationsanforderungen deutscher Privatanleger

Die Universität Leipzig (Univ.-Prof. Dr. Ansgar Zerfaß) geht gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) und der Deutsche EuroShop AG (DES) (Patrick Kiss) der Frage nach, wie deutsche Privatanleger optimal von Unternehmen informiert werden wollen:

Welche Anforderungen stellen Privatanleger an Unternehmen? Wie und mit welchen Informationen möchten Sie versorgt werden? Welche Rolle spielt das Internet dabei? Wo liegen Defizite in der Finanzkommunikation der Wirtschaft? Ziel ist es, Ihre Informationsanforderungen zu erfassen und so künftig eine transparentere und gezieltere Kommunikation zu ermöglichen.

Ich habe bereits an der Online-Befragung teilgenommen und ca. 15 Minuten für die Beantwortung der Fragen gebraucht. In erster Linie geht es um Informationsversorgung von privaten Investoren (seien es Inhaber von Aktien, Investmentfonds oder sonstigen Anlagen) mittels klassischen Offline-Instrumenten und mittels neuen Online-Instrumenten wie beispielsweise Blogs, Microblogs oder Social Networks. Ich freue mich, auf die Ergebnisse der Anlegerstudie und hoffe natürlich, dass möglichst viele Privatanleger teilnehmen: www.anlegerstudie.com

Anlegerstudie - Informationsanforderungen deutscher Privatanleger

Geschrieben von Andreas Köster am 15. November 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Online Investor Relations,Studien | 3 Kommentare

@Mr.Disclosure sorgt für Transparenz bei Twitter

Unter Aktienbesitzern befindet sich eine ganze Reihe von aktiven Twitteristi. Sie zwitschern über allerhand und manchmal auch über jene Unternehmen, in die sie investiert haben. Damit diese Tweets vollkommen unverfänglich bleiben und keinen unbemerkt werbenden Eindruck bei den Followern hinterlassen können, hat Andy Cheung den Twitter Bot @MrDisclosure programmiert. Als Twitter Bild hat er dafür einen Weißkopfseeadler gewählt, der zufällig auch Wappentier der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) ist.

@MrDisclosure agiert auf Twitter ähnlich wie eine reale Person und macht mit eindeutigen Tweets darauf aufmerksam, wenn eine Person über ein Unternehmen twittert, in dem sie direkt oder indirekt investiert ist und auf diesen Fakt nicht aufmerksam macht. @MrDisclosure „verlangt“ dann von der mit @Mention angetwitterten Person, zukünftig doch bitte den Hashtag #investor an entsprechende Mitteilungen anzuhängen.

Mr. Disclosure (MrDisclosure) auf Twitter

Obwohl das eingeforderte Vorgehen für Investoren in den USA laut Cheung nicht rechtlich verpflichten ist, finde ich die Idee sehr gut und richtig. Voraussetzung für die Aktivität des Bots ist natürlich eine kleine Datenbank, die dokumentiert, welcher Twitter-Account zu welchem Investoren-Namen und zu welchen investierten Unternehmen gehört. Alles Weitere kann eine Programmroutine automatisiert erledigen. Bislang ist diese Datenbank noch sehr klein, doch jeder kann Cheung über @whereandy weitere Personen und Unternehmen bekannt geben.

Quelle: techcrunch.com

 

Geschrieben von Andreas Köster am 7. Oktober 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Best-Practice,Investor Relations,Rechtliche Vorschriften,Twitter | Keine Kommentare

Die deutsche Web 2.0 Aktiencommunity Sharewise

In den USA besitzen Social Media Plattformen speziell für Investoren bereits eine große Bedeutung. Seeking Alpha ist mit drei Millionen Visitors pro Monat der weltweite Marktführer und längst nicht mehr nur für private Anleger interessant. Die größte Micro-Blogging Plattform für Trader und Investoren StockTwits wurde kürzlich sogar in das mächtige Yahoo!Finance eingebunden und erfuhr somit eine enorme Aufwertung. In Deutschland hat das Finanzportal Sharewise die vermutlich größte Web 2.0-Online-Community für Aktien und ist damit potenziell interessant für die Investor Relations Kommunikation von Unternehmen.

Web2.0 Aktiencommunity sharewise - www.online-investorrelations.de

Funktionsweise von Sharewise
Die im August 2007 in München gegründete Sharewise GmbH betreibt nach eigenen Angaben mit www.Sharewise.com das erste Finanzportal, das transparent macht, wie gut Aktienempfehlungen von professionellen Analysten und Community-Mitgliedern tatsächlich sind. Angemeldete Benutzer können bei Sharewise Kauf- und Verkaufsempfehlungen für rund 9.000 der an der Frankfurter Börse gehandelten Aktien abgeben. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten klassischen Aktien-Foren wird genau dokumentiert, inwieweit die abgegebenen Empfehlungen auch eintreffen. Dazu erstellt Sharewise einen Zuverlässigkeitsindex sowie eine Übersicht der durchschnittlichen Rendite jedes Benutzers und errechnet eine Rangliste der besten Tippgeber. Jeder Benutzer kann sich durch richtige Prognosen auf diese Weise in seinem Status hoch arbeiten. Durch das werbefinanzierte Konzept von Sharewise ist die Nutzung kostenlos.

Weitere Informationen zum Unternehmen

sharewise Logo

Einbindung von Twitter und Facebook
Ähnlich wie StockTwits, stellt Sharewise einen schnellen News-Service bereit, der auf dem Twitter-Prinzip basiert: Jedes Sharewise-Mitglied hat die Möglichkeit, der Community mittels PC oder mobiler Endgeräte (Handy, Smartphone usw.) kurze Textnachrichten in Echtzeit mitzuteilen. Anders als bei StockTwits werden diese Shortnews jedoch von der Sharewise Plattform getaggt und gekürzt und dann erst bei Twitter veröffentlicht – nicht umgekehrt. Jeder Benutzer sieht auf einen Blick, von welchem Mitglied die Information stammt und um welchen Aktienwert es geht. Hier ein Beispiel:

Bei Sharewise eingegebene Meldung:
GENTA INC., Genta wird in letzter Zeit stakt gebasht. Was steckt dahinter? Man will wahrscheinlich die Firma in die Insolvenz treiben. Aber die Firma könnte sich wehren! Quelle: cortalconsors.de.Sharewise.com/groups/9283/forums/58/t

Automatischer Tweet auf @Sharewise:
€GNQ1 (#GENTA INC.) #aktien Genta wird in letzter Zeit stakt gebasht. Was steckt dahinter? Man will wahrscheinlich d http://bit.ly/fRqRxi

Auch die enge Verknüpfung mit Facebook, beispielsweise über den Facebook Connect Dienst und die Teilen-Funktion sowie zahlreiche Social Bookmarking Funktionen, unterscheiden die Plattform deutlich von anderen deutschsprachigen Aktienforen.

Größe und Relevanz von Sharewise für die IR
Seit Anfang 2009 kooperiert Sharewise erfolgreich mit Cortal Consors. Die Direktbank für private Geldanlage und Online-Trading löste ihr eigenes, wenig erfolgreiches Forum auf und verlinkt nun direkt auf die Sharewise-Community.

Ob eine solche Investoren Community für an der Deutschen Börse notierte Unternehmen und ihre Investor Relations relevant ist, hängt in erster Linie von den Nutzerzahlen und der absoluten realen Investitionshöhe ab. Zur Investitionshöhe, die die Community tatsächlich auf sich vereint, liegen leider keinerlei Zahlen vor. Derzeit werden bei Sharewise etwa 25.000 Empfehlungen pro Monat ausgewertet. Die IWV Zahlen besagen für die Hauptdomain www.scharewise.com, dass Ende 2010 pro Monat ca. 2 Millionen Pagevies von ca. 390.000 Besuchern erzeugt wurden, was durchaus beachtlich ist. Insgesamt weisen die Zahlen eine steigende Tendenz aus, wobei besonders die Visits aus dem Ausland zugenommen haben. Ich schätze grob, dass die Community über 40.000 bis 60.000 registrierte, aktive Mitglieder verfügt.

Benutzerzahlen und Pagewievs Sharewise - Quelle www.ivw.de

Besuche pro Monat der Plattform Sharewise - Quelle www.ivw.de

Der Google Ad Planner beschreibt die Zielgruppenaffinität der Plattform für Güter- und Terminhandel, deutsche Finanzmärkte sowie Wirtschaftsmeldungen als besonders hoch und bietet verschiedene Werbeformate an. Investor Relations Abteilungen mit Fokus auf private Anleger könnten diese Flächen theoretisch beispielsweise für Informationen zur Aktie oder zum Unternehmen und seinen Produkten verwenden. Die hohe Zielgruppenaffinität ermöglicht vermutlich geringe Streuverluste einer solchen Kampagne.

Fazit
In der Gründung und Entwicklung der Seeking Alpha und StockTwits ähnlichen Web 2.0 Aktiencommunity Sharewise, sehe ich grundsätzlich die Tendenz bestätigt, dass sich die Entwicklung der Online Investor Relations in den USA zeitverzögert auf Deutschland übertragen lässt. Ohne es quantifizieren zu können, vermute ich, dass private Investoren, die sich bisher beispielsweise noch in klassischen Foren aufhalten, die neuen Möglichkeiten des Social Web nicht ungenutzt lassen werden. Unternehmen sollten diesen Bereich daher zumindest beobachten oder gar erste Kommunikationserfahrungen mit derartigen Communities sammeln.

Geschrieben von Andreas Köster am 9. Januar 2011 | Abgelegt unter Investor Relations,Social Media | 2 Kommentare

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