Investor Relations 2.0 – Global Benchmark Study 2012

Die aktuelle Studie zur Social-Media-Nutzung in den Investor Relations von  Ansgar Zerfass und Kristin Koehler trägt den Untertitel „Financial Communication, Online Dialogue and Mobile Information“. Es handelt sich dabei um eine umfassende, empirische Inhaltsanalyse der IR-Kommunikation der 150 größten börsennotierten Unternehmen in den USA, UK, Deutschland, Frankreich und Japan sowie von US-amerikanischen Midcap-Unternehmen.

Investor Relations 2.0 - Global Benchmark Study 2012

Still und heimlich hat die Universität Leipzig kürzlich die Ergebnisse der umfassendsten Studie zu Social Media in den Investor Relations in Form einer 119-seitigen Präsentation auf Slideshare hochgeladen. Die tiefgehende Analyse von IR-Websites und Social-Media-Kanälen von 190 Unternehmen aus DJIA (Dow Jones Industrial Average), FTSE (Financial Times London Stock Exchange Index), CAC (Cotation Assistée en Continu quarante), DAX (Deutscher Aktien-Index) und NIKKEI (Nihon Keizai Shimbun Index) zeigt den aktuellen Stand von „IR 2.0“ in beeindruckender Detailtiefe. Zerfass und Koehler führten die Studie bereits zum dritten Mal durch, wodurch zusätzlich zu den aktuellen Zahlen interessante Entwicklungen der letzten Jahre aufgezeigt werden können.

Es wird wohl eine Zeit lang dauern, bis ich mich durch alle Zahlen und die eingestreuten Best-Practice Beispiele gearbeitet habe. Gerade bin ich einfach nur beeindruckt von dem Ergebnisumfang und auch der Arbeit, die in dieser Untersuchung steckt…

 

Geschrieben von Andreas Köster am 13. Juni 2012 | Abgelegt unter Online Investor Relations,Quellen,Studien | 2 Kommentare

Andreas Köster (M.A.)

Profile Das Thema Social Media in den Investor Relations entwickelt sich rasant. Das Blog soll die Financial Community und die Social Media Community zusammenbringen. Über Fragen, Anregungen und Kritik freue ich mich. Kontakt

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Social Media für Investor Relations von Schweizer Unternehmen kaum genutzt

Erhebung zur Nutzung von Social Media im Bereich Investor Relations in SPI-Unternehmen zeigt, dass bislang nur eines von fünf Unternehmen Social Media für IR nutzen.

Im Auftrag der GIRAS (Gesellschaft der Investor Relations Agenturen der Schweiz) hat die Fachhochschule Nordwestschweiz 54 IR-Verantwortliche von an der Schweizer Börse notierten SPI-Unternehmen per Online-Umfrage befragt. Dabei kam heraus, dass nur 19% der Unternehmen Social Media im Bereich Investor Relations zur Kommunikation nutzen.

Weiter geht aus der Online-Umfrage hervor, dass Social Media inhaltlich vor allem für die Ankündigung von Ereignissen und Publikationen (80%), für Ad-hoc Publikationen (60%) und zur Begleitung von Live-Ereignissen (60%) genutzt werden. Zielgruppe der Social-Media-Aktivitäten sind vor allem institutionelle Investoren und Analysten, und erst in zweiter Linie Medien und Kleinaktionäre.

Social Media für Investor Relations von Schweizer Unternehmen kaum genutzt

Argumente für eine aktive Social Media Nutzung
Die angegebenen Hauptgründe für die Nutzung von Social Media im Bereich IR sind die Verbreitung von Informationen über einen zusätzlichen Kanal (60%), die Erreichung neuer Zielgruppen (60%) und die Steigerung des Bekanntheitsgrades (50%). Der Erhalt von direktem Feedback hingegen wurde von keinem Unternehmen als wichtiger Grund für die Nutzung angegeben.

Gründe gegen eine aktive Social Media Nutzung
Gegen die aktive Anwendung von Social-Media-Kommunikation sprechen aus Sicht der befragten IR-Manager insbesondere die Notwendigkeit alle Stakeholder zeitgleich zu informieren (60%), ungenügende Erreichbarkeit der Zielgruppe (49%) und Angst vor Kontrollverlust (49%). Zudem fehlt es oft an personellen Ressourcen (66%) oder es werden gesetzliche Hürden (60%) gesehen.

Mangelnde Social-Media-Governance
Nur knapp die Hälfte (44%) der Schweizer IR-Verantwortlichen gab an, die Social Media auf Aussagen und Diskussionen über ihr Unternehmen zu durchsuchen, also ein Social-Media-Monitoring zu betreiben. Die Zahl der Unternehmen, die ein systematisches und professionelles Monitoring betreiben, dürfte vermutlich noch weit darunter liegen. Ebenfalls nur knapp die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen stützen ihre Maßnahmen auf eine umfassende Social-Media-Strategie und nur 37% verfügt über eine Social-Media-Policy.

Fazit
Wenn man sich die von den IR-Managern genannten Argumente für die aktive Nutzung anschaut, überwiegt klar die einseitige Verbreitung von Informationen gegenüber dem Dialog. Dies kann man als „Einwegkommunikation auf Facebook & Co.“ bezeichnen. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, wenn es den Unternehmen hilft, sich in einer Art „Übergangsphase“ langsam an die neue Kommunikation in den Social Media zu gewöhnen.

Solange es den Unternehmen jedoch an grundlegenden Strukturen wie Monitoring, Strategie und Policies fehlt, ist von einer aktiven Social Media Nutzung abzuraten. Bei einem kommunikativen Blindflug würden die Gefahren tatsächlich schwerer wiegen als die Potenziale. Ist dagegen ein umfassendes Verständnis der Neuen Medien im Unternehmen vorhanden (und auch in Form einer Social-Media-Governance verankert), wird sich die Quote der Unternehmen mit aktiven „IR 2.0“ sicherlich deutlich erhöhen.

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Quelle: www.giras.ch

 

Geschrieben von Andreas Köster am 30. Mai 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Investor Relations,Social Media,Studien | Keine Kommentare

Kommunikation mit privaten Investoren – Anlegerstudie 2012

Die Anlegerstudie 2012 untersucht das Informationsverhalten und die Informationsanforderungen von Privatanlegern. Dabei zeigt sich die Wichtigkeit von professionellen Online Investor Relations, da private Anleger das Medium Internet intensiv zur Informationsbeschaffung nutzen. Social-Media-Kanäle werden dagegen bislang nur in geringem Umfang genutzt, was mit dem hohen Durchschnittsalter der privaten Anleger in Deutschland zusammenhängt.

Zielgruppe der Studie
Die Anlegerstudie 2012 hat 530 Privatanleger in Deutschland mit monetärem Engagement in Aktien, Investmentfonds und/oder Unternehmensanleihen per Online-Fragebogen befragt. Die Stichprobenziehung funktionierte dabei über eine aktive Ansprache der Privatanleger über das Internet.

Dass die Studie hier nicht mit einer repräsentativen, zufälligen Stichprobe arbeitet, sondern ausschließlich Onliner befragt, kann als erheblicher Messfehler gesehen werden. Ansonsten ist an der sehr fundierten Studie aus meiner Sicht nichts auszusetzen.

Internet als wichtiges Medium für Anleger
Vor dem Hintergrund der Befragungsart verwundert es nicht, dass 96,1% der befragten Privatanleger das Internet nutzen, um sich über die Unternehmen zu informieren, von denen sie Anlagen halten oder kaufen möchten. Besonders Anlegerforen, online Unternehmenspräsentationen und Online-Wissensportale stehen bei der Informationsbeschaffung dabei hoch im Kurs.

Die Online-Aktivität der Befragten ist überdurchschnittlich: 90,5% sind täglich online und immerhin 14,8% nutzen täglich Social Media. 47,1% gaben dagegen an, Social Media nie zu nutzen. Jüngere Anleger nutzen Social Media weitaus stärker. Beispielsweise nutzen die unter dreißig Jährigen Anleger Social Media zu 94% mindestens wöchentlich.

Nutzung der Online-IR-Angebote von Unternehmen

Demografie und Informationsbeschaffung
Jüngere Anleger unter 40 Jahren nutzen Social-Media-Kanäle bereits aktiv, um sich über ihre Anlagen zu informieren. Microblogging-Seiten werden von ihnen ebenso wie IR-Blogs häufiger zur Informationsbeschaffung genutzt als die Kontaktaufnahme zum Unternehmen via E- Mail und Telefon oder der Austausch mit externen Anlageberatern und Finanzdienstleistern. Bei den älteren Anlegern spielen Social-Media-Kanäle hingegen kaum eine Rolle. Bei ihnen stehen die Print-Publikationen der Unternehmen (z. B. Geschäftsbericht und Aktionärszeitung) im Fokus.

Schaut man sich das Durchschnittsalter der befragten Anleger an, so ist es kein Wunder, dass die Social-Media-Nutzung insgesamt gesehen recht gering ausfällt: Der durchschnittliche befragte Anleger ist 56 Jahre alt.

Social-Media-Nutzung von Privatinvestoren im repräsentativen Vergleich

Absender der Informationen
Sehr sinnvoll ist meiner Meinung nach die grundsätzliche Unterscheidung in der Untersuchung zwischen zwei verschiedenen Absendern der Informationen: Zum einen das Unternehmen als direkter Absender und zum anderen Dritte als indirekte Absender von Informationen. So zeigt sich, dass im Online Bereich die am häufigsten genutzte direkte Informationsquelle der IR-Bereich der Website ist (56,9%), während die am häufigsten genutzte (indirekte) Informationsquelle über dritte kostenfreie Online-Informationsportale darstellen. Diese Unterscheidung ist insbesondere für Social-Media-Kanäle wichtig, da die darüber direkt vom Unternehmen verbreiteten Informationen die gleiche Glaubwürdigkeit besitzen, wie über andere direkte Unternehmenskanäle. Dagegen ist die Glaubwürdigkeit von Informationen Dritter über Social Media genau zu prüfen.

Social-Media-Angebote aus Sicht von Privatanlegern

Anforderungen an Informationsquellen und -aufbereitung
Die Vertrauenswürdigkeit der Informationen ist für die befragten Privatanleger das wichtigste Kriterium überhaupt (83,4%). Von entscheidender Wichtigkeit  ist außerdem, dass sämtliche Informationen kostenlos verfügbar sind (82,9%). Zudem fordern die privaten Investoren die gleichen Informationen zu erhalten, wie institutionelle Investoren und Analysten (80,8%).

Diese Anforderungen können allesamt durch gute Online Investor Relations der Unternehmen erfüllt werden, sofern sie wirklich umfassende Informationen online bereitstellen. Dazu gehören auch sämtliche Dialoge mit institutionellen Investoren und Analysten, die Unternehmen ohne allzu großen technischen Aufwand theoretisch online verfügbar machen könnten.

Rückgrat der Online Investor Relations sollte in jedem Fall eine sehr gute und auf die Bedürfnisse aller Zielgruppen angepasste IR-Website sein. Darauf aufbauend können dann nach und nach auch Social-Media-Kanäle zum Informationsangebot hinzugefügt werden.

Über die Anlegerstudie 2012
Die Anlegerstudie wurde durchgeführt vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) und der Deutsche EuroShop AG. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://anlegerstudie.net/

 

Geschrieben von Andreas Köster am 20. Mai 2012 | Abgelegt unter Online Investor Relations,Quellen,Social Media,Studien | Keine Kommentare

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