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Voestalpine AG zeigt Best-Practice in der Social-Media-Nutzung

Bei meiner bislang eher ernüchternden Suche nach vorbildlicher Social-Media-Kommunikation von österreichischen Aktiengesellschaften bin ich nun auf die Voestalpine AG gestoßen. Da der umfassende Einsatz von Social Media bei diesem (B-to-B-)Unternehmen teilweise auch die Investor Relations umfasst und in vielen Bereichen Vorbild-Charakter besitzt, möchte ich in diesem Post darauf aufmerksam machen.

Der Wikipedia-Artikel
Der Voestalpine-Konzern ist ein weltweit agierender Stahlkonzern und hat seinen Hauptsitz im österreichischen Linz. Die Voestalpine AG notiert seit 1995 an der Wiener Börse und ist eines der best performing ATX-Unternehmen, wie der umfassende und aktuell gepflegte Wikipedia-Artikel zu berichten weiß. Neben der Beschreibung einzelner Geschäftsbereiche finden darin sogar Innovationen des Unternehmens in Form von geschützen Eigenentwicklungen Platz. Dies mag vielleicht nicht jedem Wikipedianer gefallen, ist aus Sicht der Unternehmenskommunikation jedoch eine nicht zu unterschätzende Leistung.

voestalpine – Wikipedia

Die Facebook-Fanpage
Die Unternehmens-Fanpage hat derzeit über 3.300 Fans, ist aktuell gepflegt und aggregiert Inhalte aus dem Unternehmen sowie von externen Informationsquellen. Investor Relations relevante Inhalte sind bis auf eingebundene Youtube-Videos z. B. zur Geschäftsentwicklung nicht vorhanden. Das allgemeine Management der Seite und Details wie einer „Netiquette“-Seite machen einen Besuch für Kommunikationsverantwortliche dennoch lohnenswert.

Neben Facebook ist die Voestalpine AG auch auf Xing und LinkedIn vertreten.

Der Twitter-Account
Der im Corporate-Design gehaltene Twitter-Account @voestalpine hat über 700 Follower und ist mehr als 70 Mal gelistet. Er verlinkt die Unternehmensseite und stellt die beiden Twitterer Gerhard Kürner (@kuerner) und Andrea Zajicek (@social_comm) mit Bild vor. Das Unternehmen nutzt den Linkkürzer bit.ly und setzt @Mentions und #Hashtags passend ein. IR relevante Inhalte wurden bislang leider kaum getwittert.

voestalpine auf Twitter

Der Corporate-Blog
Ein Highlight stellt sicherlich der Corporate-Blog dar, der sich um das Thema Innovation dreht. Er verfügt über umfassende Inhalte, typische Blogfunktionen und stellt insgesamt die Innovationsstärke des Unternehmens ausführlich und überzeugend dar. Das Betreiben eines Blog kann als „Königsklasse“ der Social-Media-Kommunikation bezeichnet werden, da er die meisten Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten bietet, jedoch auch den größten Aufwand verursacht und umfangreiche Kenntnisse voraussetzt.

voestalpine-Innovation-Blog

Ein netter Nebeneffekt zur direkten Erreichung potenzieller Zielgruppen ist die hohe Relevanz von Blogs für Suchmaschinen. Beispielsweise rankt der Voestalpine-Blog mit dem Suchbegriff „Stahl Innovation“ auf Platz zwei der organischen Suchergebnisse bei Google-Deutschland. Andere Unternehmen müssen viel Geld an Google-Adwords zahlen, um zumindest in der Werbespalte angezeigt zu werden.

Google-voestalpine

Besonders interessant finde ich die Nutzung der Social-Bookmark-Plattform digg. Hier sammelt die Voestalpine relevante und interessante externe Links und integriert diese wiederum in den Corporate-Blog. Ein derartiges Vorgehen kenne ich bei keinem anderen Unternehmen. Dadurch, dass digg in Europa kaum verbreitet ist und Nutzer für eine Bewertung des Links (ein „digg“ ist vergleichbar mit einem „+1“ oder „gefällt mir“) registriert und angemeldet sein müssen, ist hier jedoch leider keine Beteiligung aus dem Social Web zu verzeichnen.

voestalpine Innovation digg

Der Slideshare-Account
Auf Slideshare stellt Voestalpine bislang 16 Präsentationen (jeweils einige hundert bis einige Tausend Views) und 12 Dokumente (einige hundert Views) bereit. Die Konzerndarstellungen und Aktionärsbriefe sind zweifelsohne IR bezogen und auch die Tagcloud der Seite identifiziert Slideshare als Informations-Kanal für die Financial Community.

Der Youtube-Kanal
Der Kanal der Voestalpine AG auf Youtube existiert seit September 2009 und zählt insgesamt fast 32.000 Videoabrufe. Der im Corporate Design gehaltene Kanal bietet auch etliche IR relevante Videos wie zur Geschäftsentwicklung, zu Quartalsergebnissen, Interviews mit dem CEO und Beiträgen zu Innovationen des Unternehmens. Hier ein Beispiel:

 

Social Media Integration auf der Webseite
Den überzeugenden Eindruck der Social-Media-Aktivitäten auf einer Vielzahl von Kanälen runden der Social-Media-Newsroom und die übersichtliche Verlinkung auf der Webseite ab. Hier können interessierte Nutzer die Meldungen themenbasiert durchsuchen. So gibt es beispielsweise die Rubrik „Finanz- und Investthemen der voestalpine“. Lediglich entsprechende separate RSS-Feeds habe ich vergeblich gesucht. Sämtliche Inhalte sind zudem für einfaches Teilen und Weiterleiten, beispielsweise in Facebook und Twitter, ausgelegt.

Social Media Governance
Dass im Unternehmen eine stark ausgeprägte Social Media Governance vorherrscht, lassen diverse Videos auf Youtube sowie das „voestalpine Social Media Manual“ schlussfolgern. Ich habe insgesamt den Eindruck, dass das Unternehmen seit ca. 2 Jahren intensiv an seiner Kommunikation im Social Web arbeitet und, dass das Ergebnis heute als Best-Practice auch über die Grenzen Österreichs hinaus gesehen werden kann.

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Geschrieben von Andreas Köster am 5. September 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Facebook,Linkedin,Slideshare,Social Media,Twitter,Wikipedia,Xing,Youtube | 1 Kommentar

Die Zukunft von Facebook: Auswirkungen auf Wirtschaft und Währungen

Facebook hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Social Network der Welt entwickelt und somit den bisher umfassendsten Social Graph (Beziehungsgeflecht zwischen Nutzern) geschaffen. Die Masse von derzeit 750 Millionen aktiven Facebook-Nutzern bedeutet Veränderungen, die weit über das Social Web hinausgehen und unter anderem Auswirkungen auf Wirtschaft und Währungen haben werden.

Wie diese Zukunft von Facebook aussehen könnte, zeigt die eindrucksvolle Kurzdokumentation (10 Minuten) „Future of Facebook: Economy“. Sie stellt dar, wie sich die Wirkungszusammenhänge zwischen Staaten, Währungsräumen und dem größten Social Network der Welt in einigen Jahren darstellen könnten. Dabei spielt die virtuelle Währung von Facebook („FB Credits“) eine entscheidende Rolle für die Wechselkurse…

 

Quelle: futureoffacebook.com

Geschrieben von Andreas Köster am 3. August 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Facebook,Finanzkommunikation,Social Media | 2 Kommentare

Web 2.0 interessant für Privatanleger

Heute sind die Ergebnisse einer repräsentativen, telefonischen Umfrage (n=1072) von TNS Infratest im Auftrag der DZ BANK veröffentlicht worden. Die Stichprobe  ist repräsentativ für „anlage-affine Personen“ in der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren. Dabei wurde erhoben welche Informationsquellen von Privatanlegern derzeit genutzt werden um sich über das Thema Geldanlage zu informieren, wie diese im Allgemeinen Social-Community-Plattformen beurteilen und nutzen, sowie bei welchen Themen sie auf einen Rat aus einem sozialen Netzwerk vertrauen.

Scheinbar wenig Relevanz für private Anleger
Laut der Kurz-Umfrage vertrauen lediglich 15 Prozent der Privatanleger einem Rat zum Thema Geldanlage im Web 2.0 und lediglich 10 Prozent nutzen derzeit Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, um sich über das Thema Geldanlage zu informieren. Dagegen informieren sich 72% über Tageszeitungen und 71% beim Anlageberater ihres Vertrauens. Die DZ Bank schließt daraus kurzerhand: „Web 2.0 ist für die Privatanleger kein Thema“.

Diese Einschätzung mag sich in den Ohren von Banken zunächst beruhigend anhören, ist es für sie doch von großer Bedeutung, den Kunden durch den Bankberater vor Ort „intensiv“ und ungestört über die Anlageprodukte aus dem eigenen Haus informieren zu können. Dagegen würde Ich die Studienergebnisse etwas anders interpretieren:

Kunden vertrauen ihrem sozialen Netzwerk und der Unternehmenswebseite
Laut Studie nutzen 57% der Befragten Freunde, Bekannte oder Verwandte um sich über Geldanalgen zu informieren. Das sind jedoch genau die Personen, mit denen laut ARD/ZDF Onlinestudie 2011 39% aller Onliner regelmäßig und 46% zumindest gelegentlich alleine in den Social Networks kommunizieren. Die Internetseiten der Banken und Finanzdienstleister werden von 53% der Befragten zur Informationssuche benutzt. Nach meinem Verständnis sind Social-Media-Präsenzen von Unternehmen ebenfalls als Internetpräsenz oder zumindest deren Erweiterung zu verstehen (Die Inhalte und Links dort haben ihren Ursprung jedenfalls häufig auf der Internetseite). Ebenso verhält es sich mit Webseiten von Verlagen und Nachrichtenseiten, die für 43% der Privatanleger relevant sind.

Informationsquellen zum Thema Geldanalge

Sind Foren kein Social Media?
Reine Anlageportale wie Onvista.de und Finanzen.net nutzen 14% der anlage-affinen Personen laut Studie zur Informationsbeschaffung. Jedoch bestehen bei genauerem Hinsehen die Hälfte der großen deutschen Online Börsen- und Finanzportale zu weiten Teilen aus Foren. Finanzen.net beispielsweise, mit einer Netto-Reichweite von 1,5 Mio Unique User je Durchschnittsmonat, betreibt eines der größten Foren überhaupt und setzt damit auf User-Generated-Content.

Dass Foren als quasi Urväter des Social Web in der Studie nicht zum Web 2.0 gezählt werden, bringt mich zu einem weiteren Kritikpunkt: Social Media wird meiner Meinung nach immer noch zu unspezifisch als großer „Buzz-Klumpen“ in das Gespräch geworfen. Natürlich immer mit dem erklärenden Zusatz „Das ist Facebook und Twitter und so…“ So trennt die Studie zwischen „Internet“ und „Social Media“ und ignoriert, dass das Internet bereits zum Großteil aus Social-Media-Anwendungen besteht. Zwischen diesen Anwendungen bestehen abgesehen von der partizipativen und sozialen Grundstruktur keine zwingenden Gemeinsamkeiten, weshalb sie  kaum als Einheit betrachtet oder gar untersucht werden können (auch wenn das so schön einfach ist). So stellen beispielsweise Video-Plattformen gänzlich andere Informationsmöglichkeiten als Social Bookmarking etc. Trotz dieser Ungenauigkeiten geben 10% aller Befragten an, Facebook und Twitter bereits als Informationsquelle zu nutzen. Dies ist erstaunlich vor dem Hintergrund, dass in Facebook bislang so gut wie keine ansprechend aufbereiteten Anlage-Informationen zu finden sind und Twitter überhaupt nur 3% der Bevölkerung nutzen.

Potenziale des Web 2.0 können Unternehmen für Privatanleger nutzen
Am deutlichsten werden die Potenziale des Web 2.0 bei der Einschätzung durch die Befragten. 75% glauben, dass die Nutzung von Plattformen, wo Anleger sich in Sachen Geldanlage austauschen und diskutieren, steigen wird. Für 27% sind diese Plattformen bereits heute eine interessante Informationsquelle. Die Nutzer vertrauen dabei insbesondere Inhalten, die vom Unternehmen selbst kommen: 53% der Befragten sind der Meinung, dass Internetseiten von Finanzdienstleistern für Anleger eine hilfreichere Informationsquelle als soziale Netzwerke sind. Geht man von sozialen Netzwerken als Erweiterung der Internetpräsenz aus, ergibt sich diese Einschätzung meiner Meinung nach jedoch aus der Tatsache, dass sich die Finanzdienstleister aus diesen Netzwerken fernhalten und dort nicht mit ihren Informationen präsent sind. Generell wären laut Studie diese Plattformen bereits heute für jeden Dritten (27%) als Informationsquelle interessant! Das ist ein beachtlicher Wert. Wenn man bedenkt, wie viele Social-Media-Manger derzeit auf zehntausende Bankberater in den Filialen vor Ort kommen, muss man sagen, die Potenziale werden in weiten Teilen unterschätzt und nicht genutzt. Die Banken sollten also „aus den Puschen kommen“, wie man in Berlin sagt.

Informations-Plattformen im Web 2.0

Viele Fragen für die Investor Relations
Da die Studie offen lässt, um welche Art von Geldanlagen es im Speziellen geht, können kaum Ableitungen für die Investor Relations gezogen werden. Sofern es bei Anlagen jedoch um Unternehmensaktien und nicht um Gold oder festverzinsliche Wertpapiere geht, sollten IR-Manager die Studie nutzen, um zu überprüfen, wie sie das ihrem Unternehmen offenbar entgegengebrachte Vertrauen dort nutzen können, wo sich die Kunden aufhalten und Geld ausgeben: Im Web 2.0.

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Quelle: presseportal.de

Geschrieben von Andreas Köster am 14. Juli 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Facebook,Social Media,Studien,Twitter | 3 Kommentare

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