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Studie: Einsatz von Social Media in der Investor Relations Praxis verdoppelt

Wie die jährliche, angesehene Studie „Global Trends In Investor Relations – A Survey Analysis of IR Practices Worldwide” von BNY Mellon in der siebten Auflage zeigt, wächst die Bedeutung der Social-Media-Kommunikation für die Investor Relations stark – wenn auch von einem niedrigen Ausgangsniveau.

Studiendesign und Stichprobe
Der weltweit tätige Finanzdienstleister befragte zwischen Juli und September diesen Jahres 650 Investor-Relations-Abteilungen von Unternehmen aus 53 Ländern online. Die Stichprobe umfasst dabei sämtliche Branchen und Unternehmensgrößen. Zusätzlich erfolgten 22 Tiefeninterviews mit IR-Verantwortlichen. Die Studie bietet aktuelle empirische Einblicke in die IR-Kommunikation weltweit. Unter anderem Zahlen zur allgemeinen Kapitalmarktentwicklung, der Interaktion zwischen Unternehmen und dem Kapitalmarkt, sowie der finanziellen und personellen Ausstattung der IR-Abteilungen.

Social Media gehören nicht zum Standard-Repertoire der Investor Relations
Social Media haben sich als Kanal der Finanzkommunikation bislang nicht in der Breite durchsetzen können. Dennoch gab es ein beachtliches Wachstum in Form einer Verdoppelung der Social-Media-Nutzung innerhalb des letzten Jahres: Nutzten in 2010 noch 9% der Investor-Relations-Abteilungen das Social Web um mit Investoren zu kommunizieren, sind es 2011 bereits 20%. Die Zahl der Unternehmen, die überlegen, Social Media eventuell in der Zukunft einzusetzen, stieg von 35% auf 44% an.

Nutzung der Social-Media-Kommunikation mit Investoren

Beliebte Social-Media-Kanäle
Auf Platz eins der internationalen Nutzung steht 2011 Twitter mit 12% aller Unternehmen (2010: 6%). Gefolgt von Corporate Blogs mit 11% und Facebook mit 10%. Entsprechend der bislang geringen Nutzung insgesamt, sind Social-Media-Links auf der Investor-Relations-Website selten. 71% der befragten Unternehmen bieten keinerlei Verlinkungen in das Social Web an.

Social-Media-Kanäle zur Kommunikation mit professionellen Investoren

Charakteristische Interviewstimmen

“Eventually, but not now. [Social media] just hasn’t taken off yet, for us. Our investors have not been tweeting or been asking about it or anything. We have not gone on Facebook or Twitter. The company has, but not investor relations.”

“We don’t dare to use it because with everything we do, it is important that it is consistent with what we say elsewhere. If we suddenly happen to say something in social media that turns out to be share-price sensitive, we may end up in big trouble. So we’re not going to use it for IR purposes.”

“Not in the near term because I don’t think fundamental investors are going to make their investment decisions based on what they read or hear in the social media. I think the social media could add more volatility to stocks because I think more hedge fund and momentum traders will pay attention to it.”

“Not in the short term, no. This may depend on sector. So from a financial services sector as a whole, social media’s had little impact. It has impact from a press side, but not an investor perspective. I think that’s because it doesn’t give the detailed analysis that people require to make effective decisions.”

“Generally social media I don’t think will have any revolutionary effect. That would be more relevant for consumer industries and retail chains where each person is using their service on a daily basis and they have a wide distribution network and people are staying connected because they are using the services and goods of that company – so they would have to have a direct link. But we are a metals and mining company and not a lot of people understand the specifics of this industry.”

“Certainly not to any great extent – at least in my opinion. And I am saying that because investor relations is a very profound study of companies. And social media networks do not go very profound in analysis of companies.”

“Yes. Eventually yes. However now things like Facebook and Twitter, although they are big, are not used by investor relations. We have rules in place in my country that are very strict – more strict than other countries. We can’t disclose anything material before we disclose it to the stock market. So although in other countries they may say that they also can’t disclose anything material before disclosing it to the stock market – I think that – without getting specific – small things are deemed material – and that is the issue we face.”

BNY Mellon Studie 2011 - Global Trends In Investor Relations

BNY Mellon Studie 2011 - Global Trends In Investor Relations

 

Fazit
Auch wenn die Social Media heute mit 20% nur eine untergeordnete Rolle im Kommunikations-Mix der Investor Relations spielen, ist das Wachstum dennoch beachtlich. Die Tendenz ist klar ersichtlich und bei weiteren jährlichen Verdoppelungen wird die dialogorientierte Online-Kommunikation bald zum Standard gehören.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 8. November 2011 | Abgelegt unter Facebook,Online Investor Relations,Quellen,Social Media,Studien,Twitter | Keine Kommentare

Die Zukunft von Facebook: Auswirkungen auf die Politik [Video]

Dass Facebook als weltgrößtes Social Network mit über 800 Millionen aktiven Nutzern auch die Politik beeinflusst, hat 2009 der Obama Wahlkampf ebenso gezeigt, wie es seit Ende 2010 der Arabische Frühling tut. Politische Aktivitäten werden heute auch über Facebook ausgetragen, das aufgrund seine schieren Netzwerkgröße, seiner niedrigen Eintrittsbarrieren und der Möglichkeit des Informationsaustausches in Echtzeit neue Möglichkeiten der Information und Partizipation darstellt. Was es bedeuten kann, wenn Facebook sowohl von Regierungen als auch von Regierungsgegnern und anderen politisch orientierten Parteien genutzt wird, versuchen die Macher der Videodokumentation „The future of facebook“ in Interviews herauszufinden.

 

Der erste Teil der sechsteiligen Videodokumentation drehte sich um die Auswirkungen von Facebook auf Wirtschaft und Währungen.

Geschrieben von Andreas Köster am 25. Oktober 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Facebook,Social Media | Keine Kommentare

Wie Aktiengesellschaften Facebook für Investor Relations nutzen

Die auf Online Investor Relations spezialisierte US-amerikanische Agentur Q4 Websystems hat mit ihrem Whitepaper „Public Company Use of Social Media for Investor Relations – Part 2 Facebook“ einen aktuellen Überblick zur Facebook-Nutzung in den Investor Relations veröffentlicht. Über Part 1 „Richtig twittern für IR-Abteilungen“ hatte ich bereits berichtet. Facebook wird demnach von IR-Abteilungen zunehmend für die Kommunikation genutzt, wobei sechs Trends erkennbar sind und es teilweise zu einer echten Interaktion mit der Financial Community kommt.

Stärkere Social-Media-Nutzung der analysierten Unternehmen
Q4 Websystems hat mehr oder weniger willkürlich (es ist keine wissenschaftliche Untersuchung) 629 Unternehmen weltweit auf ihre Social-Media-Aktivitäten hin untersucht, wobei die meisten Unternehmen aus Nordamerika stammen. Im Vergleich zum Vorjahr, als eine ähnliche Untersuchung stattfand, ist ein deutlicher Aktivitätsanstieg der Unternehmen in den Social Media zu verzeichnen:

  • 67% nutzen Twitter für Investor Relations relevante Inhalte (65% im Vorjahr)
  • 45% nutzen Facebook für Investor Relations relevante Inhalte (37% im Vorjahr)
  • 44% nutzen Slideshare für Investor Relations relevante Inhalte (10% im Vorjahr)
  • 34% nutzen Youtube für Investor Relations relevante Inhalte (29% im Vorjahr)
  • 19% nutzen ihren Corporate Blog für Investor Relations relevante Inhalte (10% im Vorjahr)
  • 87% betreiben eine Unternehmensseite auf Linkedin (93% im Vorjahr)
BMW bindet seine umfassenden Youtube-Videos ansprechend auf Facebook ein

BMW bindet seine umfassenden Youtube-Videos ansprechend auf Facebook ein

 

Facebook als zunehmend beliebter IR-Kanal
476 der 629 Unternehmen betreiben eine Facebook-Fanpage, das entspricht 76%. Nach der Inhalts-Analyse von Q4 Websystems posten dort 45% (216 Unternehmen) IR relevantes Material. Auch hier ist eine deutliche Steigerung gegenüber der letzten Untersuchung vom Juli 2010 zu verzeichnen, in der dies nur bei 37% der Unternehmen festgestellt wurde. Interessant ist, dass Facebook häufiger von kleineren Unternehmen für Investor Relations genutzt wird, als von mittleren und großen Unternehmen. Inhaltlich nutzen Unternehmen das Social Network, um ihr Markt- und Unternehmensumfeld im Kontext darzustellen, um Pressemitteilungen zu streuen, um branchenspezifische News und Berichterstattungen zu verbreiten sowie um mit Videos beispielsweise Quartalsergebnisse oder Unternehmens-Assets darzustellen.

TVI-Pacific bindet seine Slideshare Präsentationen auf Facebook ein

TVI-Pacific bindet seine Slideshare Präsentationen auf Facebook ein

6 Trends in der Facebook-Nutzung

  1. Grafisches Nachbauen und verlinken der Corporate Website über eine Willkommensseite auf Facebook
  2. Automatische Befüllung der Facebook-Seite über RSS-Feeds der IR-Webseite oder des Corporate Blogs
  3. Nutzung von Notizen-Seiten und CSR-Seiten, um Unternehmenswerte darzustellen und Nachhaltigkeitsinitiativen darzustellen
  4. Bereitstellung detaillierter Kommentar-Richtlinien und Nutzungsbedingungen
  5. Verlinkung zu anderen Social-Media-Kanälen und Finanz-Blogs
  6. Verstärkte Nutzung von Multimedia-Elementen wie Videos und Fotos um Ereignisse darzustellen

Haben die Unternehmen Facebook verstanden?
Die ersten beiden Trends sehe ich kritisch. Facebook sollte nicht nur als verlängerter Arm der Webseite dienen, der lediglich Traffic auf die „Hauptseite“ bringt und sowieso nur existiert, weil heute jeder auf Facebook ist. Unternehmen sollten nicht nur mit aller Kraft versuchen, die Nutzerströme auf die Webseite zu lenken, sondern die Möglichkeiten von Facebook nutzen. Auch die automatisierte Fütterung der Fanpage per RSS-Feed ist nicht empfehlenswert. Es ist zwar praktisch, da kein Aufwand anfällt, jedoch reduziert dieses Auto-Posting die Nutzer-Aktivität zum Post um durchschnittlich 70%. Der wertvolle Content sollte also besser liebevoll per Hand übertragen werden, was in der Regel auch besser aussieht.

NetApp verlinkt von seiner Facebook-Fanpage auf weitere Social-Media-Kanäle

NetApp verlinkt von seiner Facebook-Fanpage auf weitere Social-Media-Kanäle

 

Interaktion mit der Financial Community
Von den 216 mit Investor-Relations-Material auf Facebook vertretenen Unternehmen interagieren dort nur 7% aktiv mit Investoren, beispielsweise über Nachrichten oder Kommentare auf der Pinnwand. Die Nutzer müssen sich wohl erst noch daran gewöhnen, dass sie als „Normalsterbliche“ über Facebook mit dem Unternehmen in Kontakt treten können und beispielsweise Fragen stellen können. Hier (ab Seite 34) wird das Whitepaper richtig interessant: Es zeigt eine Menge Beispiele wie IR-Abteilungen auf teilweise verfängliche Fragen der Nutzer antworten (die beispielsweise den Aktienkurs diskutieren möchten oder wissen möchten, wann sich das Investment lohnt ;). In allen dargestellten Fällen, haben die IR-Manger angemessen und klug reagiert. Niemand hat sich zu einer „Kaufempfehlung“ hinreißen lassen und Fragen wurden auf Facebook so beantwortet, wie sich auch per Telefon, E-Mail oder sonst wie beantwortet worden wären.

Fazit
Die von Q4 Websystems aufgezeigten Beispiele der Facebook-Nutzung für die Investor Relations zeigen, welche Möglichkeiten der Information und des Dialoges mit der Financial Community das weltgrößte Social Network birgt. Eine Facebook-Fanpage verhält sich in der Nutzung ähnlich einem „abgespeckten Blog“: Sie bedeutet nicht so viele Möglichkeiten, jedoch auch weniger Aufwand als ein Blog. Die zentrale Bündelung und Darstellung sämtlicher Online-Aktivitäten der IR-Abteilung ermöglicht sie jedoch bei geringst möglicher Hemmschwelle für die Nutzer.

Q4-Whitepaper_Facebook

Geschrieben von Andreas Köster am 13. September 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Facebook,Investor Relations,Social Media,Studien | 1 Kommentar

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