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Masterarbeit abgegeben

Nach vier Monaten Bearbeitungszeit habe ich heute meine Masterarbeit an der HTW Berlin abgegeben. Unter den Titel „Social Media in den Investor Relations – Funktionen, Zielgruppen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen“ sind 82 Seiten (brutto) zu einem Thema entstanden, das an Relevanz in den kommenden Monaten sicherlich weiter zunehmen wird.

Hier ein kurzer Abstract, der den Inhalt in aller Kürze umreißt:

Entwicklungen des Web 2.0 beeinflussen die Unternehmenskommunikation in zunehmendem Maße. Ziel der Theoriearbeit ist es, die aktuelle Diskussion über die Eignung von Social Media für die Finanzkommunikation beziehungsweise Investor Relations (IR) von Unternehmen auf eine breitere Argumentationsbasis zu stellen. Konkret untersucht sie, ob und inwieweit Social-Media-Kommunikation theoretisch und in der Praxis unterstützen kann, die Ziele der IR zu erreichen. Dazu analysiert sie aus kommunikationswissenschaftlicher sowie aus betriebswirtschaftlich-praxisorientierter Sicht Funktionen, Zielgruppen und Kosten-Nutzen-Aspekte von Social Media als neuem Kommunikationsinstrument in den Investor Relations. Sie bezieht sich dabei auf die regelmäßige, externe Kommunikation zwischen börsennotierten Unternehmen und der Financial Community in Deutschland. Die Nutzenanalyse von unterschiedlichen Social-Media-Anwendungen erfolgt dabei entlang der drei zielführenden Funktionen Präsenz, Information und Dialog sowie entlang der Zielgruppen der Investor Relations. Die Kostenanalyse umfasst neben der Betrachtung der kontinuierlichen Nutzung auch die erstmalige Integration von Social-Media-Kommunikation in die Investor Relations als Teilbereich der Unternehmenskommunikation. Abschließend bewertet die Arbeit die Eignung verschiedener Anwendungen sowie deren Eignungsgrad für die Zielgruppen.

Die wordle-Grafik visualisiert wichtige Begriffe der Arbeit:

Investor-Relations Social Web

Geschrieben von Andreas Köster am 4. August 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Organisatorisches | 1 Kommentar

IR 2.0: Funktionen, Zielgruppen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen

Das Wichtigste beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit ist das Schreiben. Diese Weisheit befolgend, habe ich in den letzten Wochen viel an meiner Masterarbeit geschrieben. Zum bloggen, twittern und social networken bin ich nebenher kaum gekommen. Auch meinen Google+ Account habe ich sträflich vernachlässigt. Ich habe also viel geschrieben und nachdem die Seitenzahl zwischenzeitlich deutlich zu groß wurde, musste ich die Arbeit radikal kürzen. Außerdem wurde deutlich, dass der Untertitel meiner Arbeit angepasst werden muss.

Der ursprünglich an der Hochschule eingereichte Untertitel lautet: „Risiken, Chancen und Best-Practice für an der Deutschen Börse notierte Unternehmen“. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hat die Arbeit nun eine andere Gestalt angenommen, die der neue Untertitel „Funktionen, Zielgruppen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen“ besser beschreibt. Anhand der mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit untersuchten Funktionen von Social-Media-Anwendungen kann eine IR-Abteilung jedoch selbst die Risiken, Chancen und den Ressourcenbedarf für eine Implementierung und Nutzung von Social Media in ihrem Unternehmen einschätzen.

Den Best-Practice-Teil muss ich aufgrund der Umfangbegrenzung auf die Veröffentlichung nach Begutachtung durch die Hochschule verschieben – für die angedachten Interviews wäre jetzt kein Platz mehr. Einige IR-Managerinnen  und -Manager aus DAX, SDAX, MDAX und TecDAX haben mir dafür bereits zugesagt und ich freue mich schon auf die Sicht der echten Praktiker.

Die neue inhaltliche Struktur der Arbeit folgt der Kosten-Nutzen-Analyse:

 

Geschrieben von Andreas Köster am 24. Juli 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Organisatorisches | Keine Kommentare

Mit 7 Schritten in den IR-Social-Media-GAU

Seit Monaten beschäftige ich mich nun schon mit Social Media in den Investor Relations und bin auf der Suche nach Best-Practice-Lösungen. Obwohl Finanzkommunikation grundsätzlich ein ernstes Thema ist, sind doch alle Personen, mit denen ich bisher in diesem Zusammenhang Kontakt hatte, humorvolle Menschen, die die folgende Anleitung für den „IR-Social-Media-GAU“ vielleicht erheitern wird. IR-Manager, die die Fertigstellung meiner Masterarbeit nicht abwarten möchten, sollten einfach folgende Schritte unternehmen ;)

Investor Relations Social Media GAU

1. Legen Sie sofort los
Monitoring, Zielgruppenanalysen und seitenlange Konzepte sind etwas für Langweiler und Aussitzer. Das Web 2.0 wartet nicht – seien Sie mit Ihrer Investor Relations Kommunikation noch heute dabei. Konten bei Facebook, Twitter und Youtube sind mit ein paar Klicks innerhalb von Minuten angelegt und sofort können die ersten Infos rausgehauen werden.

2. Fans und Follower locken
Das Maß aller Dinge im Web 2.0 ist die Anzahl der Follower und Fans. Gleich tausende davon kann man im Paket von Agenturen in Indien oder Vietnam einkaufen. Billiger ist es jedoch, die Financial Community mit Insiderinformationen auf die eigenen Kanäle zu locken (Best-Practice ist hier sicherlich der Rapper „50 Cent“). Dass Ihr Unternehmen beispielsweise „heiße Infos“ twittert, wird sich wie ein Lauffeuer herumsprechen und Sie werden sich in Kürze vor Followern kaum noch retten können. Enorme Aufmerksamkeit ist Ihnen ebenfalls sicher, wenn Sie den Quartalsbericht einige Stunden früher auf Ihren IR-Blog hochladen.

3. Nicht vollquatschen lassen
Durch die wachsende Masse von Web-2.0-Nutzern sind immer mehr Labertaschen und Wichtigtuer dabei, die unbedingt Ihre Aufmerksamkeit wollen und einen „intensiven Dialog“ fordern. Auf so etwas sollten Sie sich alleine aus Zeitgründen nicht einlassen! Nur weil einer auf sharewise auf Aktienkenner macht oder irgendein komisches Blog betreibt, gibt ihm das noch lange nicht das Recht, einen hochbezahlten IR-Manager von der Arbeit abzuhalten.

4. Arbeiten Sie wirtschaftlich
Social Media ist ein ausgezeichnetes, kostenloses Marketing-Tool. Ohne Aufwand können Sie über Ihre Social Media Kanäle sämtliche Online-Inhalte automatisch per RSS-Feed verbreiten lassen. Je mehr Nachrichten die Investoren von Ihnen erhalten, desto besser. Auch lassen sich die Konten untereinander verbinden, sodass beispielsweise jedes gesehenes Youtube-Video automatisch bei Twitter gepostet und von da aus wiederum automatisch bei Facebook allen Fans gezeigt wird. Wenn Sie dann den Rest von einem motivierten Praktikanten erledigen lassen, hat Ihr Unternehmen Social Media zum Nulltarif!

5. Überformalisierung vermeiden
Social Media ist ein flippiges Medium und soll einfach nur Spaß machen. Vermeiden Sie es, zusammen mit einer überteuerten Agentur in einem elend langen Prozess irgendwelche unnötigen „Social Media Guidelines“ zu erarbeiten, die die Mitarbeiter sowieso nur verwirren. Sie werden schon ihre eigenen Erfahrungen machen. Wenn ein User dumm kommt, kriegt er beispielsweise eine deftige Ansage und dank Ihrer schlagkräftigen Rechtsabteilung sitzen Sie sowieso am längeren Hebel. Sollten Ihren eigenen IR-Mitarbeitern ab und zu mal ein kleiner Tweet herausrutschen, der Ärger macht – seinen Sie nachsichtig, das wird sich mit der Zeit schon einspielen.

6. Von anderen Abteilungen abheben
Bestimmt bildet sich die Marketing- und Vertriebsabteilung auch in Ihrem Unternehmen mächtig etwas darauf ein, schon länger in Social Media aktiv zu sein und ach so „wertvolle Erfahrungen“ gesammelt zu haben. Die Marketingfuzzis werden sich noch wundern, wenn sie rechts überholt werden! Für den Überraschungseffekt und den Triumph ist es jedoch wichtig, dass die anderen Abteilungen im Voraus nichts von den Investor Relations Accounts mitbekommen.

7. Gerüchteküche anheizen
Social Media kann hervorragend dazu genutzt werden, hier und da einige (für die Wettbewerber ungünstige) Gerüchte zu streuen. Legen Sie dazu einfach ein paar Fake-Accounts auf Twitter und Facebook an. Über Posts, Kommentare und negative Erwähnungen können Sie so vollkommen anonym bei Mitbewerbern den geprellten Anleger mimen bzw. das eigene Unternehmen hochleben lassen! Diese Arbeit können Sie auch an externe Agenturen (z. B. Burson-Marsteller) outsourcen – aber eigentlich sollte Social Media immer kostenlos bleiben…

Zu Erweiterungen der Liste lade ich in der Kommentarfunktion ausdrücklich ein.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 17. Mai 2011 | Abgelegt unter Best-Practice,Organisatorisches | 1 Kommentar

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