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Best Practice: Online-Zielgruppenbefragung der BASF SE

Jede Investor-Relations-Abteilung möchte die an ihr interessierte Financial Community gerne bestmöglich kennen. Das stellt insbesondere online häufig eine Herausforderung dar, da die Zuordnung von Nutzern in klassische Zielgruppen nur begrenzt möglich ist.

Die für ihre herausragenden Online-Investor-Relations mehrfach ausgezeichnete BASF zeigt, wie eine entsprechende Onlinebefragung aussehen kann. Sie geht dabei insbesondere auf die Social Media als Kommunikationskanal ein.

Da die IR-Abteilung der BASF bereits seit geraumer Zeit auch Social-Media-Kanäle in ihre Kommunikation einbindet, handelt es sich bei der übersichtlich strukturierten Online-Befragung nicht um eine initiale Erhebung, sondern dient der fortlaufenden Evaluation und Verbesserung des Kommunikationsangebotes.

Eigene Fragenbatterie zu Social Media
Um die Frage nach der Zielgruppe beantworten zu können, wird zunächst nach deren Zugehörigkeit gefragt: Die Auswahl reicht von Analyst über Journalist, Mitarbeiter oder zukünftigen Mitarbeiter bis hin zu Shareholder und lässt eine Mehrfachauswahl zu. Anschließend wird die Nutzungshäufigkeit einzelner Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook, FlickR, YouTube und Slideshare abgefragt, wobei in einem Freitextfeld auch andere Plattformen Platz finden. Auch die Nutzung des IR-Twitter-Account @BASF_IR wird abgefragt. Ebenfalls von Interesse für die BASF ist es, welche Art von Informationen sich die Nutzer vom Unternehmen in diesen Kanälen wünschen und als wie wichtig sie insgesamt betrachtet werden.

BASF IR Online Umfrage 2012

BASF IR Online Umfrage 2012

 

Die Befragung kann anderen Unternehmen, die eine ähnliche Befragung planen, hilfreiche Anregungen bezüglich Form und Inhalt geben. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und darauf, ob weitere Unternehmen sich für kurze Online-Zielgruppenbefragungen dieser Art entscheiden werden.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 18. Februar 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Best-Practice,Online Investor Relations | Keine Kommentare

Twitter-Hedgefonds setzt erfolgreich auf allgemeine Stimmungslage

Der im Sommer 2011 gestartete „Twitter-Hedgefonds“ von Derwent Capital vereint offensichtlich erfolgreich Geld und Psychologie. Er macht sich die durch die US-amerikanischen Forscher Johan Bollen, Huina Mao und Xiao-Jun Zeng erstmalig bewiesenen statistischen Zusammenhänge zwischen dem Börsenkurs des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und der allgemeinen Stimmungslage auf Twitter zunutze.

Twitter-Fonds arbeitet profitabel
Laut Financial News arbeitete der Fond im ersten Monat (Juli 2011) profitabel und legte 1,85% an Wert zu, was die Börsencommunity aufhorchen ließ. Diese Steigerung ist besonders erstaunlich, weil der S&P 500 Index im selben Monat um 2,2% nachgab. Neuere Zahlen wurden seitdem nicht veröffentlicht.

Studiendesign zur Vorhersage von Börsenkursen mit Hilfe von Twitter

Studiendesign zur Vorhersage von Börsenkursen mit Hilfe von Twitter

Twitter-Stimmung sagt Börsenkurs voraus
In ihrer bereits im Oktober 2010 veröffentlichten Studie „Twitter mood predicts the stock market“ legen die drei Wissenschaftler ihr Studiendesign umfassend dar. Zuerst sammelten sie knapp 10 Millionen englischsprachige, zufällig ausgewählte Tweets von ca. 2,7 Millionen Usern. Bemerkenswert ist, dass keinerlei gezielte Auswahl der Tweets stattfand, etwa nach enthaltenen Unternehmensnamen oder Börsenkürzeln. Es handelte sich um ganz allgemeine Nachrichten auf Twitter. Anschließend analysierten Sie diese gewaltige Datenmenge mittels zweier Tools hinsichtlich ihrer Stimmung/Tonalität. Das erste Tool heißt OpinionFinder und unterteilt die Tweets lediglich in positive und negative Tonalität. Das zweite Tool ist der Google-Profile of Mood States (GPOMS) das sechs unterschiedliche Stimmungsdimensionen analysiert (Calm, Alert, Sure, Vital, Kind, Happy). In dieser Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass der Algorithmus tendenzielle Kursentwicklungen mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von 88% vorhersagen konnte.

 

Mögliche Auswirkungen auf die Investor Relations
Der Twitter-Hedgefonds mag sich zwar noch in einem experimentellen Stadium befinden und hat sich noch nicht langfristig bewähren können, doch zeigt er eindrucksvoll, welche Bedeutung die Social Media für die Investor Relations in Zukunft erlangen könnten. Ohne Kontrollmöglichkeiten der Unternehmen können massenhafte Daten aus dem Social Web zusammengetragen, ausgewertet und für Spekulationen analysiert werden. Der Börsenwert wäre in diesem Fall demnach unter anderem vom allgemeinen Stimmungsbild im Social Web abhängig.
Einen Schritt weiter geht die Plattform TweetTrader, die Tweets Unternehmensbezogen analysiert und steigende bzw. fallende Kurse über positive bzw. negative Erwähnungen in Tweets vorhersagt. Ebenfalls in einem frühen Entwicklungsstadium, zeigt doch auch diese Plattform die Zukunft der Investor Relations. Unternehmen werden das Social Web nicht nur immer stärker passiv überwachen und „zuhören“, sondern vermutlich auch mehr und mehr selbst dort aktiv werden. Sie sollten versuchen, nicht nur bei institutionellen Investoren, sondern auch in der Breite des Social Web die Stimmung im grünen Bereich zu halten.

TweetTrader analysiert Tweets über börsennotierte Unternehmen

TweetTrader analysiert Tweets über börsennotierte Unternehmen

 

Update 3. Juli 2012: Nach weniger als 12 Monaten schließt Derwent Capital Markets den weltweit ersten Twitter Fonds bereits wieder. Wie Institutional Investor berichtet, gibt es in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise offenbar zu große Bedenken gegenüber innovativen und risikoaffinen Investitionen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 15. Januar 2012 | Abgelegt unter Finanzkommunikation,Online Investor Relations,Social Media,Studien,Twitter | 2 Kommentare

Der 5-Minuten-Einstieg in IR2.0

Twitter-Liste zum Thema Online Investor Relations

Immer noch haben sich viele Investor-Relations-Manager nicht dazu durchringen können, selbst das Web 2.0 zu betreten, um sich dort aktiv umzuschauen, welche Möglichkeiten sich für sie und ihr Unternehmen eröffnen. Doch jetzt gibt es keine Ausrede mehr – der 5-Minuten-Einstieg über Twitter ist wirklich unkompliziert und wenig aufwändig:

1. Twitter Account anlegen
Einfach bei Twitter einen anonymen Testaccount anlegen (Hilfe gibt es hier) und nur die nötigsten Daten angeben. So kann man ganz ungezwungen ausprobieren.

2. Erste interessante Twitterer finden
Bei Twitter verhält es sich ähnlich wie beim Fernsehprogramm: Es gibt tausende von Sendern und viele senden einfach Schrott, bzw. die Inhalte interessieren nicht. Es geht also zunächst darum, sich ein Programm aus den interessantesten und passendsten Sendern (Twitterern) zusammenzustellen. Als Einstieg in das Gebiet „Online-Investor-Relations“ mit Fokus auf Social Media in IR schlage ich folgende zehn Accounts vor, bei denen man auf „Follow“ klicken sollte:

@darrellheaps Darrell Heaps (Mitbegründer und Geschäftsführer der US-Agentur Q4WebSystems)

@DWalshIR Dennis Walsh (Senior Investor-Relations-Berater und passionierter Twitterer)

@greiten Thorsten Greiten (Geschäftsführer bei der deutschen Agentur NetFederation)

@IR_Club IR Club Deutschland (Eine von Patrick Kiss gegründete Investor-Relations-Community)

@IR_community DIRK (Deutscher Investor Relations Verband e.V.)

@irwebreport Dominic Jones (US-amerikanischer Blogger und Verfechter innovativer Online-Investor-Relations)

@netfed NetFederation GmbH (Führende Agentur für digitale Unternehmenskommunikation)

@pkiss Patrick Kiss (Vorreiter in IR2.0 und Investor-Relations-Manager bei der Deutschen Euroshop AG)

@q4websystems Q4 Web Systems (Agentur für Social Media, Online-Investor-Relations und IR-Websites in den USA)

@webIR webIR (US-Agentur für Investor-Relationship-Management)

3. Zuhören/Mitlesen
Jetzt ist man schon mitten drin und kann sich einfach anschauen, was in diesem (noch sehr überschaubaren) persönlichen Netzwerk so getwittert wird. Zweimal täglich, beispielsweise mittags und abends, kann man innerhalb weniger Minuten alle Meldungen (den sogenannten Twitter-Stream) überfliegen und schauen, ob etwas Interessantes dabei ist.

4. Netzwerk erweitern
Nur so wenigen Accounts zu folgen wird schnell langweilig. Um weitere interessante Twitterer zu finden, gibt man einfach die Namen von Unternehmen, bekannten IR-Managern oder Konkurrenten in der Twittersuche ein und schaut, wer sonst auf Twitter aktiv ist. Außerdem kann man sich von jedem Account auf Twitter anschauen, wem dieser folgt.

5. Selbst aktiv werden
Durch das Zuhören sieht man schnell, wie man „richtig twittert“ und bekommt vielleicht Lust, einen besonders interessanten Tweet (Beispielsweise eine Studie über die eigene Branche oder ein guter Fachartikel) zu retweeten, also weiterzugeben. Oder man möchte jemanden erwähnen oder ihn direkt ansprechen. Das funktioniert, indem man den Twitternamen inklusive dem @ im Tweet verwendet. Da es sich nur um einen Testaccount handelt, gilt die Regel: Alles kann, nichts muss.

Der 5-Minuten-Einstieg in IR2.0

Appell an die ganz Skeptischen: Die geringe Zeitinvestition lohnt sich wirklich. Twitter ist leicht zu verstehen und eignet sich umso besser, je spezieller die Interessengebiete sind und je knapper die Zeit ist. Das dürfte für viele IR-Verantwortliche relevant sein ;)

 

Geschrieben von Andreas Köster am 7. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Online Investor Relations,Social Media,Twitter | Keine Kommentare

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