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Twitter-Hedgefonds setzt erfolgreich auf allgemeine Stimmungslage

Der im Sommer 2011 gestartete „Twitter-Hedgefonds“ von Derwent Capital vereint offensichtlich erfolgreich Geld und Psychologie. Er macht sich die durch die US-amerikanischen Forscher Johan Bollen, Huina Mao und Xiao-Jun Zeng erstmalig bewiesenen statistischen Zusammenhänge zwischen dem Börsenkurs des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und der allgemeinen Stimmungslage auf Twitter zunutze.

Twitter-Fonds arbeitet profitabel
Laut Financial News arbeitete der Fond im ersten Monat (Juli 2011) profitabel und legte 1,85% an Wert zu, was die Börsencommunity aufhorchen ließ. Diese Steigerung ist besonders erstaunlich, weil der S&P 500 Index im selben Monat um 2,2% nachgab. Neuere Zahlen wurden seitdem nicht veröffentlicht.

Studiendesign zur Vorhersage von Börsenkursen mit Hilfe von Twitter

Studiendesign zur Vorhersage von Börsenkursen mit Hilfe von Twitter

Twitter-Stimmung sagt Börsenkurs voraus
In ihrer bereits im Oktober 2010 veröffentlichten Studie „Twitter mood predicts the stock market“ legen die drei Wissenschaftler ihr Studiendesign umfassend dar. Zuerst sammelten sie knapp 10 Millionen englischsprachige, zufällig ausgewählte Tweets von ca. 2,7 Millionen Usern. Bemerkenswert ist, dass keinerlei gezielte Auswahl der Tweets stattfand, etwa nach enthaltenen Unternehmensnamen oder Börsenkürzeln. Es handelte sich um ganz allgemeine Nachrichten auf Twitter. Anschließend analysierten Sie diese gewaltige Datenmenge mittels zweier Tools hinsichtlich ihrer Stimmung/Tonalität. Das erste Tool heißt OpinionFinder und unterteilt die Tweets lediglich in positive und negative Tonalität. Das zweite Tool ist der Google-Profile of Mood States (GPOMS) das sechs unterschiedliche Stimmungsdimensionen analysiert (Calm, Alert, Sure, Vital, Kind, Happy). In dieser Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass der Algorithmus tendenzielle Kursentwicklungen mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von 88% vorhersagen konnte.

 

Mögliche Auswirkungen auf die Investor Relations
Der Twitter-Hedgefonds mag sich zwar noch in einem experimentellen Stadium befinden und hat sich noch nicht langfristig bewähren können, doch zeigt er eindrucksvoll, welche Bedeutung die Social Media für die Investor Relations in Zukunft erlangen könnten. Ohne Kontrollmöglichkeiten der Unternehmen können massenhafte Daten aus dem Social Web zusammengetragen, ausgewertet und für Spekulationen analysiert werden. Der Börsenwert wäre in diesem Fall demnach unter anderem vom allgemeinen Stimmungsbild im Social Web abhängig.
Einen Schritt weiter geht die Plattform TweetTrader, die Tweets Unternehmensbezogen analysiert und steigende bzw. fallende Kurse über positive bzw. negative Erwähnungen in Tweets vorhersagt. Ebenfalls in einem frühen Entwicklungsstadium, zeigt doch auch diese Plattform die Zukunft der Investor Relations. Unternehmen werden das Social Web nicht nur immer stärker passiv überwachen und „zuhören“, sondern vermutlich auch mehr und mehr selbst dort aktiv werden. Sie sollten versuchen, nicht nur bei institutionellen Investoren, sondern auch in der Breite des Social Web die Stimmung im grünen Bereich zu halten.

TweetTrader analysiert Tweets über börsennotierte Unternehmen

TweetTrader analysiert Tweets über börsennotierte Unternehmen

 

Update 3. Juli 2012: Nach weniger als 12 Monaten schließt Derwent Capital Markets den weltweit ersten Twitter Fonds bereits wieder. Wie Institutional Investor berichtet, gibt es in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise offenbar zu große Bedenken gegenüber innovativen und risikoaffinen Investitionen.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 15. Januar 2012 | Abgelegt unter Finanzkommunikation,Online Investor Relations,Social Media,Studien,Twitter | 2 Kommentare

Schweizer Investor Relations Konferenz 2011 – Präsentationen und Webcasts

Bereits zum fünften Mal fand in Zürich die „Investor Relations Conference“ der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange statt. Zusammen mit der Schweizerischen Investor Relations Vereinigung IR Club, der Swiss Financial Analysts Association SFAA und dem IR-Agenturverband GIRAS haben Experten am 24. November unter anderem das Thema Social Media in den Investor Relations intensiv diskutiert.

Erfreulicherweise stellt die SIX Swiss Exchange umfassendes Video- und Präsentationsmaterial online bereit, auf das ich gerne hinweisen möchte: http://www.six-swiss-exchange.com/news/events/investor_relations_conference_de.html

  • Prof. Dr. Stephan Weichert (Macromedia) spricht in seiner 40 minütigen Keynote „Mind the Social Media Gap!“ darüber, wieso Twitter, Facebook und Google+ die Kommunikationsstrukturen von Journalisten und Unternehmen grundlegend verändern.
  • Thorsten Greiten (NetFederation GmbH) erläutert in seiner Präsentation „IR – Quo Vadis“ die zukünftigen Auswirkungen von Social Media auf die Finanzkommunikation in der Schweiz. Besonders interessant finde ich hier die Ergebnisse des SLI Investor Relations Benchmark 2011, dessen drei ersten Plätze UBS, Nobel Biocare Mangement und Credit Suisse Group belegen, der insgesamt im Vergleich zu seinem deutschen Pendant jedoch weit abgeschlagen ist.
  • Schweizer Investor Relations Benchmark 2011 - NetFederation GmbH

    Schweizer Investor Relations Benchmark 2011 - NetFederation GmbH

  • An der einstündigen Panel-Diskussion „The place of Social Media in IR“ nahmen Prof. Dr. Stephan Weichert, Thorsten Greiten, Roddy Child-Villiers (Nestlé AG) und Dr. Karl Mahler (Roche Holding AG) teil. Auch diese Diskussion ist als Webcast abrufbar.

Geschrieben von Andreas Köster am 3. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Finanzkommunikation,Online Investor Relations | Keine Kommentare

Die Zukunft von Facebook: Auswirkungen auf Wirtschaft und Währungen

Facebook hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Social Network der Welt entwickelt und somit den bisher umfassendsten Social Graph (Beziehungsgeflecht zwischen Nutzern) geschaffen. Die Masse von derzeit 750 Millionen aktiven Facebook-Nutzern bedeutet Veränderungen, die weit über das Social Web hinausgehen und unter anderem Auswirkungen auf Wirtschaft und Währungen haben werden.

Wie diese Zukunft von Facebook aussehen könnte, zeigt die eindrucksvolle Kurzdokumentation (10 Minuten) „Future of Facebook: Economy“. Sie stellt dar, wie sich die Wirkungszusammenhänge zwischen Staaten, Währungsräumen und dem größten Social Network der Welt in einigen Jahren darstellen könnten. Dabei spielt die virtuelle Währung von Facebook („FB Credits“) eine entscheidende Rolle für die Wechselkurse…

 

Quelle: futureoffacebook.com

Geschrieben von Andreas Köster am 3. August 2011 | Abgelegt unter Aktuelles,Facebook,Finanzkommunikation,Social Media | 2 Kommentare

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