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Social Media Guidelines – Orientierungshilfe für Mitarbeiter im Social Web

Die Ausschnitt Medienbeobachtung hat 132 öffentlich verfügbare Social Media Guidelines von Unternehmen und Organisationen analysiert und Trends bei diesen Richtlinien für Mitarbeiter identifiziert.

Social Media Guidelines sind ein wichtiger Indikator, wie weit Unternehmen und Organisationen auf die Kommunikation im Social Web vorbereitet sind. Sie sind nicht nur Commitment des Unternehmens, wie es sich kommunikativ im Social Web positionieren möchte, sondern stellen meist auch eine Ermutigung für die Mitarbeiter dar, in einem gegebenen Rahmen offen und selbstbewusst zu kommunizieren.

Erstellung von Social Media Guidelines
Früher oder später steht jedes Unternehmen vor dem Schritt, für sich und seine Mitarbeiter verbindliche Social Media Guidelines zu erarbeiten. (Laut DIRK-Stimmungsbarometer Frühjahr 2011 besaß ein Drittel der DAX-Unternehmen Social Media Guidelines.) Dies sollte keinesfalls abgeschlossen in einer einzelnen Abteilung ohne Mitarbeiterbeteiligung stattfinden und schon gar nicht von irgendeinem anderen Unternehmen eins-zu-eins kopiert werden. Es ist jedoch ratsam, sich Anregungen von anderen Unternehmen zu holen und zu schauen, welche Aspekte diese für ihre Richtlinien bedacht haben und wie diese formuliert sind.

Bereits zum zweiten Mal hat die Ausschnitt Medienbeobachtung eine Vielzahl deutsch- und englischsprachiger Social Media Guidelines gesichtet und analysiert. Diesmal mit Unterstützung von Fachanwalt Sebastian Dramburg, Jack Wolfskin Kommunikationsmanager Thomas Zimmerling und Journalist Mario Sixtus. Sixtus hält, liest man sein Vorwort, viele Hinweise und Regeln in den Guidelines für überflüssig und selbstverständlich. Ich denke jedoch, jedes Unternehmen sollte selbst entscheiden, was für seine Mitarbeiter im Social Web bereits selbstverständlich ist und was besser noch genauer erklärt werden sollte.

Trends in Social Media Guidelines 2012

  • Von den DAX 30-Unternehmen hatten lediglich sieben öffentlich zugängliche Social Media Guidelines. Das sind drei mehr als im Vorjahr, meiner Meinung nach jedoch immer noch deutlich zu wenig. Die Unternehmen Adidas (neu), Daimler, Deutsche Bahn (neu), Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Man Group (neu) und SAP haben sich hier durch Transparenz hervorgetan.
  • Inhaltsempfehlungen liegen im Trend. Einige Unternehmen (35%) nutzen Social Media Guidelines nicht nur, um Rahmenbedingungen für die Kommunikation festzulegen, sondern auch, um mehr oder weniger konkrete Inhaltsempfehlungen zu geben.
  • Nur ein knappes Drittel der untersuchten Unternehmen hat großes Interesse daran, dass seine Mitarbeiter im Netz aktiv sind und motiviert bzw. ermutigt sie in seinen Social Media Richtlinien entsprechend.
  • Die Mehrheit der untersuchten Social Media Guidelines ist verbindlich. Sie enthalten entweder explizit angedrohte Konsequenzen bei Missachtung oder einen strengen Tonfall diverser anderer Richtlinien. Gut ein Fünftel aller Arbeitgeber droht bei Nichtbeachtung der Guidelines mit Konsequenzen, wie zum Beispiel der Löschung der Beiträge auf den hauseigenen Kanälen.
  • Sie oder Du? In der Hälfte aller deutschsprachigen Social Media Guidelines werden die Mitarbeiter gesiezt. Das wirkt in der Mehrheit der Fälle zwar neutral bis freundlich, aber auch etwas steif.
  • 77% aller Arbeitgeber bitten ihre Mitarbeiter, sich im Web namentlich kenntlich zu geben. Knapp die Hälfte möchte außerdem, dass sich ihre Mitarbeiter als solche zu erkennen geben – vor allem, wenn sie sich an Diskussionen zum Fachgebiet des Unternehmens beteiligen.
  • Fast alle untersuchten Unternehmen (92%) verweisen in ihren Guidelines auf das Urheberrecht. Während es selbstverständlich ist, dass unternehmensinterne Informationen nicht publik werden dürfen, ist vielen Mitarbeitern möglicherweise nicht bewusst, dass die Mehrheit der im Netz erhältlichen Inhalte dem Urheberrecht unterliegt.
  • Die Mehrheit der Social Media Guidelines nennt leider keinen Ansprechpartner oder eine Abteilung, die sich mit Social Media befasst und Fragen zu den Richtlinien beantworten kann. Nur 45% der untersuchten Unternehmen nutzen ihre Guidelines, um darin auf die eigenen Social Media Präsenzen hinzuweisen.

Spezielle Guidelines für Investor Relations?
Für IR-Abteilungen ist zu überlegen, die allgemeinen Guidelines anhand von Beispielen zu spezifizieren., die hier die Frage, was genau veröffentlicht werden darf, besondere Brisanz birgt. Basis könnten hier die Grundsätze der IR oder auch der Emittentenleitfaden der BaFin sein. Indem IR-Manager ausschließlich Informationen verbreiten, die bereits veröffentlicht sind (beispielsweise über Ad-hoc-Mitteilungen), können sie das Risiko umgehen, gegen Publizitätsvorschriften zu verstoßen.

Infografik Social Media Guidelines 2012

Social Media-Guidelines 2012 - Leitplanken für die digitale Kommunikation - AUSSCHNITT Medienbeobachtung

 

Alle Ergebnisse sowie das genaue Analysedesign der nicht repräsentativen Studie beinhaltet das PDF Social Media Guidelines 2012 – Leitplanken für die digitale Kommunikation

Wer noch mehr deutschsprachige Social Media Guidelines lesen möchte, wird bei dieser Zusammenstellung von Christian Buggisch fündig.

 

Geschrieben von Andreas Köster am 1. Oktober 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Social Media,Studien | 1 Kommentar

Änderungen im Deutschen Corporate Governance Kodex 2012

Am 15. Mai 2012 wurden von der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex mehrere Änderungen des Kodex beschlossen. Die Komission hatte in 2011 auf Änderungen des Kodex verzichtet, sodass bislang die Regeln aus 2010 galten. Schwerpunkte der nun von den Unternehmen umzusetzenden Kodexänderungen sind die Unabhängigkeit des Aufsichtsrates und die Offenlegung von eventuellen Interessenkonflikten.

Änderungen im Deutschen Corporate Governance Kodex 2012

Der Deutsche Investor Relations-Verband (DIRK) hat in seinem August Newsletter die wichtigsten Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, der Vorschläge für eine „gute Unternehmensführung“ in Unternehmen und sonstigen Organisationen beinhaltet, zusammengefasst.

Aufsichtsratsmitglieder müssen Interessenlage offenlegen
Insbesondere die Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner (der Investoren) sind von den Änderungen betroffen. So muss der Aufsichtsrat beispielsweise bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung die persönlichen und die geschäftlichen Beziehungen eines jeden Kandidaten zum Unternehmen, Vorstand, Aufsichtsrat, anderen Organen und insbesondere auch zu an der Gesellschaft wesentlich beteiligten Aktionären offenlegen. Eine wesentliche Beteiligung liegt vor, wenn der Aktionär direkt oder indirekt mehr als 10 Prozent der stimmberechtigten Aktien der Gesellschaft hält.

Ferner spielt fortan auch das Thema Nachhaltigkeit im Deutschen Corporate Governance Kodex  (DCGK) eine verstärkte Rolle. So soll die Vergütung von Aufsichtsräten, wenn eine erfolgsorientierte Vergütung gewährt wird, an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet werden.

Zusammensetzung und Vergütung des Aufsichtsrates nach DCGK 2012

Zusammensetzung und Vergütung des Aufsichtsrates nach DCGK 2012

 

Entkopplung vom Geschäftsbericht
Zudem gab es verfahrensbezogene Änderungen. Der Corporate Governance Bericht soll fortan nicht mehr im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht, sondern mit der Erklärung zur Unternehmensführung veröffentlicht werden, die im Lagebericht einen eigenen Abschnitt bildet. Ebenfalls werden Teile komplett aus dem Corporate Governance Bericht entfernt. Beispielhaft gilt das für die Bestimmungen zur Erläuterung der Vergütungsstruktur und die Offenlegung  der Gehälter, die nunmehr im Anhang oder im Lagebericht widergegeben werden.

Geänderte Formulierung für unverbindliche Anregungen
In redaktioneller Hinsicht ist zu beachten, dass der Begriff „kann“ für Kodexanregungen gestrichen wurde. Kodexanregungen werden nun ausschließlich mit „sollte“ Formuliert.

Die Empfehlungen des Kodex sind im Text nach wie vor durch die Verwendung des Wortes „soll“ gekennzeichnet. Die Gesellschaften können hiervon abweichen, sind dann aber verpflichtet, dies jährlich offen zu legen und die Abweichungen zu begründen („comply or explain“).

Regierungekommission erweiterte Expertenkreis
Die Kodexänderungen wurden erstmalig nicht allein von der Regierungskommission erörtert, sondern Verbände, Kodexanwender, Juristen und die Wissenschaften erhielten die Möglichkeit, im Rahmen eines Konsultationsverfahrens ihren Standpunkt darzulegen und die Änderungen zu beeinflussen.

Aktuellen Fassung des DCGK: http://www.corporate-governance-code.de/ger/kodex/index.html

Unter diesem Link ist auch eine PDF-Datei des Deutscher Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 mit sämtlichen Änderungsmarkierungen zur Version von 2010 zu finden.

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Quelle: dirk.org

 

Geschrieben von Andreas Köster am 14. August 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Investor Relations,Rechtliche Vorschriften | 2 Kommentare

European Communication Monitor 2012 – die Ergebnisse

Der European Communication Monitor ist eine renommierte Befragung von über 2.000 Kommunikationsprofis, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ansgar Zerfass bereits seit 2007 kontinuierlich aktuelle Trends in der Unternehmenskommunikation erhebt.

Ich bin ein Fan dieser Studie und finde, dass  ihr zu wenig Aufmerksamkeit zu Teil wird. Hier nur zwei Aspekte der 124 Slides mächtigen Präsentation „European Communication Monitor 2012“:

  • Die wichtigste strategische Herausforderung für das Kommunikationsmanagement bis 2015 wird sein, mit der digitalen Entwicklung und den Social Media Schritt zu halten. Das sagen 46 Prozent der befragten Kommunikationsprofis. (Slide 54)
  • Die fünf wichtigsten Social-Media-Tools im Kommunikationsmanagement sind Communities/Social Networks (76%), Videoplattformen (67%), Social Apps/Mobile Webs (66%), Microblogs (56%) und Blogs (45%). (Slide 64)

Social-Media-Tools im Kommunikationsmanagement

 

Vollständige Präsentation des European Communication Monitor 2012:

European Communication Monitor – ECM 2012 – Results from communicationmonitor

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie als Video:

Geschrieben von Andreas Köster am 23. Juli 2012 | Abgelegt unter Aktuelles,Social Media,Studien | Keine Kommentare

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