Studie Investoren erhalten kursrelevante Informationen in One-on-Ones

Was eigentlich schon alle wissen, wurde erneut von einer Studie bestätigt: Professionelle Analysten und Investoren erhalten in vertraulichen One-on-One-Gesprächen mehr Informationen als der Rest der Financial Community, obwohl dieses Informationsgefälle innerhalb des Kapitalmarktes gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstößt.

Wie bereits der IR Web Report berichtete, hat die Rotterdam School of Management in Kooperation mit PwC im Mai 2011 die Studie „Global Analyst and Investor Survey“ veröffentlicht, die auf Befragungen von 400 Analysten und Investoren der ganzen Welt aufbaut. Darin gab mit 47% nahezu die Hälfte aller Befragten an, von Unternehmen im Rahmen von One-on-One-Gesprächen häufig kursrelevante Informationen zu erhalten. Dabei war dieser Prozentsatz in den USA und Kanada geringer als in Asien, Südamerika und Europa, was eventuell auf die striktere Regulierung in Nordamerika zurückzuführen sei. 48% der Analysten und Investoren sagen selbst, dass Unternehmen transparenter mit One-on-One-Gesprächen umgehen sollten.

Unternehmen veröffentlichen kursrelevante Informationen in One-on-Ones

Unternehmen veröffentlichen kursrelevante Informationen in One-on-Ones, Quelle: RSM Global Analyst and Investor Survey

 

Social Media bauen technische Hürden der Gleichbehandlung ab
Gab es zu Zeiten des Web 1.0 noch große Schwierigkeiten technischer Natur, Informationen ohne Zeitverzögerung reichweitenstark zu verbreiten und somit dem Grundsatz der Gleichbehandlung nachzukommen, zählt dieses Argument im Web 2.0 nicht mehr. Über Webcasts, Live-Übertragungen, Podcasts und ähnliche Technologien, die den Online-Investor-Relations heute kostengünstig zur Verfügung stehen könnte jeder User mit Internetzugang erreicht werden. Chats, Twitter und Soziale Netzwerke bieten zudem einen direkten Rückkanal. Die virtuelle Teilnahme an One-on-Ones könnte durch Social Media also theoretisch ohne großen Aufwand jedem Stakeholder ermöglicht werden.

Ein solches Vorgehen würde jedoch nicht nur eine Umbenennung dieses mächtigen IR-Kommunikationsinstrumentes erfordern, sondern auch eine revolutionäre Öffnung der Investor Relations insgesamt bedeuten. Dies ist ohne gesetzlichen Zwang wenig wahrscheinlich. Die Social Media dürften den Druck zu mehr Transparenz und Gleichbehandlung jedoch auch in den Investor Relations dauerhaft erhöhen.

 

Andreas Köster 10. September 2011 Online Investor Relations,Quellen,Studien Ein Kommentar Trackback URI Kommentare RSS

Ein Kommentar zu “Studie Investoren erhalten kursrelevante Informationen in One-on-Ones”

  1. Andreas Kösteram 10. September 2011 um 13:24 Link zum Kommentar

    Weiterer Artikel zur Studie:
    „Investorengespräch – Wenn Vertrauliches weitergegeben wird“: http://www.business-wissen.de/unternehmensfuehrung/manager-teilen-investoren-und-analysten-vertrauliche-informationen-mit/

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