Risiken von Social Media verursachen hohe Kosten für Unternehmen

Befragung erhebt rund vier Millionen Dollar Schaden pro Jahr und Unternehmen durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Das auf IT-Security spezialisierte Unternehmen Symantec Corp. hat kürzlich die Ergebnisse seiner Umfrage “2011 Social Media Protection” veröffentlicht, die große Unternehmen befragt, wie sie sich gegen mögliche negative Konsequenzen ihrer Social-Media-Nutzung schützen. Die internationale Umfrage (n= 1.225) ergab, dass Social-Media-Anwendungen die Unternehmen bereits umfassend durchdrungen haben, aus Sicht der IT-Sicherheit jedoch eine Reihe von Risiken bergen. So kam heraus, dass die befragten Unternehmen innerhalb des letzten Jahres bereits mehrfach negative Zwischenfälle zu beklagen hatten, verursacht durch Social-Media-Nutzung. Besonders häufige negative Auswirkungen dabei sind ein Reputationsschaden des Unternehmens, Vertrauensverlust bei den Konsumenten, Datenverlust sowie Umsatzeinbußen. Symantec errechnete, dass sich der finanzielle Schaden durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung im letzten Jahr pro Unternehmen im Schnitt auf vier Millionen Dollar summiert.

Die verantwortlichen Unternehmensvertreter sehen folgende Risiken:

Allgemeine Risiken von Social Media in Unternehmen

  • Mitarbeiter veröffentlichen/teilen zu viele Informationen (46%)
  • Verlust bzw. Veröffentlichung von vertraulichen Informationen (41%)
  • Schaden/Verlust von Markenwert und Reputation (40%)
  • Probleme durch Rechtsstreitigkeiten (37%)
  • Malware (Schadsoftware) (37%)
  • Verletzung rechtlicher Rahmenbedingungen (36%)

Risiken von Social Media aus Sicht der IT-Sicherheit

  • Einhaltung staatlicher Datenschutzauflagen (45%)
  • Einhaltung interner Datenschutz-Richtlinien (45%)
  • Probleme mit eDiscovery[1] (37%)

Finanzieller Schaden durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Mehr als 90% der Unternehmen entstand durch Zwischenfälle in den Social Media bereits finanzieller Schaden in nicht unerheblicher Höhe. Folgende Kosten entstanden am häufigsten:

  • Verminderter Aktienpreis (durchschnittl. Kosten: 1.038.401 Dollar)
  • Prozesskosten (durchschnittl. Kosten:  650.361 Dollar)
  • Direkte finanzielle Aufwendungen (durchschnittl. Kosten:  641.993 Dollar)
  • Markenschaden/Reputationsschaden/Verlust von Kundenvertrauen (durchschnittl. Kosten:  638.496 Dollar)
  • Umsatzeinbußen (durchschnittl. Kosten:  619.360 Dollar)

Fehler durch unsachgemäße Social-Media-Nutzung

Risikomanagement in der Social-Media-Kommunikation

Symantec befragte die Unternehmen, wie die Risiken am besten zu minimieren seien und welche Schritte für eine risikoarme Social-Media-Nutzung notwendig seien. Am häufigsten wurden dabei genannt:

  • Social-Media-Policy
  • Mitarbeiterschulungen
  • Prozesse um vertrauliche Informationen zu schützen
  • Schutz gegen Datenverlust
  • Technologieverbesserungen in der Datenhaltung
  • Archivierung von sensiblen Daten

Die Umfrage macht deutlich, dass erst ein kleiner Teil der Unternehmen entsprechende Schutz-Maßnahmen implementiert hat. So fühlt sich über die Hälfte der Befragten noch unsicher auf Social Networks, Dokumenten-Plattformen, Foren, Blogs, Podcast- und Microblogging-Plattformen.

 

Fazit: Auch wenn die Umfrage “2011 Social Media Protection” nicht wissenschaftlich durchgeführt wurde und die Methodik im Dunklen bleibt, sind die Ergebnisse dennoch wertvoll. Sie zeigen in der Tendenz relevante Risiken und durch sie entstehende Kosten für Unternehmen auf. Da Unternehmen ungerne und höchst selten öffentlich zu Misserfolgen und Fehltritten stehen, bietet diese Umfrage anderen Unternehmen eventuell die Möglichkeit, dieselben Fehler zu vermeiden.

 


[1] Aufgrund von „Electronic Discovery“-Regelungen können Unternehmen verpflichtet werden, elektronisch gespeicherte Informationen zu reproduzieren, wenn diese als Beweismittel in einem Gerichtsverfahren in Betracht kommen.

Infografik: Wieso sich die IT um Social Media im Unternehmen kümmern sollte

Infografik: Wieso sich die IT um Social Media im Unternehmen kümmern sollte, Quelle: Symantec

 

Andreas Köster 10. August 2011 Online Investor Relations,Risiken,Social Media,Studien Keine Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

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